
Frühstück unterwegs: neue Raststätte Gimje
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Von Daejeon nach Shinan: ein Morgen auf der Saemangeum-Pohang-Autobahn
Am 4. Mai 2026 war ich mit dem Auto von Daejeon nach Shinan unterwegs. Meine Frau und ich wollten nach Shinan fahren, und ungefähr anderthalb Stunden nach der Abfahrt meldete sich langsam der Hunger. Wir fuhren gerade auf der Saemangeum-Pohang-Autobahn, als ich das Schild zur Raststätte Gimje sah und direkt abbog. Während wir hineinfuhren, erklärte ich meiner Frau, die aus dem Ausland kommt, wie koreanische Autobahnraststätten so funktionieren. Das Gebäude sah auf den ersten Blick auffallend neu aus.


Erster Eindruck von der Raststätte Gimje
Die Raststätte Gimje ist eine neu gebaute Rastanlage an der Saemangeum-Pohang-Autobahn. Das Dach ist rund und geschwungen gestaltet; angeblich soll das Design eine Reiskorn- beziehungsweise Reisährenform aus der Region Gimje aufgreifen. Gemeint ist dabei ein Reiskorn, das noch in der Hülle steckt, ein Motiv, das in Gimje als bekannte Reisregion oft symbolisch verwendet wird. Der Parkplatz war in Bereiche für Pkw und Lkw aufgeteilt, und gegen 7 Uhr morgens gab es noch mehr als genug freie Plätze. Der Asphalt war tiefschwarz und die Parkplatzmarkierungen leuchteten noch richtig frisch, also war ziemlich klar, dass hier erst vor Kurzem neu gepflastert wurde.
Schnelle Snacks direkt vor dem Gebäude


Links und rechts vom Eingang standen mehrere Stände mit frisch zubereiteten Snacks. Bei koreanischen Autobahnraststätten ist dieser Aufbau ziemlich typisch: Bevor du überhaupt ins Gebäude gehst, kannst du draußen schon etwas Kleines zum Essen kaufen. An diesem Tag habe ich in der Raststätte Gimje diese Preise gesehen, Stand Mai 2026: Hotdog 2,00–3,00 €, Sotteok-Sotteok 2,30–3,00 €, Walnussküchlein 2,00–3,30 €, Eomuk-Spieß 0,70–1,30 €, kleine Kartoffeln 2,00–2,70 €, direkt gegrillter Tintenfisch 3,30–5,30 €, Tteokbokki 2,70–3,30 €. Eomuk ist eine gegarte Fischpaste aus zerkleinertem Fischfleisch, und Sotteok-Sotteok ist ein Spieß, bei dem Würstchen und Reiskuchen abwechselnd aufgesteckt sind.

Auf einer Seite gab es auch eine kleine Bäckerei namens Cheongju Omelette. Wenn man dort bestellt, wird alles sofort zubereitet und kommt nach etwa 3 bis 5 Minuten heraus. Eine ganze Kartoffel kostete ungefähr 3,30 €, die Maisbällchen lagen bei etwa 2,50 €. Wir wollten aber im Speisebereich richtig frühstücken, deshalb haben wir draußen nur kurz geschaut und sind weitergegangen.
Im Gebäude: Café, Mini-Markt und Bestellkioske




Wenn man ins Gebäude hineinkommt, liegt links ein Pascucci-Café. Dort werden beim Venti-Format 24-Unzen-Becher verwendet, aber zu dieser Uhrzeit sind wir einfach daran vorbeigegangen. Gegenüber befand sich ein GS25-Mini-Markt, wo man Getränke oder kleine Snacks kaufen konnte. Wenn man dem Gang weiter nach innen folgt, kommen der Speisebereich und die Bestellkioske.

