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8. März 2026 um 00:06

Koreanisch essen wie ein Local: Sotbap mit 8 Beilagen in Gyeongju

#koreanisches Essen erleben#asiatische Esskultur#Reisgericht im Steintopf

Ein komplettes koreanisches Tischgedeck in Gyeongju

Während meiner Reise durch Gyeongju – eine historische Stadt etwa 3,5 Stunden südöstlich von Seoul – wurde es Zeit fürs Mittagessen. Wenn man den ganzen Tag Sehenswürdigkeiten abklappert, meldet sich irgendwann der Hunger. Und was man in Gyeongju isst, gehört genauso zur Reise wie die Tempelruinen. Die Tafel kann hier nämlich mindestens genauso beeindruckend sein wie die Kulturstätten.

Wer gerade eine Korea-Reise plant oder schon vor Ort ist, sollte eines wissen: In koreanischen Restaurants bekommt man nicht einfach nur das, was man bestellt hat. „Der Tisch wird gedeckt" beschreibt es besser. Beilagen werden aufgetischt, Suppe kommt, Reis kommt, und plötzlich ist der ganze Tisch voll. Beim ersten Mal denkt man sich: Gehört das wirklich alles mir? Ja, tut es. Ohne Aufpreis.

Heute habe ich genau so ein koreanisches Tischgedeck erlebt. In einem Restaurant in der Nähe der Hwangridangil-Straße in Gyeongju – einer beliebten Fußgängerzone voller Cafés und Läden nahe der historischen Stätten. Hier gibt es Sotbap (Reis im Steintopf) mit einer vollen Runde Beilagen dazu. Schaut euch die Fotos an und erlebt mit, wie ein koreanisches Restaurant funktioniert.

Außenansicht des Sotbap-Restaurants in Gyeongju nahe der Hwangridangil-Straße | 하이제이에스비

Warum ich dieses Restaurant in Gyeongju gewählt habe

Ehrlich gesagt habe ich Handasot nicht wegen irgendeines Rankings ausgewählt. Es ging um die Lage. Von der Hwangridangil-Straße, dem Cheomseongdae-Observatorium und den Daereungwon-Königsgräbern aus ist man in fünf Minuten zu Fuß da. In Gyeongju liegen die Sehenswürdigkeiten teilweise ziemlich weit auseinander – schnell passiert es, dass man für eine einzige Mahlzeit ewig Bus fahren oder ein Taxi nehmen muss. Ich war allein unterwegs, und meine Route war gleichzeitig mein Energiebudget. Geschmack ist wichtig, aber ich wollte nicht extra Lauferei nur wegen dem Essen. Also habe ich nach etwas direkt bei den Sehenswürdigkeiten gesucht, und Handasot hat perfekt gepasst.

Eingang des Handasot Restaurants in Gyeongju, fußläufig zur Hwangridangil-Straße | 하이제이에스비

Was man am Tisch sieht

Mitten im Tisch ist eine Induktionsplatte eingebaut. Darauf wird der Steintopf gestellt, um die Temperatur zu halten. Die Plätze sind großzügig und durch den Fensterplatz sieht man die alten Grabhügel des Daereungwon-Parks. Die Einrichtung hat Hanok-Feeling – traditionell koreanisch – mit Steinmauer-Trennwänden zwischen den Tischen, sodass man ungestört essen kann. Das war tatsächlich ziemlich angenehm, weil das Restaurant in der Nähe der Touristenattraktionen liegt und entsprechend voll war.

Innenbereich des Handasot mit Induktionsplatte am Tisch und Blick auf die Grabhügel | 하이제이에스비

Auf jedem Tisch liegt eine englische Anleitung. Darauf steht Schritt für Schritt, wie man den Steintopfreis isst: Reis in die Schüssel umfüllen, Soße dazugeben, und dann heißes Wasser in den leeren Topf gießen, um Sungyung (geröstetes Reiswasser) herzustellen. Auch ohne Koreanischkenntnisse kann man dem sofort folgen.

