KategorieCafé
SpracheDeutsch
Veröffentlicht27. April 2026 um 10:41

Café California Cheongju: Reisbrot bis spät

#Bäckerei Café#glutenfreies Brot#Reisbrot
Etwa 17 Min. Lesezeit

Im April 2026 an einem Donnerstagabend im Café California in Cheongju

Im April 2026 war ich an einem Donnerstagabend im Café California in Cheongju, und angefangen hat alles ehrlich gesagt damit, dass ich an diesem Tag viel zu lange geschlafen hatte. Als ich die Augen aufmachte, war der Nachmittag schon fast vorbei, und bis wir langsam fertig waren, war es bereits Abend. Meine ausländische Frau meinte: „Lass uns heute noch irgendwo rausfahren“, also dachte ich an ein Café. Nur hatten um diese Uhrzeit kaum noch brauchbare Orte offen. Dann fiel mir das Café California in Naesu-eup, einem eher ruhigen Ortsteil von Cheongju in der Provinz Chungcheongbuk-do, ein. Es öffnet um 10 Uhr morgens, unter der Woche bis 1 Uhr nachts, freitags und samstags sogar bis 3 Uhr. Das Problem: Von unserem Zuhause aus waren es einfache Strecke 40 km. Meine Frau bestand darauf, es als kleine Nachtfahrt zu sehen, und am Ende sind wir los. Weil das Café außerhalb der Innenstadt liegt, fühlt sich schon die Anfahrt wie eine kleine Ausfahrt aufs Land an. Ich wusste, dass es in Korea als großes Bäckerei-Café mit Reisbrot bekannt ist, aber ich war mir nicht sicher, ob um diese Uhrzeit überhaupt noch Brot übrig sein würde.

Café California bei Nacht: Ich dachte kurz, wir fahren in ein Resort

Café California in Cheongju bei Nacht mit Palmen, Beleuchtung und großem Bäckerei-Café-Gebäude
Eingang des Café California bei Nacht mit Rundbogenfenstern und Neon-Schild

Als wir nachts ankamen, war das ganze Gebäude hell beleuchtet. Kaum waren wir aus dem Auto gestiegen, blieben meine Frau und ich beide stehen. Ist das wirklich ein Café, oder sind wir gerade an einem Ferienresort angekommen? Genau so fühlte es sich an. Zwei Palmen standen links und rechts am Eingang, durch die Rundbogenfenster schimmerte das Licht der Kronleuchter, und plötzlich verstand ich, warum der Laden California heißt. Die Fassade wirkte tatsächlich so, als könnte sie irgendwo an der kalifornischen Küste stehen. Es fühlte sich weniger so an, als würde man Kaffee trinken gehen, sondern eher, als würde man in einem Urlaubshotel einchecken. Links sah man das Neon-Schild, und entlang des Steinwegs zum Eingang waren rote Blumen gepflanzt. Vom Zentrum von Cheongju fährt man etwa 15 bis 20 Minuten bis nach Naesu-eup. Es gibt drei Parkflächen mit insgesamt über 300 Stellplätzen, aber nachts war der Parkplatz fast leer. Als meine Frau sagte: „Die 40 km Fahrt haben sich schon gelohnt“, fragte ich sie, ob sie wirklich schon zufrieden sei, obwohl wir noch nicht einmal Kaffee getrunken hatten.

Neon-Schild und Rundbogeneingang des Café California mit sichtbarem Kronleuchter

Vor dem Eingang blieb meine Frau stehen und schaute eine ganze Weile nach oben. Das Neonlicht legte sich über die Wand, durch den Rundbogen sah man den Kronleuchter, und als ich davorstand, fühlte es sich fast an, als wäre ich ohne Flug am Einreiseschalter gelandet. Die Woche davor war ziemlich chaotisch gewesen. Wir waren beide müde, Tag für Tag. Aber diese paar Sekunden vor dem Eingang haben schon etwas davon gelöst. Es war wie eine kleine Auslandsreise ohne Flugticket. Ich fragte meine Frau: „Soll ich ein Foto von dir machen?“ Da stand sie schon in Pose.