Die meisten koreanischen Autobahnraststätten nutzen inzwischen dieses automatische Bestellsystem. Man tippt auf dem Bildschirm das gewünschte Menü an, bezahlt mit Karte und bekommt dann einen Bon mit einer Abholnummer. Wichtig ist: Bargeld geht nicht, es ist nur Kartenzahlung möglich. Wenn ein Bereich schon geschlossen ist, steht auf dem Bildschirm des Kiosks „geschlossen“. Vor dem Bestellen sollte man also zuerst auf den Bildschirm schauen.
Ramen-Automat und Selbstbedienungsautomat für Gukbap

Neben dem Speisebereich stand ein unbemannter Ramen-Automat. Das heiße Wasser kommt direkt aus dem Automaten, deshalb kann man sich ohne Personal selbst eine Portion Ramen zubereiten. Auf der Menü- und Preisliste standen, Stand Mai 2026 inklusive Behälter, Jin Jjamppong 3,00 €, Jin Ramen mild oder scharf 3,00 €, Seoul Ramen 2,70 €, Yeol Ramen 2,70 €, Ojingeo Jjamppong 3,00 €, Ansungtangmyun 2,70 €, Bibimmyeon 2,70 €, Ssalnam-Bokkeummyeon 3,00 €, Chapagetti 3,00 €. Saewootang war ausverkauft. Wenn man dieselben Instantnudeln im Mini-Markt kauft, kosten sie etwa 1,00–1,30 €. Hier zahlt man also den Behälter und das heiße Wasser mit, gefühlt ist es zwei- bis dreimal so teuer.


Direkt neben dem Ramen-Automaten stand auch ein Selbstbedienungsautomat für Gukbap. Gukbap ist ein koreanisches Suppengericht, bei dem Reis in eine warme Suppe oder Brühe gegeben wird. An diesem Automaten gab es unter anderem Yukgaejang für 6,00 €, Seolleongtang für 6,70 € und Kkori-Gomtang für 7,30 €. Ehrlich gesagt fand ich den Preis ziemlich sportlich, zumal es nicht einmal von einem Mitarbeiter frisch gekocht wird. Im Vergleich zu den regulären Menüs im Speisebereich waren manche Gerichte ähnlich teuer oder sogar teurer. Genau dieser Punkt war für mich klar ein Minus.
Frühstück im Speisebereich bestellen



Der Speisebereich war in koreanische Gerichte, Udon und Ramen sowie westliche Küche aufgeteilt. Bei den koreanischen Gerichten hingen Menüs wie Cheongbori-Hanwoo-Gukbap für 7,30 €, Okgol-Sundubu-Jjigae für 9,30 € und Schweinefleisch-Kimchi-Jjigae nach Namdo-Art für 6,30 €. Im Udon- und Ramen-Bereich sah ich Katsuo-Yubu-Udon für 5,00 €, günstiges Udon für 3,70 € und ein Tonkatsu-Udon-Set für 8,00 €. Insgesamt lagen die Preise bei 3,70–9,30 €. Essen in koreanischen Autobahnraststätten ist meistens teurer als in einem Restaurant in der Stadt, daher war das noch im erwartbaren Rahmen.
Allerdings konnte man gegen 7 Uhr morgens nicht alle Menüs bestellen. Einige Bereiche waren noch nicht fertig vorbereitet, wodurch die Auswahl deutlich kleiner wurde. Udon ist an koreanischen Autobahnraststätten fast überall ein Standardgericht, das rund um die Uhr verfügbar ist, und auch zu dieser Zeit ging es. Chueotang war zum Glück ebenfalls schon offen. Auch bei Kimchi-Jjigae schien eine Bestellung möglich zu sein, aber darüber hinaus war die Auswahl ziemlich eingeschränkt. Meine Frau und ich standen eine ganze Weile vor der Menütafel, und am Ende entschied sie sich für Chueotang, während ich Udon nehmen wollte.


Am Kiosk bezahlte ich Abalone-Eomuk-Spieß-Udon für 4,70 € und I Hae-yun Chueotang für 7,30 €, inklusive Mehrkornreis also insgesamt 12,00 €. Es war 7:27 Uhr morgens. Nach dem Bezahlen kommt ein Bon mit Abholnummer heraus, und damit wartet man vor dem jeweiligen Ausgabebereich, bis die Nummer aufgerufen wird. Während ich aber kurz auf der Toilette war, hatte meine Frau die Gerichte vertauscht. Als ich zurückkam, stand auf meinem Platz Chueotang und auf ihrem Platz Udon. Tja, da blieb mir nichts anderes übrig: Ich habe dann Chueotang gegessen.
Abalone-Eomuk-Spieß-Udon und I Hae-yun Chueotang



Das Abalone-Eomuk-Spieß-Udon bestand aus klarer Brühe, Udon-Nudeln, einem Eomuk-Spieß und ein paar kleinen Stücken Abalone obendrauf. Die Menge war ordentlich, und bei 4,70 € konnte man sich nicht groß beschweren. Trotzdem war die tatsächliche Menge an Abalone für ein Gericht mit „Abalone“ im Namen ziemlich mager. Das war schon etwas schade.


