Koreanisches Streetfood: 20 Snacks auf dem Seomun-Markt
Koreanisches Streetfood auf dem Seomun-Markt in Daegu — der Anfang
Letztes Wochenende war ich auf dem Seomun-Markt in Daegu, einer Großstadt etwa 1,5 Stunden südöstlich von Seoul mit dem KTX.
Ehrlich gesagt hatte ich vorher gedacht, es wäre halt ein alter, traditioneller Markt. Aber als ich ankam, war alles komplett anders. Es war Wochenende, und die Menschenmassen waren gigantisch — in jeder Gasse drängten sich die Leute. Je tiefer man in den Markt hineingeht, desto deutlicher spürt man, wie riesig das Ganze ist. Tatsächlich umfasst der Seomun-Markt sechs Bezirke mit über 4.000 Geschäften — einer der größten traditionellen Märkte Koreas überhaupt. Schon während der Joseon-Dynastie gehörte er neben den Märkten von Pyeongyang und Ganggyeong zu den drei bedeutendsten Handelsmärkten des Landes, und diese Geschichte setzt sich bis heute fort. Ich hatte wirklich das Gefühl, mich darin verlaufen zu können.
Warum ich diesen Beitrag geschrieben habe, hat genau einen Grund: Ich wollte euch zeigen, welches koreanische Streetfood es auf einem traditionellen Markt gibt — alles, was ich persönlich gesehen und gegessen habe. Besonders für Reisende, die eine Korea-Reise planen und sich fragen „Was soll ich auf einem koreanischen Markt essen?", soll dieser Beitrag ein praktischer Streetfood-Guide für den Seomun-Markt sein.
Eins aber vorweg, damit kein Missverständnis entsteht: Nicht jeder koreanische Markt ist so. Nur die landesweit bekannten, großen Märkte wie der Seomun-Markt bieten diese Vielfalt und Größenordnung. Kleine Stadtteilmärkte haben zwar eine tolle Atmosphäre, aber die Auswahl an Streetfood ist deutlich geringer. Gerade für alle, die die koreanische Marktkultur zum ersten Mal erleben wollen, ist der Seomun-Markt in Daegu ein absolutes Muss.
Weil es so viel zu zeigen gibt, teile ich den Beitrag in zwei Teile auf. Ich zeige alles genau in der Reihenfolge, in der ich beim Spaziergang fotografiert habe. Los geht's mit Teil 1.
Kandierte Süßkartoffeln — der erste Snack auf dem Seomun-Markt

Gleich als ich vom Eingang in die erste Gasse einbog, fiel mir das hier ins Auge: ein riesiger Haufen kandierter Süßkartoffeln auf einer heißen Platte. Die Süßkartoffeln werden in große Stücke geschnitten, in Öl frittiert, dann mit Zuckersirup glasiert und mit schwarzem Sesam bestreut — ein traditioneller koreanischer Snack.
Ich hatte noch nichts gegessen und griff als Erstes danach. Wenn man die Oberfläche mit dem Finger antippt, zerbricht eine dünne, erstarrte Sirupschicht knackig, und darunter kommt die mehlig-weiche, saftige Süßkartoffel zum Vorschein. Frisch zubereitet ist der Sirup noch warm und zieht Fäden, aber meine Portion war schon leicht abgekühlt, sodass die Glasur fester war. Trotzdem: herrlich süß. Ein Becher kostete etwa €2,30.
Auf Englisch nennt man das „Candied Sweet Potato" — am besten stellt man es sich als in Zucker glasierte, frittierte Süßkartoffel vor.
Walnuss-Gebäck — Koreas kultiger Raststätten-Snack