Englische Anleitung auf dem Tisch zum Essen von Steintopfreis | 하이제이에스비
Englische Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sotbap und Sungyung | 하이제이에스비

Bestellung per Tisch-Kiosk

In koreanischen Restaurants gibt es mittlerweile oft Kiosk-Tablets direkt am Tisch. Man bestellt einfach am Platz, ohne Personal rufen zu müssen – und hier war es genauso. Das System unterstützt standardmäßig Englisch und zeigt Fotos der Gerichte an, sodass man auch ohne Koreanisch problemlos bestellen kann. Allerdings war die Übersetzung nicht perfekt. Manche Menünamen waren etwas holprig ins Englische übertragen, aber dank der Bilder hat man sich trotzdem zurechtgefunden.

Tisch-Kiosk mit englischem Menü im koreanischen Restaurant | 하이제이에스비
Kiosk-Bestellbildschirm mit Fotos und englischer Übersetzung | 하이제이에스비

Die Beilagen kommen – ein ganzer Tisch voll

Auf einem Holztablett mit einzelnen Fächern kamen jeweils vier Beilagen – insgesamt zwei Tabletts, also acht verschiedene Beilagen.

Normalerweise werden die Beilagenschälchen einzeln auf den Tisch gestellt. Hier aber kommen sie als Set auf dem Tablett, alles auf einmal. Klingt nach einem kleinen Unterschied, fühlt sich aber tatsächlich anders an. Die Schälchen stehen nicht wild verteilt, sondern ordentlich aufgereiht im Tablett – fast wie ein Menü-Gang in einem gehobenen Restaurant.

Koreanische Esskultur

Die Banchan-Kultur in koreanischen Restaurants

Warum der Tisch voll wird, obwohl man nur ein Hauptgericht bestellt hat

Was sind eigentlich Banchan?

Wenn man in einem koreanischen Restaurant ein Hauptgericht bestellt, bekommt man automatisch Reis, Suppe und mehrere Beilagen dazu. Das Wichtigste: Das ist alles kostenlos. Man bestellt die Beilagen nicht extra und es gibt keinen Aufpreis. Man bestellt ein Hauptgericht und plötzlich ist der ganze Tisch voll – beim ersten Mal ist das echt überraschend.

Die Banchan lassen sich grob einteilen in Namul (gewürzte Gemüsebeilagen), Kimchi (fermentierte Beilagen), Bokkeum (gebratene Beilagen) und Jangajji (eingelegtes Gemüse). Das reicht von mildem Spinatsalat über fermentierten Chinakohl-Kimchi bis hin zu gebratenem Anchovis und eingelegtem Gemüse. Die Zusammenstellung variiert von Restaurant zu Restaurant und wechselt sogar je nach Saison. Deshalb können die Beilagen bei jedem Besuch anders sein.

Wie viele Beilagen bekommt man normalerweise?

In einem normalen koreanischen Restaurant sind 3 bis 5 Beilagen Standard. Spezielle Hanjeongsik-Restaurants (traditionelle koreanische Menüs) servieren 8 oder mehr, gehobene Hanjeongsik-Häuser sogar über 10. Selbst günstige Baekban-Lokale (Tagesmenü-Restaurants) bringen mindestens 5 bis 6 Beilagen. Je mehr Beilagen, desto sorgfältiger wird das Restaurant eingeschätzt – deshalb legen sich die Betreiber bei der Zusammenstellung auch richtig ins Zeug.

Nachfüllen ist kostenlos?

Ja, wirklich. Wenn eine Beilage leer ist, kann man einfach um Nachschub bitten – auch das ist kostenlos. Einfach dem Personal Bescheid sagen oder die leere Schale zeigen, und sie wird nachgefüllt. Für Leute aus Ländern, in denen jede Extrabeilage extra kostet, ist das wahrscheinlich das Erstaunlichste.

Allerdings gibt es eine Etikette-Regel: Nur so viel nehmen, wie man auch wirklich isst. Viel übrig lassen gilt als unhöflich. Nachfüllen ist frei, aber Verschwendung passt nicht zur koreanischen Tischkultur.

Was ist anders als in anderen asiatischen Restaurants?

In japanischen, taiwanesischen oder chinesischen Restaurants muss man Beilagen separat bestellen und für jede einzelne zahlen. In Korea kommen die Beilagen automatisch und kostenlos zum Hauptgericht dazu – das ist ein grundlegender Unterschied.

