Koreanisches Streetfood: Markt-Udon & Kkoma Gimbap Guide
Markt-Udon und Kkoma Gimbap in Eunhaeng-dong, Daejeon
Auf diesem Blog habe ich euch schon viele koreanische Gerichte vorgestellt. Koreanisches Markt-Udon (Sijang Udon) und Kkoma Gimbap – das sind zwei Sachen, die ich euch unbedingt zeigen wollte.
Ich mache nicht jedes Mal Fotos, wenn ich essen gehe. Manchmal war ich so aufs Essen konzentriert, dass ich die Kamera gar nicht erst rausgeholt habe. Und ehrlich gesagt war mir der nächste Löffel manchmal wichtiger als ein Foto. So war es auch an diesem Tag. Eunhaeng-dong in Daejeon – eine moderne Planstadt etwa zwei Stunden südlich von Seoul – ein kleiner Imbiss in der Nähe des Marktes. Es regnete leicht und der Laden war ruhiger als sonst. Deshalb konnte ich ausnahmsweise ganz entspannt essen.
Fotos habe ich nicht viele. Aber bei diesem Essen reichen ein paar Bilder völlig aus.
Heute geht es um zwei Gerichte. Die Grundkombi des koreanischen Streetfoods auf traditionellen Märkten: Markt-Udon und Kkoma Gimbap. Für Koreaner braucht man da keine Erklärung, und wenn ihr in Korea unterwegs seid, werdet ihr diesen Gerichten garantiert irgendwann begegnen.
Markt-Udon und Kkoma Gimbap – so sieht das aus

Das ist das heutige Menü. Zwei Schüsseln Udon in roten Schalen, kleine Gimbap-Röllchen auf einem grünen Teller, daneben gelber Danmuji (eingelegter Rettich). Bestellt in einem Imbiss nahe dem Markt in Eunhaeng-dong. Das ist die typischste Kombi in einem koreanischen Bunsikjip (Imbiss-Restaurant). Nichts Fancy. Aber lecker. Wirklich.
Dieses Udon ist ziemlich anders als das japanische Udon.
Japanisches Udon vs. koreanisches Markt-Udon – was ist der Unterschied?
Japanisches Udon (Japanese Udon)
Die Brühe ist klar. Sie wird aus Katsuobushi (getrocknete Bonito-Flocken) und Seetang gekocht, hat eine helle Farbe und einen feinen, dezenten Geschmack.
Hier stehen die Nudeln im Mittelpunkt. Die dicke, elastische Textur ist das Herzstück – es gibt sogar Varianten, bei denen man die Nudeln ganz ohne Brühe isst.
Toppings sind Tempura, Aburaage (frittierter Tofu) und Frühlingszwiebeln. Ein sauberes, klares Gericht.
Koreanisches Markt-Udon (Korean Sijang Udon)
Schon die Brühe ist komplett anders. Sardellen, Seetang und dazu eine Sojasaucen-Gewürzpaste – die Farbe ist dunkel und kräftig. Ohne die Brühe macht dieses Udon keinen Sinn.
Die Gewürzpaste ist der Schlüssel. Sojasauce gemischt mit Chiliflocken, gehacktem Knoblauch und Frühlingszwiebeln, direkt in die Brühe eingerührt. Der Geschmack wird sofort würzig-salzig und scharf.
Eomuk (Fischkuchen) fehlt fast nie. Flach geschnittene Fischpaste, die die Brühe aufsaugt – beim Reinbeißen breitet sich der Geschmack im Mund aus. Darauf noch Gim-Flocken (gerösteter Seetang) und Frühlingszwiebeln.
Die Nudeln sind weicher als bei der japanischen Version. Hier genießt man die Textur von Nudeln, die sich richtig vollgesogen haben.
Manche Läden bieten auch Kimchi-Udon an, also mit eingekochtem Kimchi. Markt-Udon schmeckt in jedem Laden ein bisschen anders.
Wenn japanisches Udon ein Nudelgericht ist, dann ist koreanisches Markt-Udon ein Brühengericht.
Der erste Eindruck vom Markt-Udon

Schaut mal, die Brühe ist überhaupt nicht klar. Dunkel und kräftig. Oben drauf eine dicke Schicht Seetang-Flocken, und Fischkuchen-Stücke, die in der Brühe versinken. Dazu fein geschnittene Frühlingszwiebeln. Wer japanisches Udon erwartet, könnte erstmal irritiert sein. Dieses rustikale Aussehen – das ist koreanisches Markt-Udon.
Die Gewürzpaste – sie verändert alles

Seht ihr das Rote auf der Brühe? Das ist die Gewürzpaste aus Chiliflocken, Sojasauce und gehacktem Knoblauch. Die rührt man in die Brühe ein und isst dann. Vor und nach dem Einrühren – das sind zwei komplett verschiedene Gerichte.
Udon kommt ursprünglich aus Japan. Das stimmt. Aber als es nach Korea kam, wurde daraus etwas völlig anderes. Allein die Farbe der Brühe ist komplett verschieden. Gleicher Name, aber ein anderes Gericht – so muss man das sehen.
Wenn ihr gerade in Korea unterwegs seid, probiert es mal. Ihr findet es auf jedem Markt und in jedem Imbiss, und der Preis ist unschlagbar günstig.
Nach dem Einrühren der Gewürzpaste

Gewürzpaste eingerührt, einmal umgerührt. Ach, in dem Moment steigt sofort der Duft auf. Die weißen Nudeln vermischen sich mit der rötlichen Brühe, Fischkuchen und Seetang-Flocken verfangen sich zwischen den Nudeln. Die Brühe ist jetzt deutlich dunkler geworden. Ich habe ewig gebraucht, weil ich Fotos machen musste. Die Brühe war schon kalt. Trotzdem lecker.
Wie beschreibt man diesen Brühengeschmack?