Als Zweites fielen mir die kleinen Walnuss-Küchlein in der Glasvitrine auf. Sie werden in walnussförmigen Formen gebacken und sind etwa so groß wie zwei Daumen nebeneinander.
Eigentlich ist dieses Gebäck in Korea als der typische Snack von Autobahnraststätten berühmt, also für mich ein vertrauter Geschmack. Aber frisch gebacken auf dem Markt ist es nochmal was anderes. Die Hülle ist noch warm und hat einen weichen Biss, und drinnen wartet eine cremige Füllung aus roter Bohnenpaste mit kleinen Walnussstücken. Wenn sie abkühlen, wird die Hülle leicht knusprig — aber ich persönlich fand sie warm viel leckerer. 10 Stück für ca. €1,75.
Der Name enthält zwar „Walnuss", aber Walnüsse sind nicht die Hauptzutat — die Form der Backform erinnert an Walnüsse, daher der Name. Die Füllung besteht hauptsächlich aus süßer roter Bohnenpaste.
Hotteok — die heiße Falle der Daegu-Variante

Mein dritter Stopp war ein Hotteok-Stand. Normalerweise werden Hotteok flach auf einer Platte gepresst und gebraten, aber diese hier waren komplett anders: Sie wurden in Öl frittiert, waren handtellergroß und hatten eine runde, dicke Form wie Donuts.
Die Schlange war ziemlich lang, ich wartete etwa fünf Minuten. Während des Wartens vermischte sich der Geruch von Frittieröl mit Zimt, und ich bekam noch mehr Hunger. Ich nahm sie entgegen und biss sofort rein — und das war ein Fehler. Drinnen bricht ein Sirup aus braunem Zucker und Zimt auf einmal heraus, und der ist wirklich heiß. Ich hätte mir fast den Gaumen verbrannt. Wer Hotteok zum ersten Mal isst: Bitte unbedingt halbieren und den Sirup erst abkühlen lassen.
Hotteok ist ein koreanischer süßer Pfannkuchen mit einer Füllung aus braunem Zucker und Zimt — einer der bekanntesten Winter-Streetfood-Klassiker Koreas. Die Variante, bei der sie komplett in Öl frittiert werden, findet man besonders häufig in der Region um Daegu. Ein Stück für ca. €1,20.
10-Won-Brot — Nummer 1 bei ausländischen Besuchern

Dieses koreanische Streetfood wird in einer Form gebacken, die der alten koreanischen 10-Won-Münze nachempfunden ist. Ursprünglich wurde es in der Stadt Gyeongju populär, aber mittlerweile findet man es in ganz Korea.
Hier gab es keine Schlange, ich konnte sofort kaufen. Der gelbe Klumpen, den man auf dem Foto sieht, ist Käse. Die Brote sind prall mit Käse gefüllt, und wenn man sie halbiert, zieht sich der Käse in langen Fäden. Das sieht so witzig aus, dass ich zuerst ein Foto machte und dann erst aß. Die Kombination aus salzigem, nussigem Käse und dem Brot ist simpel, aber irgendwie greift man ständig wieder hin.
Unter ausländischen Besuchern ist das mit Abstand das beliebteste koreanische Streetfood. Das Münz-Design ist ein echter Hingucker, und im Moment, wenn der Käse sich zieht, filmt einfach jeder. 3 Stück für ca. €1,20.
Koreanisches Markt-Sandwich — was unterscheidet es vom westlichen?