🇰🇷 Korea

Hauptgericht bestellen → Beilagen gratis dazu. 3–10 Sorten Standard. Nachfüllen ebenfalls kostenlos.

🇯🇵 🇹🇼 🇨🇳 Japan · Taiwan · China

Beilagen separat bestellen, extra bezahlen, Nachfüllen gibt es kaum.

Warum wird so viel aufgetischt?

Die koreanische Tafel legt Wert darauf, in einer einzigen Mahlzeit verschiedene Geschmacksrichtungen ausgewogen zu kombinieren. Salzig, scharf, mild, säuerlich – alles kommt zusammen auf den Tisch. Dabei geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um Textur. Weiches, Knackiges und Zähes wechseln sich ab, sodass es beim Essen nie langweilig wird.

Banchan werden von Saison und Region beeinflusst. Saisonale Zutaten fließen ein, weshalb die Zusammenstellung bei einem erneuten Besuch anders sein kann. In regionalen Restaurants wie in Gyeongju finden sich oft lokale Spezialitäten unter den Beilagen. In Korea zu essen bedeutet, die Tafel dieser Region und dieser Jahreszeit zu erleben.

8 Beilagen – mein ehrliches Fazit

Von den acht Beilagen sind mir einige besonders in Erinnerung geblieben.

Japchae war mein Favorit. Glasnudeln aus Süßkartoffelstärke, angebraten mit Spinat, Karotten und Pilzen, gewürzt mit Sojasauce und Sesamöl. Die zäh-elastische Textur hat super zum Steintopfreis gepasst. Angeblich darf Japchae bei keinem koreanischen Festmahl fehlen.

Die gebratenen Anchovis waren ebenfalls bemerkenswert. Kleine getrocknete Anchovis, süß-salzig angebraten – und hier waren Erdnüsse mit drin. Wenn man das auf den Reis streut und zusammen isst, bekommt alles eine extra nussige Note. Wer eine Erdnussallergie hat, sollte hier aufpassen.

Über Kimchi muss man kaum Worte verlieren. In jedem koreanischen Restaurant kommt es garantiert als Beilage. Chinakohl, eingelegt mit Chiliflocken, Knoblauch und Fischsauce, fermentiert bis er einen scharf-säuerlichen, tiefgründigen Geschmack entwickelt. Die restlichen Beilagen waren Sojasprossen-Salat, Pilzsalat, gebratene Knoblauchsprossen und Jangajji (koreanisches Essiggurken-Pendant). Ehrlich gesagt war das Jangajji etwas zu salzig. Aber weil der Steintopfreis so mild ist, passt eine salzige Beilage dazu überraschend gut. Im Gesamtbild der ganzen Tafel ergibt das Sinn.

Die 7 Standard-Beilagen bei Handasot

Zum Steintopfreis inklusive · die meisten davon kostenlos nachfüllbar

Japchae – koreanische Glasnudeln mit Gemüse als Beilage zum Steintopfreis | 하이제이에스비

Japchae

Japchae · Gebratene Glasnudeln

Glasnudeln aus Süßkartoffelstärke mit Spinat, Karotten und Pilzen, gewürzt mit Sojasauce und Sesamöl. Die zäh-elastischen Nudeln passen hervorragend zum Steintopfreis. Japchae gehört bei koreanischen Festen immer dazu und kommt bei den meisten Leuten gut an.

Koreanischer Pilzsalat – milde Gemüsebeilage zum Reis | 하이제이에스비

Pilzsalat (Beoseotmuchim)

Gewürzter Pilzsalat

Blanchierte Pilze, angemacht mit Sojasauce, Sesamöl und Sesamkörnern. Die Textur ist leicht zäh, der Geschmack eher mild – eine willkommene Pause zwischen den kräftigeren Beilagen.

Koreanischer Sojasprossen-Salat als typische Banchan-Beilage | 하이제이에스비

Sojasprossen-Salat (Kongnamulmuchim)

Gewürzte Sojasprossen

Knackige Sojasprossen mit Salz, Sesamöl und Sesamkörnern – ganz einfach zubereitet. Eine der häufigsten Beilagen auf koreanischen Tischen überhaupt. Mild und nussig.

