KategorieEssen
SpracheDeutsch
Veröffentlicht14. März 2026 um 18:47

Samgyeopsal grillen: Korean BBQ All-you-can-eat Guide

#Korean BBQ Erfahrung#Fleisch grillen Tipps#All-you-can-eat Restaurant
Etwa 9 Min. Lesezeit
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Endlich ist es so weit. Reden wir über Samgyeopsal.

Wenn man Reisende fragt, was ihr absolutes Lieblingsessen in Korea ist, dann fällt ein Name praktisch immer: Samgyeopsal – koreanischer Schweinebauch vom Grill. Dicke Scheiben Schweinefleisch direkt vor euren Augen auf der heißen Grillplatte selbst braten – dieses Korean-BBQ-Erlebnis bekommt ihr so eigentlich nur in Korea.

Aber es gibt nicht nur eine Art, Samgyeopsal zu essen. Wenn euer Budget großzügig ist, geht ihr einfach in ein normales Samgyeopsal-Restaurant. Da könnt ihr hochwertiges Fleisch auswählen, Dicke und Teilstück ganz nach eurem Geschmack. Wenn ihr aber mit festem Budget essen wollt, bis ihr platzt, dann gibt es die All-you-can-eat-Samgyeopsal-Restaurants. Ihr zahlt einen festen Betrag und könnt so viel Fleisch nachbestellen und grillen, wie ihr wollt.

Heute zeige ich euch meinen persönlichen Erfahrungsbericht aus genau so einem All-you-can-eat-Samgyeopsal-Restaurant.

All-you-can-eat Samgyeopsal – was kostet das?

💰 Preisrahmen für All-you-can-eat Samgyeopsal

Aktuell liegt der Preis pro Person bei etwa 15.000–20.000 Won (ca. 10–14 €). In diesem Preis sind Samgyeopsal, Moksal (Schweinenacken) und Doenjang-Jjigae (Sojabohnenpastensuppe) inklusive – und Fleisch könnt ihr so viel essen, wie ihr wollt.

Zum Vergleich: In einem normalen Samgyeopsal-Restaurant zahlt ihr allein für zwei Portionen schon 24.000–30.000 Won (ca. 17–21 €). Beim All-you-can-eat habt ihr euch also schon nach einer einzigen Nachbestellung rentiert.

Es gibt übrigens zwei Varianten von All-you-can-eat. Bei der einen sagt ihr dem Personal „noch mehr bitte" und die bringen euch das Fleisch. Bei der anderen funktioniert es wie ein Buffet – ihr geht selbst hin und holt euch das Fleisch. Heutzutage sind die meisten Restaurants im Buffet-Stil organisiert. Ihr geht einfach hin, nehmt euch das Teilstück, das ihr wollt, und legt so viel auf den Teller, wie ihr möchtet.

All-you-can-eat Samgyeopsal – wie ist die Fleischqualität?

Dicke rohe Samgyeopsal-Scheiben auf einem Holzbrett in einem All-you-can-eat-Restaurant

Das hier ist das Samgyeopsal, das man im All-you-can-eat-Restaurant bekommt. Es wird nicht dünn geschnitten serviert, sondern in diesen schön dicken Scheiben. Wenn ihr denkt, All-you-can-eat bedeutet automatisch papierdünnes Fleisch, dann täuscht ihr euch gewaltig. Bei dieser Dicke bleibt beim Grillen der ganze Fleischsaft drin.

Das Fleisch kommt schneller nach, als ihr essen könnt, also braucht ihr euch wirklich nicht zurückzuhalten. Aber mal ehrlich gesagt: Die Tischausstattung ist etwas bescheidener als in normalen Samgyeopsal-Restaurants. Es gibt nicht so viele verschiedene Beilagen. Trotzdem, wenn es euch um die Fleischmenge geht, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut fair. Und wenn der Laden eine gut bestückte Salatbar hat, gleicht das die fehlenden Beilagen auch wieder aus.