Hinter der Automatiktür: ein koreanisches Bäckerei-Café mit etwa 1.650 m²

Automatiktür des Café California mit Meeresmotiv auf dem Boden und Kronleuchter im Eingangsbereich

In dem Moment, in dem sich die Automatiktür öffnete, fiel mein Blick zuerst auf den Boden. Ein blaues Meeresmotiv zog sich über den Eingang, daneben sah ein Bereich fast wie Sandstrand aus, und über uns hingen Kronleuchter. Durch die Glastür sah man schon das Licht in Richtung Theke, und allein vom Hineinschauen merkte man: Das hier ist kein kleines Nachbarschaftscafé. Meine Frau ging als Erste zielstrebig hinein, also fotografierte ich sie von hinten.

Bäckerei-Auslage im ersten Stock des Café California mit hängenden grünen Pflanzen

Nach ein paar Schritten sah ich rechts die lange Bäckerei-Auslage. Von der Decke hingen grüne Rankpflanzen herunter, und innen lagen die Brote ordentlich unter warmem Licht. Weil es schon spät war, gab es hier und da leere Stellen. Da dachte ich: Ja, so ist das eben, wenn man abends spät kommt. Trotzdem war nicht alles ausverkauft, also beschlossen wir, erst einmal eine Runde zu drehen. Tabletts und Zangen lagen vorne an der Auslage bereit. Als meine Frau sofort ein Tablett nahm, wusste ich: Brot kaufen wir heute auf jeden Fall.

Um 22 Uhr noch so viel Reisbrot, dass die Entscheidung schwerfällt

Reisbrot-Auslage im Café California um 22 Uhr mit noch gut gefüllten Brotreihen
Gekühlte Kuchenvitrine im Café California mit Erdbeer- und Mangokuchen

Als ich näher heranging, fragte ich mich kurz, ob es wirklich schon 22 Uhr war. Es war nämlich noch erstaunlich viel Brot da. Natürlich gab es im Vergleich zum Tag ein paar Lücken, aber die Regale waren immer noch so gut gefüllt, dass man als später Gast nicht enttäuscht sein musste. Auf einer Seite lagen Brote wie Toastbrot und Croissants, Kuchen und Tartes standen separat in einer gekühlten Vitrine. Dort gab es Erdbeerkuchen, Mangokuchen und sogar Kuchen mit Blumendekor. Ich hätte nicht gedacht, dass man ausgerechnet spätabends noch Auswahlstress bekommen würde. Laut Café wird hier alles als glutenfreies Brot aus 100 % Reismehl hergestellt, was für Menschen, die Weizen schlecht vertragen, ziemlich interessant sein dürfte. Ein koreanisches Bäckerei-Café in dieser Größe sieht man selbst in Korea nicht jeden Tag. Meine Frau stand lange vor der Kuchenvitrine. Als ich sagte, sie solle sich langsam entscheiden, meinte sie: „Warum ist Brot in koreanischen Cafés so schön? Das Aussuchen macht schon Spaß.“

Kuchen aus Reismehl: Mit bloßem Auge merkt man keinen Unterschied

Erdbeer-Cheesecake aus Reismehl in Nahaufnahme mit glänzenden Erdbeeren
Sahnetorte aus Reismehl mit rosa Nelken-Dekor
Erdbeer-Sahnetorte aus Reismehl mit sichtbaren Erdbeerschichten

Ich habe ein paar Kuchen aus der Nähe fotografiert, wobei ich die Bilder später ein wenig bearbeitet habe. Der erste war ein Cheesecake mit Erdbeeren, bei dem die Früchte glänzend zwischen der Creme lagen. Der zweite war eine Sahnetorte mit rosa Nelken-Dekor, und die sah so hübsch aus, dass man fast Hemmungen hätte, sie anzuschneiden. Am längsten blieb meine Frau beim dritten stehen: einer Erdbeer-Sahnetorte, bei der man durch die transparente Folie die Erdbeerschichten sehen konnte. Auch die sollen alle aus Reismehl gemacht sein. Ehrlich gesagt, nur vom Anschauen her hätte ich nicht sagen können, was daran anders sein soll als bei einem normalen Weizenkuchen. Ganze Torten lagen preislich bei 35.000 bis 38.000 Won, also ungefähr 23 bis 25 €.