Chueotang ist eine traditionelle koreanische Suppe, die mit gemahlenen Schmerlen gekocht wird. Typisch sind eine eher dicke Konsistenz und ein herzhafter, erdiger Geschmack. Der I Hae-yun Chueotang, den ich an diesem Tag gegessen habe, war insgesamt aber ziemlich mild. Der Geschmack war nicht besonders kräftig, und für 7,30 € wirkte die Zusammenstellung auch nicht außergewöhnlich.


Der dazu servierte Mehrkornreis bestand aus weißem Reis, gemischt mit Gerste, Bohnen und Sorghum. In Korea gilt so etwas als eher gesundes Essen. Als Beilagen gab es Chinakohl-Kimchi und Kkakdugi. Kkakdugi ist eine Kimchi-Art aus gewürfeltem Rettich, der mit rotem Chilipulver gewürzt wird. Zu Suppengerichten passt das gut, weil es die Schwere der Brühe etwas ausgleicht. Beides waren einfache Standardbeilagen, dafür wurde also nichts extra berechnet.
Nach dem Essen: Selbst zurückbringen und Wasser holen


In den Speisebereichen koreanischer Autobahnraststätten muss man nach dem Essen das Geschirr selbst zurückbringen. Löffel und Essstäbchen legt man separat in die Besteckrückgabe, Schüsseln und Tabletts bringt man zum Rückgabebereich für Geschirr. In Selbstbedienungsbereichen ist es in Korea ganz normal, seinen Platz selbst aufzuräumen.

In der Nähe stand ein kostenloser Wasserspender, sodass man sich jederzeit Wasser holen konnte. Für übrig gebliebene Ramen-Brühe gab es sogar einen eigenen Sammelbehälter. Meine Frau meinte: „Sauber und gut.“ Vielleicht lag es am neuen Gebäude, aber auch rund um die Rückgabestation und den Wasserspender war alles ordentlich gepflegt.
Ein Vanille-Latte im Café Sagwadang

Nach dem Essen gingen wir für einen Kaffee wieder nach draußen, und dort stand ein kleines Café namens Sagwadang. Es liegt in Richtung Ausgang der Raststätte Gimje, und die handschriftlich wirkende Beschriftung fiel sofort ins Auge. Wie der Name schon andeutet, verkauft Sagwadang auch Desserts mit Apfel als Hauptzutat. Apfelkuchen war als typisches Menü angeschrieben. Eigentlich wollte ich nur Kaffee trinken, aber beim Blick auf die Karte kam ich kurz ins Grübeln.
Brote und Gebäck im Café anschauen




Im Café lagen einzeln verpackte Brote und Gebäcke auf Holztabletts. Auf einer Seite standen viele Soboro-Brote, daneben sah ich auch ein rundes Schokobrot mit kreuzförmigem Einschnitt. Soboro ist ein koreanisches Brot, bei dem oben eine knusprige Streuselschicht aus Butter, Zucker und Mehl mitgebacken wird. Ein Vollkorn-French-Roll kostete 2,30 €, es waren aber nur noch zwei Stück übrig. Der kleine Roggen-Apfelkuchen kostete 1,30 € und hatte oben eine lilafarbene süße Bohnenpaste als Topping. Der Vanille-Apfelkuchen kostete ebenfalls 1,30 €, mit dicker Vanillecreme zwischen Croissant-Teig, und auf dem Nährwertetikett standen 206 Kalorien. Kurz überlegte ich, ob ich doch noch Gebäck kaufen sollte, aber nach dem Frühstück im Speisebereich waren wir schon satt. Also bestellte ich nur ein Getränk.