Kimchi – fermentierter Chinakohl als koreanische Standardbeilage | 하이제이에스비

Kimchi

Kimchi · Fermentierter Chinakohl

Das koreanische Nationalgericht schlechthin. Chinakohl, eingelegt mit Chiliflocken, Knoblauch und Fischsauce, fermentiert für einen scharf-säuerlichen, tiefgründigen Geschmack. In jedem koreanischen Restaurant garantiert dabei.

Gebratene Knoblauchsprossen – knackige koreanische Beilage | 하이제이에스비

Gebratene Knoblauchsprossen (Maneuljjong-bokkeum)

Gebratene Knoblauchsprossen

Das sind die Blütenstängel, die aus der Knoblauchknolle herauswachsen. Sie haben eine einzigartig knackige Textur und schmecken in Sojasauce und Sesamöl gebraten leicht scharf und süß-salzig. Auch wenn man sie vorher nicht kannte – nach dem ersten Bissen vergisst man sie nicht.

Jangajji – koreanisch eingelegtes Gemüse als Beilage | 하이제이에스비

Jangajji

Jangajji · Koreanisch Eingelegtes

Gemüse, eingelegt in Sojasauce oder Essig – das koreanische Pendant zu Essiggurken. Salzig und leicht sauer, belebt es den Gaumen perfekt neben mildem Steintopfreis. Ehrlich gesagt war das Jangajji hier etwas zu salzig, aber zusammen mit dem Reis hat es dann doch wieder gepasst.

Gebratene Anchovis mit Erdnüssen – beliebte koreanische Beilage mit Allergihinweis | 하이제이에스비

Gebratene Anchovis (Myeolchibokkeum)

Gebratene Anchovis mit Erdnüssen 🥜 Enthält Erdnüsse

Kleine getrocknete Anchovis, süß-salzig angebraten – ein koreanischer Klassiker unter den Beilagen. Hier wurden sie zusammen mit Erdnüssen geröstet, was extra nussige Note gibt. Auf den Reis gestreut entfalten sie ein unglaubliches Umami. Persönlich war das für mich der absolute Reisdieb unter den Beilagen. Wer eine Erdnussallergie hat, sollte hier unbedingt aufpassen.

Zwei Beilagen-Tabletts fertig angerichtet auf dem Tisch mit Induktionsplatte für den Steintopf | 하이제이에스비

Zwei Tabletts stehen links und rechts auf dem Tisch, und in der Mitte ist der Platz auf der Induktionsplatte für den Steintopf bereit. Das Personal bringt die Tabletts am Stück, sodass alle acht Beilagen auf einen Schlag serviert sind.

Das Hauptgericht kommt

Gegrillte Makrele als Hauptgericht mit koreanischem Tischgedeck | 하이제이에스비
Gegrillter Spanischer Makrele im koreanischen Restaurant Gyeongju | 하이제이에스비

Die Hauptgerichte sind da. Wir haben gegrillte Makrele und gegrillten Spanischen Makrele bestellt. In Korea ist es ganz normal, dass man verschiedene Gerichte bestellt und miteinander teilt – so kann ein Tisch gleich zwei verschiedene Sachen probieren.

Die Makrele hatte eine knusprige Haut und saftiges Fleisch. Als fetter Fisch ist sie ziemlich ölig, aber zusammen mit dem Reis wird genau dieses ölig-nussige Aroma zum Pluspunkt. Die Spanische Makrele hatte dickeres, milderes Fleisch. Kaum Fischgeruch – sogar Leute, die sonst keinen Fisch mögen, würden das wahrscheinlich gut finden.

Galbi-Sotbap (Rippchen-Steintopfreis)

Galbi-Sotbap – Rinderrippchen medium gegart auf Steintopfreis | 하이제이에스비
Nahaufnahme Galbi-Sotbap mit rosa Fleischsaft und Frühlingszwiebeln | 하이제이에스비

Der Galbi-Sotbap. Auf dem Reis im Steintopf liegen dick geschnittene Rinderrippchen, medium gegart, innen noch rosa. Außen mit Raucharoma und voller Fleischsaft. Obendrauf liegen reichlich geschnittene Frühlingszwiebeln, die den Fleischgeschmack abrunden. Dass das Fleisch auf dem heißen Steintopfreis die ganze Zeit warm bleibt, war auch super. Das hatte echt was von einem Steak.