Süßkartoffel-Stückkuchen für 7.800 Won mit Süßkartoffelchips als Topping
Mango-Cupcake im Glas mit vielen Mangostücken

Auch die Stückkuchen in der Vitrine habe ich mir angeschaut. Der Süßkartoffelkuchen kostete 7.800 Won, also rund 5,20 €. Auf dem Schild stand, dass auf weichem Castella-Biskuit reichlich Süßkartoffel liegt, und oben waren gelbe Süßkartoffelchips fast schon aufgehäuft. Daneben stand ein Mango-Cupcake im Glas, voll mit Mangostücken. Optisch war das weniger ein kleines Dessert als eher eine ganze Schale Obst.

Das Erdbeer-Sahnebrötchen, für das ich drei Fotos brauchte

Erdbeer-Sahnebrötchen mit Sahne, Erdbeerscheiben und Pistazien-Crumble
Erdbeer-Sahnebrötchen in Nahaufnahme mit Puderzucker und reichlich Creme
Seitliche Ansicht des Erdbeer-Sahnebrötchens mit überquellender Creme

Das hier ist ein Erdbeer-Sahnebrötchen, und es gibt einen Grund, warum ich gleich drei Fotos davon gemacht habe. Auf dem Brot im Papiertray war Sahne aufgespritzt, darüber lagen Erdbeerscheiben in einer sauberen Reihe, und auf den Erdbeeren glitzerte Pistazien-Crumble im Licht der Vitrine. Aus der Nähe sah man etwas Puderzucker auf der Brotoberfläche, und die Creme füllte den eingeschnittenen Spalt komplett aus. Meine Frau sagte sofort: „Das müssen wir kaufen.“ Ganz ehrlich, daran konnte auch ich nicht einfach vorbeigehen.

Von Reis-Croissant bis Reis-Bagel: die glutenfreie Brotauslage

Reis-Croissants und Nussbrot im Café California einzeln verpackt
Rustikale Brote und dunkelviolettes Brot mit Süßkartoffel-Optik in der Auslage
Reis-Bagel mit Sesam-Topping und violettem Teig
Glutenfreie Brotauslage im Café California mit einzeln verpacktem Reisbrot

Neben den Kuchen habe ich mir auch die Brotauslage angesehen. Dort lagen Brote, die wie Reis-Croissants aussahen, außerdem Brote mit Nüssen, alle einzeln in Plastik verpackt. Im Fach daneben lagen eher schwere, rustikale Brote in einer Reihe. Daneben fiel mir ein rötlich-violettes Brot auf, vielleicht mit Rote-Bete- oder violettem Süßkartoffelteig, jedenfalls zog die Farbe den Blick an. Reis-Bagels gab es auch. Ich sah Varianten mit Sesam und mit violettem Teig, aber die genauen Namen konnte ich nicht prüfen. Dass alles einzeln verpackt war, fand ich hygienisch gut. Ein bisschen schade war nur, dass manche Namensschilder schwer zu erkennen waren, sodass man bei einigen Broten nicht genau wusste, was man gerade auswählt.

Stückkuchen-Ecke: ab 3.800 Won

Mango-Stückkuchen für 5.800 Won mit Mangoschichten zwischen der Creme
Reis-Walnuss-Tarte für 3.800 Won mit karamellbrauner Oberfläche
Erdbeer-Stückkuchen mit vielen Erdbeeren und dicker Cremeschicht

Der Mango-Stückkuchen für 5.800 Won, also etwa 3,90 €, sprang mir sofort ins Auge. Im Anschnitt sah man Mangostücke zwischen den Cremeschichten, und auch oben lag eine ordentliche Portion Mango. Die Reis-Walnuss-Tarte daneben kostete 3.800 Won, ungefähr 2,50 €. Auf dem Schild stand, dass der Reis zu 100 % aus Korea stammt und die Walnüsse aus den USA kommen. Die Oberfläche war karamellbraun gebacken, und schon vor der Vitrine roch es angenehm nussig. Es gab auch Erdbeer-Stückkuchen, oben dicht mit Erdbeeren belegt und mit dicker Creme zwischen den Böden. Von den dreien sah der für mich am verführerischsten aus.