Wenn man über den Seomun-Markt schlendert, stößt man immer wieder auf Stände, die diese Markt-Sandwiches verkaufen. Ich habe mir auch eins geholt, und es ist ein komplett anderes Gericht als ein westliches Sandwich. Für Ausländer, die beim Wort „Sandwich" eine bestimmte Erwartung haben, kann das überraschend sein — darum hier eine Gegenüberstellung.
Meiner Erfahrung nach ergibt es gar keinen Sinn, es mit einem westlichen Sandwich zu vergleichen — so verschieden ist es. Am treffendsten beschreibt man es als „koreanischer Mayonnaise-Toast".
Brot
Weiches Toastbrot, Baguette und viele weitere Brotsorten
Füllung
Gemüse, Fleisch, Käse und andere Zutaten, schichtweise aufgebaut
Geschmack
Mild und ausgewogen, der Eigengeschmack der Zutaten steht im Vordergrund
Art des Essens
Im Sitzen als Mahlzeit oder zum Mitnehmen · im Café ab ca. €2,90 aufwärts
Brot
Toastbrot wird frittiert oder geröstet, bis es außen knusprig ist
Füllung
In Mayonnaise gebundene Zutaten, dicht und vollgepackt
Geschmack
Mayonnaise-basiert, sahnig-herzhaft und intensiv im Geschmack
Art des Essens
Im Stehen und Laufen aus der Hand — typischer Streetfood-Stil · ca. €1,20–€1,75
Schweineherz-Spieße — die mutige Wahl am Markt


Ab hier änderte sich die Atmosphäre. Tiefer in der Streetfood-Gasse angekommen, hing dichter Grillrauch in der Luft.
Hier wird Schweineherz in dünne Scheiben geschnitten und schichtweise auf Spieße gesteckt und gegrillt. Ehrlich gesagt habe ich zuerst gezögert. Das Wort „Herz" allein kann schon abschreckend wirken. Aber als ich sah, wie ein älterer Herr neben mir genüsslich einen verputzte, kaufte ich mir auch einen.
Fazit vorweg: viel milder als erwartet. Die Textur ist fester und bissfester als normales Schweinefleisch, dabei fast fettfrei. Je länger man kaut, desto mehr entfaltet sich ein nussiger Geschmack, und den typischen „Innereien-Geruch" gab es überhaupt nicht. Wer sich für Innereien-Gerichte (Offal) interessiert, sollte das hier auf jeden Fall mal probieren.
Chapssal-Ppang — mein persönlicher Top-3-Favorit des Tages


Dieses Streetfood würde ich persönlich in meine Top 3 des Tages auf dem Seomun-Markt wählen. Teig aus Klebreis wird zu Kugeln geformt, in Öl frittiert und dann in Zucker gewälzt. Es gibt zwei Varianten: eine pure Version ohne Füllung und eine mit süßer roter Bohnenpaste.
Ich habe die Variante mit Bohnenpaste gewählt, und die ist komplett anders als ein normaler Weizen-Donut. Der Klebreis hat diese typisch elastische, zäh-federnde Textur — als wäre es etwas zwischen einem Reiskuchen (Tteok) und einem Donut. Außen ist der Zucker leicht knusprig karamellisiert, und innen dehnt sich der Teig beim Kauen elastisch. Unbedingt warm essen, damit diese Textur voll zur Geltung kommt.
Wer Mochi-Donuts kennt, hat eine gute Vorstellung davon. 2 Stück für ca. €1,20.
Eomuk in heißer Brühe — das Symbol jedes koreanischen Marktes


Wer schon einmal in Korea war, hat das hier garantiert gesehen. Fischfleisch wird zu einem Teig verarbeitet, dünn ausgerollt und auf Spieße gesteckt, die dann in heißer Brühe stehen — eines der bekanntesten koreanischen Streetfood-Gerichte überhaupt. Egal ob in Seoul, Busan oder Jeju, auf jedem koreanischen Markt trifft man darauf.
Allein auf dem Seomun-Markt gab es über zehn solcher Eomuk-Stände. Ich aß an einem Stand ungefähr in der Mitte des Marktes, und der Duft der Brühe aus Sardellen und Seetang war einfach fantastisch. Der Fischkuchen selbst hat eine weiche, federnde Textur, und je länger er in der Brühe liegt, desto mehr zieht der Geschmack ins Innere ein. Aber das eigentliche Highlight kommt erst danach: Wenn man den Fischkuchen aufgegessen hat und dann einen Schluck von der Brühe nimmt. Dieses leicht salzige, herzhafte Gefühl, das den Magen von innen wärmt — an einem kalten Tag reicht das allein schon als Grund, auf den Markt zu kommen.
Die Brühe wird auf koreanische Art mitgetrunken — das gehört einfach dazu. Ein Spieß kostet normalerweise ca. €0,60, die Brühe ist gratis.
Gochujang-Spieße — der eindrucksvollste Anblick auf dem Seomun-Markt