Holzofen-Schweinebraten Bulgogi-Style

Holzofen-Schweinefleisch Bulgogi mit Frühlingszwiebeln und Sesam, warmgehalten über Kerze | 하이제이에스비
Nahaufnahme karamellisiertes Schweine-Bulgogi mit Sesamkörnern | 하이제이에스비

Das Holzofen-Schweine-Bulgogi. Dünn geschnittenes Schweinefleisch in einer süß-salzigen Marinade, im Holzofen gegrillt – das Raucharoma ist tief ins Fleisch eingezogen. Obendrauf liegen geschnittene Frühlingszwiebeln und Sesamkörner in rauen Mengen. Unter dem Holzbrett brennt eine Kerze, die alles warmhält, sodass es bis zum letzten Bissen heiß bleibt. Zusammen mit dem Steintopfreis passen das würzige Fleisch und der körnig-lockere Reis perfekt zusammen. Von allen Kombinationen hat mir diese am besten gefallen.

Sotbap – das ist kein gewöhnlicher Reis

Kurkuma-Steintopfreis mit glänzenden, körnigen Reiskörnern | 하이제이에스비
Geöffneter Steintopf mit gelbem Kurkuma-Reis im koreanischen Restaurant | 하이제이에스비

Das ist kein normaler Reis aus dem Reiskocher, sondern direkt im Steintopf gekocht und so serviert. Die Körner sind locker-körnig und glänzen richtig. Die gelbliche Farbe kommt vom Kurkuma. Das ist ein komplett anderes Erlebnis als normaler Reis. Wenn der Reis selbst schon so gut schmeckt, werden die Beilagen quasi automatisch besser.

So isst man es

Was ist Dolsotbap (Steintopfreis)?

Koreanischer Steintopfreis · Alles, was Erstlinge wissen müssen

Was ist Dolsotbap eigentlich?

Reis, der in einem Topf aus Stein direkt gekocht wird. Normaler Reis wird vorher im Reiskocher zubereitet und dann in eine Schale gefüllt. Beim Dolsotbap wird der Reis nach der Bestellung direkt im Steintopf gegart und so auf den Tisch gebracht. Weil der Topf die Hitze lange speichert, bleibt der Reis bis zum letzten Löffel warm – das ist der größte Unterschied.

Die Reiskruste am Boden (Nurungji)

Das Highlight beim Steintopfreis ist die Reiskruste am Boden – Nurungji. Wenn man den Reis herausgelöffelt hat, kleben am Boden knusprig angeröstete Reiskörner. Nussig und knusprig – viele kratzen sie extra ab und essen sie pur. Wem das nicht zusagt, der muss nicht, aber probiert es wenigstens einmal. Es ist besser als man denkt.

Nach dem Essen: Sungyung (Reiswasser)

Nach dem Essen gießt man heißes Wasser in den leeren Topf. Die Reiskruste löst sich auf und es entsteht Sungyung – ein nussiges Reiswasser, das als traditionelles koreanisches Getränk nach dem Essen gilt. Statt Kaffee oder Tee trinkt man das zum Abschluss. Ehrlich gesagt ist das Geschmackssache. Manche finden es nussig, andere eher fade. Aber nach fettigem Fleisch und salzigen Beilagen macht es den Mund tatsächlich frisch – das muss ich zugeben.

So funktioniert es Schritt für Schritt

1

Wenn der Topf kommt, Deckel öffnen und den Reis checken.

2

In die mitgelieferte Schale portionsweise umfüllen. Man isst nicht direkt aus dem Topf.

3

Mit Beilagen und Hauptgericht zusammen essen. Falls eine Soße dabei ist, kann man sie auch über den Reis geben und vermischen.

4

Wenn der Reis aufgegessen ist, heißes Wasser in den leeren Topf gießen, Deckel drauf und 2–3 Minuten warten – fertig ist das Sungyung.