Weiße Erdbeer-Sahnetorte mit halber Erdbeere als Topping
Forêt-Noire-Schokoladenkuchen für 7.200 Won mit Kirsche als Topping
Fruchttarte mit Erdbeeren, Orange und Kiwi auf Creme

Der weiße Erdbeerkuchen war komplett in Sahne gehüllt, oben saß eine halbe Erdbeere, und an der Seite schimmerten in der Creme leicht die Erdbeerscheiben durch. Der Schokoladenkuchen daneben war als Forêt Noire beschriftet und kostete 7.200 Won, also etwa 4,80 €. Oben lag eine Kirsche, außen war er mit Schokoraspeln bedeckt, und er sah ziemlich intensiv aus. Zum Schluss sah ich noch eine Fruchttarte, auf deren Creme Erdbeeren, Orange und Kiwi bunt angeordnet waren. Nach einer Runde um die Vitrine waren bereits 30 Minuten vergangen.

Nicht nur Brot: Es gab sogar kleine Mahlzeiten

Bulgogi-Salatbox im Café California als leichte Mahlzeit
Hausgemachte Sandwiches gekühlt und verpackt
Garnelen-Obst-Salat mit Creme-Topping

Ich dachte erst, hier gäbe es nur Brot, aber es standen auch kleine Mahlzeiten bereit. In einem transparenten Behälter lag eine Salatbox, die nach Bulgogi aussah, also nach koreanisch mariniertem Rindfleisch. Daneben lagen hausgemachte Sandwiches gekühlt in der Vitrine. Auf der Verpackung stand, sie sollten bei 0 bis 10 Grad gekühlt und nach dem Kauf direkt gegessen werden. Das dritte sah nach einem Salat mit Garnelen und Obst aus, auf einer Seite war Creme dekorativ aufgerollt. Für jemanden, der spätabends statt einer richtigen Mahlzeit etwas Leichtes essen möchte, wäre das nicht schlecht. Wir waren allerdings gedanklich längst beim Brot angekommen und gingen daran vorbei. Meine Frau zeigte auf die Salatbox und sagte: „Dafür kommen wir nächstes Mal zum Mittagessen wieder.“ Sie plante also schon den nächsten Besuch.

Bestellung an der Theke: Americano für 6.500 Won

Theke im Café California mit digitaler Menütafel und mehreren Bestellkiosken

Nach der Bäckerei-Auslage kommt die Theke. Darüber hängen digitale Menütafeln, und davor stehen mehrere Bestellkioske. Auf der Karte waren Kaffee, Signature-Drinks, Cocktails und alkoholische Getränke getrennt aufgeführt. Dass ein Café auch Cocktails verkauft, fand ich etwas überraschend. Weil es schon Abend war, standen hinter der Theke nur ein oder zwei Mitarbeitende, aber genau deshalb mussten wir nicht anstehen und konnten direkt bestellen. Ich hatte vorher Bewertungen gelesen, in denen tagsüber allein die Getränkebestellung über 20 Minuten dauern kann. Für Spätbesucher ist das also ein klarer Vorteil. Brot bezahlt man allerdings separat an einer eigenen Kasse ganz rechts an der Theke. Das wussten wir zuerst nicht und legten es bei der Getränkebestellung mit hin, worauf uns die Mitarbeiterin lachend zur anderen Kasse schickte.

Getränkekarte im Café California mit Americano für 6.500 Won und Latte für 7.000 Won
Signature-Menü im Café California mit Einspänner, Mojito, Beifuß-Latte und schwarzem Sesam-Latte

Ich habe die Menütafel fotografiert. Ein Americano kostet 6.500 Won, also ungefähr 4,30 €, ein Café Latte 7.000 Won, also etwa 4,70 €. Für ein normales Nachbarschaftscafé wäre das schon eher teuer. Bei den Signature-Drinks gab es einen Einspänner für 7.500 Won und einen Southern-Cali-Mojito für 8.000 Won, der als alkoholfrei gekennzeichnet war. Außerdem sah ich Getränke mit traditionellen koreanischen Zutaten, zum Beispiel Beifuß-Cream-Latte und schwarzer-Sesam-Cream-Latte. Bei den Smoothies stand klein darunter, dass sie mit 100 % Obst gemacht werden. Einen Extra-Shot konnte man bei allen Getränken dazubestellen; 2 Shots für 1.000 Won fand ich in Ordnung. Als ich meine Frau fragte, was sie trinken will, machte sie erst einmal Fotos von der Karte.