So sieht der Tisch aus, wenn ihr euch hinsetzt

Grundausstattung eines koreanischen Samgyeopsal-Tisches mit Grillplatte, Doenjang-Jjigae und Banhap

Wenn ihr euch hinsetzt, ist der Tisch so aufgebaut. In der Mitte steht die Grillplatte zum Fleisch braten, auf einer Seite die Doenjang-Jjigae und auf der anderen Seite der Banhap. Der Banhap ist eine Metallschale, in die man gegrilltes Fleisch und Kimchi zusammen reinlegt. Während das Fleisch auf der Platte brutzelt, blubbert daneben die Suppe vor sich hin und im Banhap garen Kimchi und Fleisch zusammen – genau dieses Zusammenspiel ist das typische Bild eines koreanischen Samgyeopsal-Restaurants.

Samgyeopsal auf die Grillplatte legen

Dicke rohe Schweinebauch-Scheiben werden mit der Zange auf die heiße Grillplatte gelegt

Sobald die Flamme an ist, geht es richtig los. Ihr nehmt die dicken Samgyeopsal-Scheiben mit der Zange und legt sie Stück für Stück auf die Platte. Kaum liegt das Fleisch drauf, fängt es an zu brutzeln und das Fett beginnt auszutreten. Daneben köchelt die Doenjang-Jjigae, der Geruch von grillendem Fleisch mischt sich mit dem Suppenduft und man bekommt sofort Hunger.

Grillplatte voll belegt mit mehreren Samgyeopsal-Scheiben – etwa zwei Portionen eines normalen Restaurants

Da es All-you-can-eat ist, könnt ihr so viel drauflegen, wie ihr wollt. Was ihr auf dem Foto seht, entspricht in einem normalen Restaurant ungefähr zwei Portionen. Dort würde euch das etwa 15 € kosten – aber beim All-you-can-eat ist das hier erst der Anfang.

Samgyeopsal perfekt grillen – so geht's

Ab hier wird es richtig wichtig. Wenn ihr in Korea Samgyeopsal wirklich lecker essen wollt, müsst ihr wissen, wie man es richtig grillt. Einfach drauflegen und irgendwann umdrehen? Da schmeckt es gleich ganz anders. Ich zeige euch Schritt für Schritt anhand der Fotos, die ich beim Essen gemacht habe.

Nicht zu früh umdrehen

Nahaufnahme von rohem Samgyeopsal auf der Grillplatte, das von unten langsam gar wird

Wenn ihr das Fleisch auf die Platte legt, kommt die Hitze sofort von unten und es sieht aus, als würde es schnell durchsein. Aber genau hier müsst ihr Geduld haben. Wenn ihr zu schnell umdreht, ist nur die Oberfläche leicht angebraten und innen ist es noch komplett roh.

Der Zeitpunkt zum Umdrehen bestimmt tatsächlich den Geschmack eures Samgyeopsals. Nachdem ihr eine Seite aufgelegt habt, solltet ihr etwa 2–3 Minuten warten. Wenn ihr den Querschnitt des Fleisches von der Seite beobachtet, seht ihr, wie sich die Farbe von unten nach oben verändert. Wenn etwa ein Drittel der Gesamtdicke die Farbe gewechselt hat und sich das Fleisch von selbst von der Platte löst – das ist der perfekte Moment zum Umdrehen. Wenn ihr es mit der Zange anheben müsst und es klebt, ist es noch zu früh.

So sieht es aus, wenn es Zeit zum Umdrehen ist

Nahaufnahme von Samgyeopsal mit goldbraun gegrillter Unterseite, fertig zum Umdrehen

Wenn die Unterseite so schön goldbraun geworden ist und etwas Fett ausgetreten ist – genau dann ist der perfekte Moment. Dreht ihr zu früh um, bekommt ihr diese knusprige Textur nicht hin. Wartet ihr zu lange, verbrennt es. Wenn die Oberfläche glänzt und gleichmäßig goldbraun ist, dann dreht um.