5

Wer die Reiskruste probieren will, kann sie vor dem Sungyung-Machen abkratzen und essen.

Was ist der Unterschied zum normalen Reis?

Normaler Reis (Gongibbap)

Vorab gekocht, in eine Schale gefüllt. Kühlt schnell ab, keine Reiskruste, kein Sungyung.

Steintopfreis (Dolsotbap)

Nach Bestellung im Topf gekocht. Bleibt bis zum Schluss warm, mit Reiskruste und Sungyung als Set.

So isst man den Steintopfreis

Reis wird aus dem Steintopf in eine Schale umgefüllt, Reiskruste sichtbar | 하이제이에스비

Wenn der Steintopfreis kommt, füllt man ihn einfach so in die Schale um. Man isst nicht direkt aus dem Topf, sondern löffelt ihn raus. Man sieht auch etwas Reiskruste mit rauskommen – die schmeckt nussig. Gar nicht kompliziert, einfach rauslöffeln und fertig.

Leerer Steintopf mit Reiskruste am Boden, bereit für Sungyung | 하이제이에스비

Der Topf, nachdem der Reis herausgenommen wurde. Am Boden sieht man die angebrannte Reiskruste – die Nurungji. Heißes Wasser rein, Deckel drauf, 2–3 Minuten warten, und das Sungyung ist fertig.

Der vollständig gedeckte Tisch

Komplettes koreanisches Tischgedeck mit vier Steintöpfen, Beilagen, gegrilltem Fisch und Bulgogi | 하이제이에스비
Vollständige koreanische Tafel in Gyeongju mit Steintopfreis und allen Beilagen | 하이제이에스비

So sieht der komplett gedeckte Tisch aus. Vier Steintöpfe, gegrillte Makrele und Spanische Makrele, Holzofen-Schweine-Bulgogi, Galbi-Sotbap und zwei Beilagen-Tabletts. Lückenlos bestückt, aber erstaunlicherweise nicht chaotisch. Die Holzuntersetzer, Steintöpfe und Tabletts stehen in gleichmäßigen Abständen – das wirkt eher geordnet als überladen.

So ist ein koreanisches Tischgedeck eben. Es kommt nicht einfach nur ein einzelnes Hauptgericht. Beilagen, Reis, Suppe, Hauptgericht – alles landet gleichzeitig auf dem Tisch. Selbst wenn jeder etwas anderes bestellt hat, wird auf dem Tisch ganz natürlich geteilt. Je mehr Leute sitzen, desto vielfältiger isst man. Dass Teilen in Korea selbstverständlich ist, kommt genau von dieser Art des Tischarrangements.

Nahaufnahmen

Nahaufnahme Galbi-Rippchen mit Stäbchen angehoben, medium mit rosa Kern und Fleischsaft | 하이제이에스비

Ein Rippchen vom Galbi-Sotbap, mit Stäbchen angehoben. Medium gegart, innen rosa, Fleischsaft läuft herunter. Koreanische Rippchen, aber visuell wie ein aufgeschnittenes Steak.

Nahaufnahme Schweine-Bulgogi mit karamellisierter Marinade und Sesamkörnern | 하이제이에스비

Nahaufnahme vom Holzofen-Schweine-Bulgogi. Die Oberfläche glänzt vor Marinade. Außen leicht karamellisiert und mit Sesamkörnern gespickt. Dünn geschnitten, sodass der süß-salzige Geschmack bei jedem Bissen sofort da ist.

Der Tisch nach dem Essen

Tisch nach dem Essen mit leeren Schalen, Sungyung und Fischgräten | 하이제이에스비

So sieht der Tisch danach aus. In den Steintöpfen zieht das Sungyung, auf dem Fischteller liegen nur noch Gräten, die Beilagenschalen sind leer. Wenn man an die volle Pracht vom Anfang denkt, zeigt dieser Abschluss-Blick wohl am besten: Das hat geschmeckt.