Sitzplätze im ersten Stock: von Rundtischen unter Palmen bis Sofas

Sitzbereich im ersten Stock des Café California mit Palme und rundem Gartentisch
Verschiedene Sitzplätze im Café California mit gelben Stühlen, Sofas und Vorhängen am Fenster

Nach der Bestellung suchten wir uns einen Platz. Ich wusste zwar, dass das Café California ein großes Café ist, aber ich hatte nicht erwartet, dass allein der erste Stock so viel Raum hat. In der Mitte ragte eine Palme bis zur Decke, darunter stand ein großer runder Tisch. Auf dem Tisch waren Töpfe und Blumen platziert, sodass es eher wie ein kleiner Garten als wie ein normaler Cafétisch wirkte. Wenn man als Gruppe kommt, kann man sich rundherum setzen, aber auch kleinere Teams hätten genug Abstand, um sich nicht fehl am Platz zu fühlen. Überall standen kleine Zweiertische, gelbe Stühle, beige Stühle und Sofas; fast jede Sitzgruppe sah anders aus. Hinten sah man Fensterplätze mit weißen Vorhängen. Weil nachts nicht viele Leute da waren, konnten wir uns praktisch frei aussuchen, wo wir sitzen wollten. Tagsüber wäre das sicher nicht so entspannt gewesen.

Ledersofas im Café California in Braun und Beige mit Hotel-Lounge-Atmosphäre
Sofabereich und Marmortische im Café California neben dem MC Mall Store

Am Fenster standen lange Reihen von Ledersofas. Die Braun- und Beigetöne erinnerten fast an eine Hotel-Lounge. Die Sofas wirkten schwer und weich, vermutlich konnten dort bis zu vier Personen sitzen, und der Abstand zwischen den Tischen war groß genug, dass man nicht ständig die Nachbarn im Blick hatte. Weiter innen standen Marmortische mit Stühlen, und dahinter sah man einen angeschlossenen Kleidungsladen namens MC Mall, der um diese Uhrzeit bereits geschlossen war. Kaum hatte sich meine Frau aufs Sofa gesetzt, sagte sie: „Hier bleiben wir.“ Ehrlich gesagt hatte auch ich in dem Moment keine Lust mehr, noch einmal den Platz zu wechseln.

Rattan-Zweiersitz im Café California mit runden Sesseln als Fotoplatz

Neben dem MC Mall Store gab es auch einen Zweiersitz im Rattan-Stil. Die Stühle waren rund und umschlossen den Sitzenden fast ein bisschen, was optisch wirklich interessant war. Als Konzeptplatz sah das schön aus, aber ehrlich gesagt wirkte die Lehne hart und der Sitz recht eng. Für einen längeren Aufenthalt wäre es mir wohl zu unbequem. Zum Fotografieren ist der Platz gut, aber wenn man entspannt Kaffee trinken möchte, ist das Sofa von vorhin deutlich besser.

Pflanzen-Trennwand im Café California mit halb privatem Sitzbereich und Rattan-Stuhl

Solche Plätze gab es auch. Statt Wänden oder Trennwänden wurden Töpfe und kleine Bäume genutzt, um Bereiche abzuteilen. Zwischen den Pflanzen versteckte sich ein Rattan-Stuhl, fast wie in einer kleinen grünen Nische. Es war kein eigener Raum, aber durch die Blätter rundherum fühlte es sich trotzdem etwas privater an. Die Anordnung war so ungewöhnlich, dass ich eine Weile hinschaute. Hinten sah man im Schaufenster des MC Mall Stores leicht Taschen und Accessoires. Man kann hier also Kaffee trinken und nebenbei noch ein bisschen Schaufensterbummel machen.

Tablettablage im Aufzug: genau solche Details bleiben hängen

Tablettablage im Aufzug des Café California als durchdachtes Detail für Gäste

Es gibt einen Aufzug in den zweiten Stock. Kaum waren wir eingestiegen, sah ich innen eine kleine Ablage stehen. Darauf kann man das Tablett abstellen, damit Getränke und Brot nicht wackeln oder verschüttet werden, während der Aufzug fährt. Bei solchen Details denkt man wirklich: Das hat jemand geplant, der den Ablauf selbst kennt. Meine Frau stellte das Tablett darauf und sagte: „Wer hat sich das ausgedacht? Ein Genie?“ Ich meinte zwar, das sei ein bisschen übertrieben, aber innerlich war ich auch beeindruckt.