Das hier war für mich einer der beeindruckendsten Anblicke auf dem gesamten Seomun-Markt. Auf einer breiten Grillplatte war Gochujang-Soße (koreanische Chilipaste) aufgestaut, und darin standen dicht an dicht Spieße aufgereiht — visuell einfach überwältigend.
Reiskuchen (Tteok), Fischkuchen und Sundae (koreanische Blutwurst) werden auf Spieße gesteckt und in intensiver Gochujang-Soße gegart. Ursprünglich war dieses Gericht nur in bestimmten Regionen zu finden. Inzwischen sieht man es vereinzelt auch in Seoul, aber es ist kein Gericht, das man an jedem Imbissstand um die Ecke bekommt. In dieser Form findet man es eigentlich nur auf großen traditionellen Märkten wie dem Seomun-Markt.
Ich wählte einen Reiskuchen-Spieß — die Gochujang-Soße war bis ins Innere eingezogen, schön zäh-elastisch und gleichzeitig scharf-süß. Scharf, süß und salzig treffen auf einmal zusammen. Koreaner nennen das manchmal „Tteokbokki ohne Brühe".
Wer scharfes Essen mag: unbedingt probieren.
Sundae-Spieße, scharfe Fischkuchen-Spieße, rotes Fischkuchen-Pfannengericht und weitere Eomuk-Stände





In der Nähe des Gochujang-Spieß-Standes waren ähnliche Gerichte versammelt. Direkt daneben griff ich mir noch einen Sundae-Spieß. Sundae ist ein traditionelles koreanisches Gericht: Schweinedarm gefüllt mit Glasnudeln und Gemüse. Die Spieß-Variante wird in Gochujang-Soße getaucht und durchgegart, sodass die Soße tief eindringt und der Geschmack richtig kräftig ist. Viele Ausländer erschrecken zunächst bei der Beschreibung „Blutwurst", aber wenn man es probiert, dominiert die elastische Textur der Glasnudeln — es ist deutlich milder als erwartet.
Es gab auch scharfe Fischkuchen-Spieße. Eine komplett andere Version als die klare Brühe von vorhin — hier werden die Fischkuchen auf einer brodelnden Gochujang-Platte durchgezogen, bis sie komplett rot gefärbt sind. Ich hatte erst die klare Brühe-Version gegessen und dann diese, und es war kaum zu glauben, dass es derselbe Fischkuchen sein soll. Richtig kräftig und intensiv scharf.
Das rote Fischkuchen-Pfannengericht besteht aus kurz und dick geschnittenen Fischkuchen-Stücken, die in scharfer Gewürzpaste angebraten werden. Sojasprossen, koreanische Cheongyang-Chilis und Chilipulver obendrauf — schon die Farbe ist intensiv. Das Interessante: Es ist nicht nur an einem Stand so. Wenn man durch die Gassen des Seomun-Marktes läuft, trifft man auf mehrere Stände, die Fischkuchen auf ähnliche Weise zubereiten, aber jeder hat sein eigenes Gewürzverhältnis. Ich habe an zwei verschiedenen Ständen probiert — einer war eher süßlich, der andere hatte deutlich mehr Cheongyang-Chili drin und war richtig scharf.
Und die Eomuk-Brühe verdient eine weitere Erwähnung. Allein auf dem Seomun-Markt gibt es über zehn solcher Stände. Jeder hat eine leicht andere Brühe, und es macht richtig Spaß, die Gassen entlangzuschlendern und zu vergleichen. Ich selbst habe an zwei Stellen probiert — einmal war der Sardellengeschmack stärker, beim anderen dominierte der Seetang. Ein Spieß kostet ca. €0,60 und die Brühe ist gratis — also einfach mehrere Stände ausprobieren.
Twigim — ich habe zum ersten Mal frittierte Gimbap gesehen