Mit der Schere in mundgerechte Stücke schneiden

Gegrilltes Samgyeopsal wird mit einer Schere in mundgerechte Häppchen geschnitten

Wenn beide Seiten einigermaßen durch sind, kommt jetzt die Schere zum Einsatz. Wenn ihr das dicke Stück einfach so lasst, wird es innen nicht gleichmäßig gar. In Korea ist es völlig normal, Fleisch mit der Schere zu schneiden. Beim ersten Mal wirkt das vielleicht etwas ungewöhnlich, aber wenn man es einmal ausprobiert hat, ist es viel praktischer als ein Messer.

Eine Sache müsst ihr euch unbedingt merken: In Korea darf man Rindfleisch auch etwas weniger durchgebraten essen, aber Schweinefleisch muss unbedingt komplett durchgegart sein. Wenn ihr beim Reinschneiden noch rosa Stellen seht, grillt es noch ein bisschen weiter. Die Größe auf dem Foto ist ideal, aber ihr könnt auch noch dünner schneiden, wenn ihr wollt. Je dünner, desto schneller ist es durch.

Aufschneiden, verteilen und fertig grillen

Mundgerechte Samgyeopsal-Stücke auf der Grillplatte verteilt für die gleichmäßige Fertiggarung

So schneidet ihr alles in mundgerechte Stücke und verteilt sie großflächig auf der Grillplatte. In der Mitte blubbert die Doenjang-Jjigae weiter vor sich hin und die geschnittenen Fleischstücke werden schön gleichmäßig gar. Manche Leute legen das Fleisch als ganzes Stück auf die Platte und grillen es bis zum Schluss so – aber dann verbrennt die Außenseite und innen bleibt es roh. Das Geheimnis für perfekten Geschmack: Erst beide Seiten angrillen, dann aufschneiden, verteilen und zum Schluss fertig grillen.

Samgyeopsal grillen – die Reihenfolge auf einen Blick

🔥 Grill-Reihenfolge für Samgyeopsal

1

Legt die dicken Samgyeopsal-Scheiben auf die Grillplatte. Pro Seite 2–3 Minuten warten.

2

Wenn die Unterseite goldbraun ist und sich das Fleisch von selbst löst, umdrehen.

3

Wenn beide Seiten angebraten sind, mit der Schere in mundgerechte Stücke schneiden.

4

Die Stücke großflächig verteilen und komplett durchgaren lassen.

5

Wenn kein Rosa mehr zu sehen ist, ist es fertig. Schweinefleisch immer komplett durchgaren.

Gegrilltes Samgyeopsal – wie isst man es richtig?

So, jetzt ist alles gegrillt – und jetzt wird gegessen. Aber Samgyeopsal isst man nicht einfach nur als pures Fleischstück. Wie ihr die ganzen Beilagen nutzt, die mit auf dem Tisch stehen, macht einen riesigen Unterschied im Geschmack.

🥩 In Salz + Sesamöl dippen

Das ist die klassischste Art, Samgyeopsal zu essen. Auf dem Tisch steht ein kleines Schälchen mit einer Mischung aus Sesamöl und Salz – einfach das gegrillte Fleisch eintunken und genießen. So schmeckt ihr das Fleisch selbst am intensivsten. Wenn ihr zum ersten Mal Samgyeopsal esst, fangt hiermit an.

🌿 In Salat- oder Perillablätter einwickeln

Das ist die beliebteste Art, wie Koreaner ihr Samgyeopsal essen. Ihr legt das gegrillte Fleisch auf ein Salatblatt oder ein Perillablatt (ein aromatisches koreanisches Kräuterblatt), gebt etwas Ssamjang drauf – eine Sauce aus fermentierter Sojabohnenpaste und Chilipaste, etwas salzig und würzig-scharf – und steckt euch das Ganze auf einmal in den Mund. Manche legen noch eine Knoblauchzehe oder eine Chilischote dazu. Die Frische des Gemüses gleicht das Fett des Fleisches aus und man kann einfach nicht aufhören zu essen.