Der Blick vom zweiten Stock über das Café California

Blick vom zweiten Stock des Café California auf den ersten Stock mit Rankpflanzen und Gitterstruktur

Im zweiten Stock ist die Mitte offen, sodass man direkt auf die Bäckerei-Auslage im ersten Stock hinunterschauen kann. Rankpflanzen hängen über eine Gitterstruktur, darunter liegen die Brotauslagen und Sitzbereiche, an denen wir vorher vorbeigelaufen waren. Von oben merkt man erst richtig, wie groß dieses Café ist. Durch die hohe Decke fühlt sich der Raum überhaupt nicht eng an. Meine Frau lehnte am Geländer, schaute nach unten und sagte: „Von hier oben ist es noch schöner.“ Und ja, die Größe, die man unten nur Stück für Stück wahrnimmt, bekommt man im zweiten Stock auf einmal komplett zu sehen.

Antike Stühle im zweiten Stock des Café California mit rosa Sitzkissen und gelbem Holzstuhl
Grüner runder Tisch im zweiten Stock des Café California mit roten, grauen und gelben Stühlen
Zweiertische am Geländer im zweiten Stock des Café California mit Blick auf die Palme im ersten Stock
Langer Holztisch im zweiten Stock des Café California mit Ring-Kronleuchter und Ausstellungsbereich

Die Sitzbereiche im zweiten Stock hatten je nach Zone komplett unterschiedliche Stimmungen. Am Fenster standen antike Stühle mit Tiermotiven, rosa Sitzkissen und gelbe Holzstühle an einem Tisch, aber nichts wirkte wie ein fertiges Set. Daneben gab es einen grünen runden Tisch mit roten, grauen und gelben Stühlen, als hätte jemand absichtlich nichts zusammenpassen lassen. Am Geländer standen schlichte Zweiertische, von denen aus man durch die Glasbrüstung auf die Palme im ersten Stock blickt. Für zwei Personen, die ruhig sitzen möchten, ist das ein schöner Platz. Weiter innen standen ein langer Holztisch, weiße Stühle mit geschwungener Form und ein ringförmiger Kronleuchter an der Decke. Hier kippte die Atmosphäre wieder komplett. Hinter den Vorhängen sah man auch einen kleinen Ausstellungsbereich mit Bildern. Meine Frau fragte: „Sind koreanische Cafés alle so? Wenn man hier nur den zweiten Stock umrundet, fühlt es sich an, als hätte man vier oder fünf Cafés besucht.“ Das war nicht einmal übertrieben.

Maru-Sitzplätze im Ondol-Stil: koreanische Bodenkultur im Café

Maru-Sitzbereich im zweiten Stock des Café California mit Holzboden, Kissen und Ondol-Stil
Maru-Sitzplatz im Café California mit niedrigen Tischen als Familienbereich

Weiter innen im zweiten Stock gab es auch Maru-Sitzplätze, also einen Bereich mit Holzboden, auf den man ohne Schuhe steigt. Er erinnert an Ondol, die traditionelle koreanische Fußbodenheizungskultur, nur hier als Café-Sitzbereich umgesetzt. Es standen niedrige Tische darauf, dazu Sitzkissen. Man kann die Beine ausstrecken und bequem sitzen, was besonders für Familien mit Kindern praktisch sein dürfte. Um diese Uhrzeit war niemand dort, also wirkte der Bereich sehr großzügig. Tagsüber müsste man für so einen Platz wahrscheinlich früh kommen. Meine Frau fragte: „Sollen wir hier essen?“ Aber wir hatten uns schon unten auf dem Sofa eingerichtet, also schauten wir uns den Bereich nur an und gingen wieder hinunter.

Reis-Baguette mit Lauch, Einspänner und Brown-Cheese-Macchiato

Kassenbon des Café California mit Reis-Lauch-Baguette, Brown-Cheese-Macchiato und Einspänner

Bestellt hatten wir ein Reis-Baguette mit Daepa, also koreanischem Lauch, dazu einen iced Brown-Cheese-Macchiato und einen iced Einspänner. Auf dem Bon stand 20:44 Uhr als Bestellzeit. Wir hatten also ziemlich viel Zeit damit verbracht, erst die Bäckerei anzuschauen und dann noch in den zweiten Stock zu gehen.