Typisches Streetfood auf einem traditionellen koreanischen Markt sind frittierte Chilischoten, frittierte Tintenfischstücke und Gemüse-Fritters. Aber hier entdeckte ich etwas, das ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen hatte: eine komplett frittierte Gimbap-Rolle.
Zuerst wird eine Gimbap-Rolle (koreanische Reisrolle mit Seetang) normal zubereitet, dann in Teig gehüllt und in Öl frittiert. Außen hat man eine knusprige Frittier-Kruste, innen steckt die Gimbap komplett drin. Ehrlich gesagt dachte ich „Schmeckt das überhaupt?" — aber überraschenderweise harmonieren das nussige Frittier-Öl und der Seetang-Geschmack richtig gut miteinander. Daneben kaufte ich auch frittierte Chilischoten — Cheongyang-Chilis in Teigmantel, außen nussig-knusprig und innen beißend scharf. Wer empfindlich bei Schärfe ist, sollte vorsichtig sein.
Twigim ist der Sammelbegriff für koreanische frittierte Snacks. Es ähnelt der japanischen Tempura, aber die koreanische Variante hat einen dickeren Teigmantel und wird häufig ohne Soße gegessen.
Dak-Kkochi und Dakgangjeong — koreanische Hähnchen-Kultur als Streetfood



Dak-Kkochi wird in Korea als „Nationalsnack" bezeichnet — von Jung bis Alt liebt es jeder. Hähnchenteile werden auf Spieße gesteckt, gegrillt und dann großzügig mit einer süß-salzigen Soße bestrichen. Man kann sie zwar überall in Korea bekommen und denkt vielleicht, es sei nichts Besonderes, aber frisch am Marktstand gegrillt ist es nochmal eine andere Klasse. Die Soße karamellisiert über dem Feuer und verströmt einen unwiderstehlichen Duft. Ein Spieß für ca. €1,75.
Direkt daneben gab es auch einen Dakgangjeong-Stand. Normalerweise kennt man Dakgangjeong in einer Variante, aber dieser Laden hatte eine beeindruckende Auswahl: Dakbal-Gangjeong (Hühnerfüße), Makchang-Gangjeong (Innereien), Ppuringkle-Geschmack, Knoblauch-Sojasauce und scharf. Ich wählte die Knoblauch-Sojasauce-Variante — die Glasur klebte klebrig-glänzend auf der Außenseite, süß und salzig zugleich, richtig intensiv.
Ausländer fragen oft: „Was ist der Unterschied zwischen Dakgangjeong und Korean Fried Chicken?" Der Unterschied ist tatsächlich deutlich. Hier eine Übersicht.
Form
Ein ganzes Hähnchen oder große Stücke werden frittiert
Textur
Dünne, knusprige Kruste außen, saftiges Hähnchenfleisch innen
Art des Essens
Per Lieferdienst oder im Restaurant mit Bier — eine richtige „Mahlzeit"-Kultur
Form
In mundgerechte Stücke geschnitten, frittiert und in scharf-süßer Soße geschwenkt
Textur
Soße haftet klebrig an der Außenseite — zäh und knusprig zugleich
Art des Essens
Auf dem Markt in der Tüte, direkt aus der Hand — typischer „Snack"-Stil
Tornado-Kartoffel, gedämpfter Mais und Süßkartoffel-Pommes — leichte Snacks auf dem Seomun-Markt