🫕 Im Banhap mit Kimchi

Die Metallschale neben der Grillplatte ist der Banhap. Ihr legt Kimchi hinein und obendrauf das gegrillte Fleisch – durch die Hitze der Grillplatte gart das Kimchi mit. Wenn ihr dann das gebratene Kimchi zusammen mit dem Fleisch in einem Bissen esst, gleicht das würzig-scharfe Kimchi die Schwere des Fleisches perfekt aus. Richtig lecker ist es auch auf Reis.

🍲 Zum Abschluss: Doenjang-Jjigae + Reis

Wenn ihr mit dem Fleisch fast fertig seid, ist die Doenjang-Jjigae, die die ganze Zeit in der Mitte der Grillplatte vor sich hin geköchelt hat, genau auf den Punkt fertig. Reis rein, umrühren, essen – und das ganze fettige Gefühl nach dem Fleisch ist auf einmal weg. Koreaner beenden ihr Samgyeopsal-Essen immer genau so.

🍺 Zum Samgyeopsal gehört Soju

In Korea ist Samgyeopsal ohne Soju quasi undenkbar. Samgyeopsal + Soju ist DIE Nationalkombination der Koreaner. Wenn euch Soju zu stark ist, geht auch Bier. Es gibt sogar Somaek – eine Mischung aus Soju und Bier. Und falls ihr keinen Alkohol trinkt, passen Cola oder Sprite auch hervorragend zum Fleisch.

Das könnt ihr zum Personal sagen

In manchen All-you-can-eat-Restaurants müsst ihr das Personal direkt um Nachschub bitten. Auch wenn ihr kein Koreanisch könnt, ist das überhaupt kein Problem. Zeigt einfach die folgenden Sätze dem Personal.

Ihr sprecht kein Koreanisch? Kein Problem. Zeigt einfach diesen Bildschirm dem Personal.

삼겹살 리필 부탁해요

Nachschub Schweinebauch, bitte

🔊 sahm-gyup-sahl ree-peel boo-tahk-hae-yo


목살 리필 부탁해요

Nachschub Schweinenacken, bitte

🔊 mohk-sahl ree-peel boo-tahk-hae-yo


공기밥 하나 더 주세요

Noch eine Schale Reis, bitte

🔊 gohng-gi-bahp hah-nah duh joo-seh-yo


이모, 소주 한 병이요

Entschuldigung, eine Flasche Soju bitte

🔊 ee-mo, so-joo hahn byung-ee-yo


이모, 맥주 한 병이요

Entschuldigung, eine Flasche Bier bitte

🔊 ee-mo, maek-joo hahn byung-ee-yo


콜라 하나 주세요

Eine Cola, bitte

🔊 kohl-lah hah-nah joo-seh-yo


화장실 어디예요?

Wo ist die Toilette?

🔊 hwah-jahng-shil uh-dee-yeh-yo


계산이요

Die Rechnung, bitte

🔊 gye-sahn-ee-yo

💡 „이모 (Imo)" ist eine freundliche Anrede für das Restaurantpersonal. Wörtlich übersetzt heißt es „Tante", aber in Korea ruft man Bedienungen so an. Für männliches Personal sagt man „사장님 (Sajangnim)", was so viel wie „Chef" bedeutet.

All-you-can-eat Samgyeopsal – geht unbedingt einmal hin

Wenn ihr in Korea unterwegs seid, müsst ihr Samgyeopsal mindestens einmal probieren. Ihr braucht kein teures Restaurant zu suchen. Ein All-you-can-eat-Samgyeopsal-Laden in irgendeiner Nachbarschaft und ein Glas Soju – mehr braucht es nicht. Denn genau so essen die Koreaner nach Feierabend ihren echten Schweinebauch vom Grill.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich veröffentlicht auf https://hi-jsb.blog.

Veröffentlicht 14. März 2026 um 18:47
Aktualisiert 18. März 2026 um 06:27