Man kann die Chiliflocken-Partikel auf der Nudeloberfläche erkennen. Diese Brühe ist nicht einfach nur scharf. Sie ist salzig, nussig, und dazwischen schleicht sich eine leichte Schärfe ein. Wenn man einen Löffel davon schlürft, denkt man: Ach, darum bestellt man das an kalten Tagen. Das ist ein Geschmack, der sich schwer beschreiben lässt. Man muss es selbst probieren.
Kkoma Gimbap – anfangs fand ich es zu einfach

Weiter mit Kkoma Gimbap. Kleine Gimbap-Röllchen aufgereiht auf einem grünen Teller, bestreut mit Sesam. Der weiße Pappteller in der Mitte – der ist für den Danmuji (eingelegter Rettich).
Wenn man den Querschnitt ansieht: Karotte und Spinat. Das war's. Nicht wie normales Gimbap, wo Schinken, Ei, Fischkuchen und Klettenwurzel reingepackt werden.
Ehrlich gesagt dachte ich beim ersten Anblick: Was soll daran besonders sein? Aber dann habe ich eins gegessen, dann zwei, und ab dem dritten konnte ich nicht mehr aufhören. Der Reis ist mit Sesamöl und Salz gewürzt, und der Seetang umschließt alles fest. Beim Reinbeißen kommt zuerst das Sesamöl-Aroma. Weil so wenige Zutaten drin sind, schmeckt man Reis und Seetang umso deutlicher.
Die Größe ist auch kleiner als bei normalem Gimbap. Ein-Biss-Größe. „Kkoma" bedeutet auf Koreanisch kleines Kind. Also sozusagen: kleines, niedliches Gimbap.
Wie man beides zusammen isst
Man isst zwischendurch immer wieder eins zwischen den Udon-Löffeln. Einen Schluck von der würzigen Brühe, dann ein nussiges Kkoma Gimbap. Und wieder Brühe. Wieder Gimbap. Dieser Rhythmus – das ist die Art, wie man koreanisches Streetfood isst. Wenn man einmal anfängt, ist es schwer aufzuhören, bevor die Schüssel leer ist.
Kkoma Gimbap im Querschnitt

Aus der Nähe sieht man die Sesamkörner, die dicht auf dem Seetang kleben, und durch das Sesamöl glänzt alles schön. Der Querschnitt: weiß, orange, grün. Im schwarzen Seetang leuchten die Farben richtig.
Ein Stück ist ungefähr so dick wie ein Daumen. Man nimmt es mit den Stäbchen, steckt es in den Mund – zuerst knackt der Seetang, dann breitet sich der nussige, mit Sesamöl getränkte Reis aus, und die Karotte ist knackig. Das war's. Nur ein paar Zutaten, aber man greift immer wieder hin. Wirklich ein seltsames Essen.
Eine Schüssel Udon kostet 3.000–4.000 Won, eine Rolle Kkoma Gimbap 2.000–3.000 Won. Beides zusammen bestellen und man bleibt unter 10.000 Won (ca. 7 €). Selbst wenn ihr die Speisekarte nicht lesen könnt – die zwei Wörter „Udon" und „Kkoma Gimbap" reichen völlig aus.
Wo kann man Markt-Udon und Kkoma Gimbap essen?
Dieses Mal war ich in Eunhaeng-dong in Daejeon. Kleiner Imbiss in der Nähe des Marktes. Aber eigentlich muss man für diese Kombi keinen bestimmten Laden suchen.
Auf so gut wie jedem traditionellen Markt in Korea gibt es das. In Seoul zum Beispiel der Gwangjang Market, der Namdaemun Market oder der Tongin Market. In Busan die Straßenimbiss-Gasse beim BIFF Square oder der Seomyeon-Markt. In Daegu der Seomun Market. Aber auch abseits der großen Märkte – geht in einen beliebigen Stadtteilmarkt und ihr findet garantiert einen Imbiss, der das anbietet.
Es muss nicht mal ein traditioneller Markt sein. Überall in Korea – wenn ihr ein Geschäft mit dem Schild „Bunsik" (koreanischer Imbiss) seht, einfach reingehen. Udon und Kkoma Gimbap sind fast immer auf der Karte. Auch in heruntergekommenen kleinen Läden in Seitengassen. Man muss nicht extra suchen, sondern stolpert beim Spazierengehen einfach darüber. Das ist das Schöne an diesem Essen.
💡 Reisetipp
Fragt nach einem „Set" – in vielen Läden bekommt ihr es günstiger als bei Einzelbestellung. Udon kostet 3.000–5.000 Won, Kkoma Gimbap 2.000–4.000 Won. Zusammen bleibt ihr unter 10.000 Won (etwa 6–7 €).
Häufig gestellte Fragen
Q. Ist koreanisches Markt-Udon scharf?
Die Brühe selbst ist nicht scharf. Erst wenn man die Gewürzpaste einrührt, wird es würzig-scharf – aber man kann sie auch einfach weglassen. Ein einfaches „Nicht scharf, bitte" reicht aus.
Q. Ist Fleisch oder Fisch im Kkoma Gimbap?
Die Grundversion enthält nur Karotte, Spinat und Danmuji (eingelegter Rettich). Fleisch oder Fisch sind normalerweise nicht drin. Allerdings variieren die Zutaten je nach Laden, und der Reis wird mit Sesamöl zubereitet – also nicht unbedingt komplett vegan. Bei Allergien fragt am besten vor der Bestellung nach.
Q. Was kostet das?
Udon 3.000–5.000 Won, Kkoma Gimbap 2.000–4.000 Won. Beides zusammen bleibt unter 10.000 Won (ca. 7 €).
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