Die Tornado-Kartoffel ist eine ganze Kartoffel, die spiralförmig in dünne Scheiben geschnitten, auf einen Spieß gesteckt und in Öl frittiert wird. In sozialen Medien sieht man sie oft unter dem Namen „Tornado Potato". Geschmacklich ist sie ehrlich gesagt nicht groß anders als Kartoffelchips — nussig und salzig eben. Aber die Form ist perfekt zum Im-Gehen-Essen, und es sieht einfach cool aus, beim Marktbummel einen Kartoffelspieß in der Hand zu halten.
Gedämpfter Mais ist einer der ältesten und einfachsten Snacks, die es auf koreanischen Märkten gibt. Da gibt es nicht viel zu erklären, aber in der Markt-Atmosphäre schmeckt er irgendwie besonders gut. Die Körner sind prall und platzen vor süßem Saft — simpel, aber man wird nicht müde davon. Ein Kolben für ca. €1,20.
Die Süßkartoffel-Pommes bestehen aus dünn geschnittenen, knusprig frittierten Süßkartoffelstreifen. Sie sehen aus wie normale Pommes frites, schmecken aber anders — die natürliche Süße der Süßkartoffel ist so ausgeprägt, dass man gar keine Soße braucht. Als ich den aufgetürmten Haufen am Straßenrand sah, konnte ich nicht vorbeigehen und kaufte eine Portion. Einmal angefangen, konnte ich echt nicht aufhören zu knabbern.
Tangsuyuk — koreanisch-chinesische Küche mitten auf dem Markt

Schweinefleisch wird frittiert und dann mit einer süß-sauren Soße übergossen — ein Klassiker der koreanisch-chinesischen Küche. Karotten und Zwiebeln liegen zusammen mit der Soße auf dem Fleisch.
In Korea gehört Tangsuyuk zu den beliebtesten Liefergerichten aus chinesischen Restaurants, wird aber normalerweise bestellt und nach Hause geliefert. Dass man es auf einem Markt auf dem Teller serviert bekommt, ist eher ungewöhnlich — umso überraschender war es, es hier zu finden. Geschmacklich erinnert es an das chinesische Tangcurou (糖醋肉), aber die koreanische Version hat eine dünnflüssigere, stärker säuerliche Soße. Die knusprige Panade zusammen mit der süß-sauren Glasur — richtig lecker.
Gunmandu — krönender Abschluss der Streetfood-Tour auf dem Seomun-Markt