Zwei Getränke und Reis-Lauch-Baguette auf einem Holztablett im Café California auf grünem Tisch

Wir brachten die beiden Getränke und das Reis-Lauch-Baguette auf einem Holztablett zu unserem Platz. Auf dem grünen Holztisch sah das Ganze fast schon wie eine kleine Szene aus. Das Reis-Lauch-Baguette hatte einen dunklen Teig, darauf waren Daepa, also die große koreanische Lauchzwiebel, und geschmolzener Käse. Schon durch die Plastikverpackung kam ein herzhafter Duft.

Iced Einspänner im Doppelwandglas mit Espresso und weißer Creme für 7.500 Won

Der Einspänner kam in einem doppelwandigen Glas. Unten lag dunkler Espresso, oben darauf eine dicke Schicht weiße Creme. Optisch wirkte er seine 7.500 Won, also ungefähr 5 €, durchaus wert. Die Creme war allerdings ziemlich süß, deshalb könnte er für Leute, die den bitteren Kaffeegeschmack mögen, etwas polarisieren. Für mich war er in Ordnung.

Brown-Cheese-Macchiato im hohen Glas mit braunen Käsebröseln als Topping

Der Brown-Cheese-Macchiato kam in einem hohen Glas, oben lagen reichlich braune Käsebrösel. Bevor ich umrührte, probierte ich einen Schluck. Zuerst kam ein nussiger, leicht salziger Geschmack, danach der Kaffee darunter. Meine Frau nahm einen Schluck und sagte sofort: „Der gehört jetzt mir.“ Also tauschten wir gegen den Einspänner.

Als ich das Reis-Lauch-Baguette in zwei Hälften brach, stieg sofort der Duft von Daepa auf. Außen war es knusprig, innen aber zäh-elastisch, fast chewy, und dadurch deutlich anders als ein Weizenbaguette. Der Käse war zwischen dem Lauch geschmolzen, sodass sich salzige und nussige Aromen abgewechselt haben. Ich gab meiner Frau ein Stück, und sie hörte mitten beim Kauen auf und fragte: „Ist das wirklich aus Reis gemacht?“ Ich dachte genau dasselbe.

Rund 14 bis 16 € zu zweit und zwei ehrliche Kritikpunkte

Für ein Brot und zwei Getränke lagen wir zu zweit ungefähr im niedrigen 20.000-Won-Bereich, also grob bei 14 bis 16 €. Wenn man die Größe des Cafés und die Atmosphäre bedenkt, fühlte sich das nicht zu teuer an. Perfekt war es trotzdem nicht. Zwei Dinge fand ich etwas schade.

① Keine Rückgabestation im zweiten Stock

Wenn man im zweiten Stock gegessen hat, muss man die benutzten Becher und das Tablett selbst zur Rückgabestation im ersten Stock bringen. Man fährt also mit dem Aufzug runter, gibt alles ab und müsste bei Bedarf wieder hoch. Eine Rückgabestation im zweiten Stock wäre deutlich bequemer gewesen.

40 km bis zum Café California: der Abschluss einer Nachtfahrt

Als wir wieder nach draußen gingen, war die Nachtluft kühl. Eigentlich hatten wir nur nach einem Café in Cheongju gesucht, das spätabends noch geöffnet ist. Am Ende war es gerade wegen der Nacht schöner. Auf dem Weg zum Parkplatz sagte meine Frau: „Nächstes Mal kommen wir tagsüber und schauen uns von Anfang an an, wie das Brot rauskommt. Koreanische Bäckereien machen schon beim Anschauen Spaß.“ Ich fragte, ob sie wirklich wieder 40 km einfache Strecke fahren wolle. Sie fragte zurück: „War das Fahren heute anstrengend?“ Wenn man mich so fragt: ehrlich gesagt nein. Auf dem Rückweg lief das Radio, und wir redeten beide kaum. Aber es war kein unangenehmes Schweigen, sondern diese ruhige Stille, die entsteht, wenn beide zufrieden sind. Für eine 40-km-Nachtfahrt zum Café California war das ein ziemlich guter Tag.

Veröffentlicht 27. April 2026 um 10:47
Aktualisiert 15. Mai 2026 um 01:50