In Gyeongju habe ich richtig gut gegessen. Wenn man beim Sightseeing Hunger bekommt, muss man gar nicht weit laufen – direkt bei der Hwangridangil-Straße kann man die komplette koreanische Tafel erleben. Steintopfreis mit acht Beilagen, gegrillter Fisch und Fleisch, alles auf einem Tisch. Der Geschmack ist toll, aber für jemanden, der dieses Tischgedeck zum ersten Mal erlebt, ist schon allein der Anblick ein Erlebnis.

Ein Tipp noch: Beilagen nicht auf einmal auf den Teller häufen, sondern nach und nach nehmen und bei Bedarf nachfüllen lassen – das ist die Etikette. Nachfüllen ist kostenlos, also ruhig darum bitten. Nur viel übrig lassen ist ein bisschen unhöflich.

FAQ

Koreanische Restaurants – das sollte man wissen

Die häufigsten Fragen von Erstbesuchern

Sind die Beilagen wirklich alle gratis?

Ja, wirklich. Sobald man ein Hauptgericht bestellt, kommen die Beilagen automatisch dazu. Man bestellt sie nicht extra und es gibt keinen Aufpreis. Die Anzahl variiert je nach Restaurant, aber mindestens drei sind Standard.

Was mache ich, wenn ich mehr Beilagen will?

Einfach dem Personal Bescheid sagen oder die leere Schale hochhalten. In den meisten Fällen wird kostenlos nachgefüllt. Selbst ohne Koreanisch reicht es, die leere Schale zu zeigen – das wird verstanden.

Darf man Beilagen übrig lassen?

Etwas übrig lassen ist in Ordnung. Aber sich von Anfang an viel nehmen und dann einen Haufen stehen lassen, ist eher unhöflich. Lieber kleine Portionen nehmen und bei Bedarf nachfüllen lassen – so ist die koreanische Tischetikette.

Warum bekommt man Stäbchen UND Löffel?

In Korea isst man Reis und Suppe mit dem Löffel, Beilagen mit Stäbchen. Anders als in Japan oder China hebt man die Reisschale nicht hoch, sondern lässt sie auf dem Tisch stehen und löffelt. Beides gleichzeitig in einer Hand zu halten gilt als unhöflich.

Gibt es auch was für Vegetarier?

Namul-Beilagen (Gemüsesalate) und Jangajji (Eingelegtes) sind pflanzlich, allerdings enthält Kimchi oft Fischsauce. Wer streng vegan isst, sollte vor der Bestellung nach Fischsauce oder Fleischbrühe fragen. Namul-Gerichte und Tofu-Beilagen sind vergleichsweise sicher.

Worauf muss man bei Allergien achten?

Sesamöl und Sesamkörner stecken in fast allen Beilagen. Bei einer Nussallergie ist Vorsicht geboten, weil gebratene Anchovis manchmal Erdnüsse enthalten. Auch Fischsauce, Schalentiere und Chili werden häufig verwendet – bei entsprechenden Allergien am besten vorher im Restaurant nachfragen.

Restaurant Info

Handasot Gyeongju

Hwangridangil, Gyeongju · Steintopfreis-Menü

📍

Adresse

111, Cheomseong-ro, Gyeongju-si, Gyeongsangbuk-do (Hwangnam-dong)

🕙

Öffnungszeiten

Täglich 10:30 – 21:00 Uhr (letzte Bestellung 20:30 Uhr)

📞

Telefon

+82-54-776-7088

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Parken

Eigener Parkplatz · Öffentlicher Parkplatz an der Hwangridangil-Straße verfügbar

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Erreichbarkeit

Cheomseongdae-Observatorium · Daereungwon-Königsgräber · Hwangridangil-Straße: jeweils unter 5 Minuten zu Fuß

Was wir bestellt haben

Galbi-Sotbap (Rippchen-Steintopfreis)

ca. 12 €

Holzofen-Schweine-Bulgogi-Menü

ca. 12 €

Holzofen-Makrele gegrillt Menü

ca. 11 €

Holzofen-Spanische-Makrele gegrillt Menü

ca. 11 €

※ Alle Menüs inklusive Steintopfreis + 8 Beilagen. Preise können sich ändern.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich veröffentlicht auf https://hi-jsb.blog.

Veröffentlicht 8. März 2026 um 00:06
Aktualisiert 10. März 2026 um 04:45