Weizenteig-Hüllen werden mit Fleisch und Gemüse gefüllt, geformt und dann in Öl goldbraun gebraten — koreanische gebratene Teigtaschen. Auf einem Edelstahl-Dämpfer aufgereiht sahen sie richtig gemütlich-authentisch aus, ein typisches Bild auf dem Seomun-Markt.
Für ca. €4,00 pro Portion bekommt man verschiedene Sorten: flache, runde und längliche Formen, alle unterschiedlich. Die Größe ist ziemlich beachtlich — davon allein wird man schon satt. Ehrlich gesagt ist das für koreanische Verhältnisse ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Gunmandu ähnelt den japanischen Gyoza oder den chinesischen Guotie (鍋貼), aber koreanische Mandu haben eine dickere Teighülle, und in der Füllung stecken typischerweise Glasnudeln — das ist der größte Unterschied.
Ende von Teil 1 — für den Seomun-Markt reichen ca. €17,50
Das war Teil 1 meiner Streetfood-Tour über den Seomun-Markt in Daegu, alles im Gehen festgehalten. Und das ist noch nicht alles — es gibt noch eine Menge Gerichte, die ich noch nicht gezeigt habe, die kommen in Teil 2.
Wie ihr beim Durchlesen sicher gemerkt habt, besteht koreanisches Streetfood auf traditionellen Märkten fast durchgehend aus kleinen Snack-Portionen zwischen ca. €1,20 und €2,30 pro Stück. Deshalb kann man problemlos viele verschiedene Sachen in kleinen Mengen durchprobieren. Ich habe an diesem Tag über zehn verschiedene Gerichte gegessen, und insgesamt habe ich etwa €17,50 ausgegeben. Für Reisende bedeutet das: Für rund €17–20 kann man diese enorme Vielfalt an koreanischem Streetfood erleben — und das ist ein ziemlich attraktiver Punkt, finde ich.
Teil 2 kommt bald.
Praktische Informationen zum Seomun-Markt in Daegu
Adresse
45 Keunjang-ro 26-gil, Jung-gu, Daegu, Südkorea
Öffnungszeiten Markt
09:00 – 18:00 Uhr
※ Kann je nach Geschäft variieren
Öffnungszeiten Nachtmarkt
Fr. + Sa. 19:00 – 23:30 Uhr / So. 19:00 – 22:30 Uhr
※ Saisoneröffnung voraussichtlich Ende März 2026 · Mo.–Do. geschlossen · Winterpause (Jan.–März)
※ Genaues Eröffnungsdatum auf der offiziellen Website des Seomun-Nachtmarktes prüfen
Reguläre Ruhetage
Erster und dritter Sonntag im Monat
※ Einzelne Geschäfte können abweichende Ruhetage haben
Besucherandrang am Wochenende
※ Stoßzeit 12:00–15:00 Uhr · Vormittagsbesuch empfohlen
Anreise zum Seomun-Markt
SCHRITT 1
Am Bahnhof Seoul oder Suseo (SRT) den KTX/SRT nehmen
Fahrzeit ca. 1 Stunde 50 Minuten
SCHRITT 2
Am Bahnhof Dongdaegu aussteigen → U-Bahn-Linie 1 nehmen
SCHRITT 3
An der Station Banwoldang auf Linie 3 umsteigen → Station Seomun Market aussteigen
SCHRITT 4
Ausgang 3 der Station Seomun Market → 3 Minuten zu Fuß
SCHRITT 1
Am Gangnam Expressbusterminal oder Dong-Seoul-Terminal einsteigen
Fahrzeit ca. 3 Stunden 10 Minuten
SCHRITT 2
Am West-Daegu-Expressbusterminal aussteigen
SCHRITT 3
Vor dem Terminal: U-Bahn-Linie 3 ab Station Manpyeong → Station Seomun Market aussteigen
SCHRITT 4
Ausgang 3 der Station Seomun Market → 3 Minuten zu Fuß
SCHRITT 1
Am Bahnhof Busan den KTX nehmen
Fahrzeit ca. 50 Minuten
SCHRITT 2
Am Bahnhof Dongdaegu aussteigen → U-Bahn-Linie 1 nehmen
SCHRITT 3
An der Station Banwoldang auf Linie 3 umsteigen → Station Seomun Market aussteigen
SCHRITT 4
Ausgang 3 der Station Seomun Market → 3 Minuten zu Fuß
SCHRITT 1
Am Sasang (West)-Terminal in Busan den Überlandbus nehmen
Fahrzeit ca. 2 Stunden · 13 Fahrten pro Tag · erste Fahrt 07:00, letzte 19:00 Uhr
SCHRITT 2
An der Haltestelle Daegu-West aussteigen → ca. 10 Minuten zu Fuß zum Seomun-Markt
Die Haltestelle liegt direkt in der Nähe des Marktes — manchmal sogar praktischer als der KTX
SCHRITT 1
Vom Flughafen Daegu Bus (Linie 401 oder Express 1) → Station Ayanggyo
SCHRITT 2
U-Bahn-Linie 1 → an der Station Banwoldang auf Linie 3 umsteigen → Station Seomun Market aussteigen
SCHRITT 3
Ausgang 3 der Station Seomun Market → 3 Minuten zu Fuß
Gesamtdauer ca. 40–50 Minuten
※ Fahrpreise und Fahrzeiten basieren auf dem Stand März 2026 und können sich ändern. Aktuelle Informationen finden Sie bei Korail, SRT und der Expressbuchung für Fernbusse.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich veröffentlicht auf https://hi-jsb.blog.