Ich bestellte einen Vanille-Latte auf Eis. Den genauen Preis weiß ich nicht mehr. Um den Becher steckte eine grüne Hülle, und darauf war das Logo von „Bean & Bread Cafe“ gedruckt. Es sah so aus, als würde Sagwadang unter dieser Marke betrieben. Oben war die Milchschicht, unten die dunklere Espressoschicht klar getrennt, also machte ich vor dem Umrühren erst einmal ein Foto. Geschmacklich war es ein ganz normaler, solider Vanille-Latte.
Außenpark und Terrasse der Raststätte



Vor dem Café standen Tische im Freien, dahinter lagen ein Spazierweg und ein kleiner Parkbereich. Mit Holzbänken, Sonnenschirmen und sogar einem halbrunden Unterstand mit Glasdach wirkte es eher wie der Garten eines Cafés als wie eine Autobahnraststätte. Die Bäume waren noch junge Setzlinge, die an Stützen gebunden waren. Man merkte sofort, dass der Ort noch nicht lange eröffnet war.
In Korea wird bei neu gebauten Autobahnraststätten inzwischen ziemlich viel Wert auf solche Außenanlagen gelegt. Es geht nicht mehr nur darum, kurz das Auto abzustellen und zur Toilette zu gehen, sondern darum, einen Ort zu schaffen, an dem man wenigstens kurz durchschnaufen kann. Natürlich sind nicht alle Raststätten so. Auf älteren Strecken gibt es immer noch Anlagen mit in die Jahre gekommenen Einrichtungen, und manche werden gerade renoviert. Aber bei neuen Autobahnabschnitten kann man ungefähr mit diesem Niveau rechnen.
Ich saß eine Weile mit dem Vanille-Latte in der Hand draußen. Der kühle Wind Anfang Mai und die angenehme Sonne machten es ehrlich gesagt ein bisschen schwer, direkt wieder aufzubrechen. Meine Frau drängelte langsam, dass wir weiterfahren sollten, also stand ich auf.


Ein kurzer Blick über den Parkplatz
Der Parkplatz ist im Vergleich zum Gebäude recht groß. Auf einer Seite stand ein Werbebanner für den Sagwadang-Kaffee, dahinter war das Dach der Tankstelle zu sehen. Im Lkw-Bereich standen große Lastwagen in einer Reihe, aber im Pkw-Bereich waren noch viele Plätze frei. Moderne koreanische Autobahnraststätten planen tendenziell großzügigere Parkflächen ein, sodass selbst an Feiertagen oder langen Wochenenden etwas weniger Parkstress entsteht. Ein weiterer Vorteil: Das Gebäude liegt ziemlich mittig im Parkplatz, daher ist der Fußweg kurz, egal auf welcher Seite man parkt.
Beim Verlassen der Raststätte Gimje
Nach Frühstück und Kaffee waren wir insgesamt etwa 40 Minuten in der Raststätte Gimje. Da die Saemangeum-Pohang-Autobahn noch relativ neu ist, waren die Anlagen selbst sauber und angenehm. Ganz ohne Kritik blieb der Besuch aber nicht. Die Preise im Speisebereich waren insgesamt eher hoch, und besonders die Selbstbedienungsautomaten für Ramen und Gukbap fand ich etwas fragwürdig: Es kocht niemand aktiv für dich, trotzdem kosten sie ähnlich viel wie normale Gerichte im Speisebereich oder sogar mehr. Dazu kam die eingeschränkte Menüauswahl am Morgen, wodurch man nicht frei wählen konnte, worauf man eigentlich Lust hatte.
Trotzdem sind die typische Sauberkeit eines Neubaus, der Außenpark mit Terrassensitzen und die Brotauswahl im Café Sagwadang Dinge, die man in älteren Raststätten nicht so leicht findet. Die Raststätte zeigt gut, wie sich koreanische Autobahnraststätten von reinen Zwischenstopps zu Orten entwickeln, an denen man wirklich kurz Pause machen kann. Bis Shinan lag noch ein gutes Stück Strecke vor uns, deshalb konnten wir nicht länger sitzen bleiben. Ich warf den leeren Latte-Becher in den Mülleimer und fuhr wieder auf die Autobahn.