
Hollys Coffee um 4 Uhr | 24-Stunden-Café in Korea
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4 Uhr morgens: Ein koreanisches 24-Stunden-Café im Regen
Es war 4 Uhr morgens und es hat geregnet. Ich konnte nicht schlafen, habe mich noch ein bisschen im Bett gewälzt und dann zu meiner Frau gesagt: „Wollen wir raus?“ Sie ist sofort aufgestanden. Wir haben uns beide einfach schnell irgendwas übergeworfen und sind los. Aber wohin um diese Uhrzeit? Und dann haben wir das Licht von Hollys Coffee gesehen. Der Laden hatte 24 Stunden geöffnet.

Das Licht aus dem Laden hat sich auf dem nassen Boden gespiegelt, und die Stimmung war wirklich gut. Auf einer komplett leeren Straße mitten in der Nacht nur dieses hell leuchtende Café zu sehen, hat irgendwie sofort die Laune gehoben. Viele wissen vielleicht gar nicht, dass es in Korea 24-Stunden-Cafés gibt. Super häufig sind sie nicht, aber in Großstädten tauchen sie immer mal wieder auf. Wichtig ist nur: Nicht jede Hollys-Filiale hat rund um die Uhr geöffnet, dieser Laden hier war eher ein Sonderfall. Wenn du auf einer Korea-Reise nachts irgendwo Zeit überbrücken musst, kann so ein Ort echt nützlich sein.
So funktioniert die Kiosk-Bestellung im koreanischen Café


Direkt nach dem Reingehen stand da der Kiosk. In Korea ist Bestellen am Kiosk inzwischen fast Standard, egal ob im Café oder im Restaurant. Bei Hollys genauso. Du wählst am Bildschirm dein Menü aus und zahlst dann direkt mit Karte oder per mobilem Bezahlen. Bargeld geht am Kiosk nicht. Dort werden nur Karten- und Mobile-Zahlungen akzeptiert. Wenn der Kiosk für ältere Leute zu kompliziert ist oder jemand nur Bargeld dabeihat, kann man aber auch direkt am Counter bestellen. Das Personal hilft dann weiter, also kein Grund zur Sorge.
Hollys-Coffee-Menü, Preise und Sprachoptionen

Das ist der Bildschirm vom Kiosk. Die Getränke werden mit Fotos angezeigt, was ziemlich praktisch ist. Es gibt auch mehrere Sprachen, also können selbst Leute ohne Koreanischkenntnisse problemlos bestellen. Oben auf dem Bildschirm kann man über kleine Flaggen die Sprache wechseln. Die Preise lagen bei 3,00 € für einen Americano, 3,30 € für einen Café Latte und 4,00 € für einen Vanilla Delight. Für ein koreanisches Franchise-Café ist das ziemlich durchschnittlich. In etwa auf Starbucks-Niveau oder leicht günstiger. Falls du Hollys gar nicht kennst: Die Marke gilt als Koreas erste Espresso-Café-Kette und wurde 1998 in Gangnam in Seoul gegründet. Damit war sie sogar ein Jahr früher da als die erste koreanische Starbucks-Filiale. Inzwischen gibt es landesweit knapp 500 Filialen. Im Vergleich zu Starbucks oder A Twosome Place ist das nicht übermäßig viel, deshalb gibt es sogar unter Leuten, die schon viele koreanische Cafés ausprobiert haben, einige, die überraschenderweise noch nie bei Hollys waren. Ich selbst gehe auch häufiger zu Starbucks oder Twosome, aber Hollys hat immer irgendwie eine etwas andere Stimmung, deshalb suche ich es manchmal ganz bewusst auf.
Vor Ort trinken oder mitnehmen? Einwegbecher-Regeln in Korea

Wenn du alle Sachen ausgewählt hast, erscheint dieser Bildschirm. Dort musst du angeben, ob du die Getränke mitnehmen willst oder im Café trinkst. Das ist nicht nur eine Formsache. In Korea ist die Verwendung von Einweg-Plastikbechern im Laden gesetzlich eingeschränkt. Wenn du „vor Ort“ auswählst, bekommst du dein Getränk also in einer Tasse oder in einem wiederverwendbaren Becher. Einwegbecher gibt es nur bei „To go“. Wichtig ist: Du solltest nicht „Mitnehmen“ anklicken, dir einen Einwegbecher geben lassen und dann trotzdem im Laden sitzen bleiben. Für das Café kann das ein Bußgeld bedeuten. Ich habe schon einige ausländische Reisende gesehen, die davon beim ersten Korea-Besuch überrascht waren. Wenn du vor Ort trinken willst, wählst du einfach die Option für den Laden. Und wenn du später doch rausmusst, kann das Personal das Getränk am Counter in einen Einwegbecher umfüllen.
Hollys Coffee Dessert: Mein ehrlicher Eindruck nach dem Probieren

Das ist die Pure Milk Roll Cake, die meine Frau bestellt hat. Außen ein weicher, kastellaartiger Biskuit, innen ordentlich gefüllt mit milder Sahnecreme aus Milch. Süß, aber nicht schwer oder fettig, eher leicht und angenehm. Mit Kaffee zusammen hat das gut gepasst. Aber für 3,90 € fand ich die Portion ehrlich gesagt ziemlich teuer. Im Vergleich zu einer Roll Cake aus dem Convenience Store schmeckt sie auf jeden Fall besser, aber wenn man bedenkt, dass der Preis fast dreimal so hoch ist, kommt man schon ins Grübeln.
Hollys Dolce Latte: Kondensmilch-Latte, wie man ihn erwartet


Meine Frau hat einen Dolce Latte bestellt. Das ist ein Latte mit Espresso und Kondensmilch, und bei Hollys ist das schon seit langer Zeit ein ziemlich beliebtes Getränk. Die Süße der Kondensmilch vermischt sich mit dem Kaffee zu einer weichen, runden Süße, aber so süß, dass es unangenehm wird, ist es nicht. Wir haben ihn kalt bestellt, und die Kondensmilch hatte sich am Boden abgesetzt. Deshalb gilt: vor dem Trinken unbedingt gut umrühren. Sonst ist es oben wässrig und unten viel zu süß. Genau diesen Fehler hat meine Frau gemacht. Nach dem ersten Schluck kam sofort ein „Warum schmeckt das so komisch?“. Erst nach dem Umrühren war sie zufrieden.
Mint Choco Hollichino: Die Wahl fürs Minzschoko-Team


Ich habe mir einen Mint Choco Hollichino bestellt. Hollichino ist bei Hollys einfach der Name für ihre blended drinks, also im Grunde ein slushiger Mix aus Eis und Getränk. Oben drauf lag ordentlich Schlagsahne, und in dem hellmintfarbenen Drink waren kleine Schokostückchen zu sehen. Der Minzgeschmack war nicht extrem stark, sondern eher mild, deshalb dürfte das selbst für Leute okay sein, die Minzschokolade noch nie probiert haben. In Korea ist Minzschokolade ja so ein richtiges Lager-Thema. Es gibt das Minzschoko-Team und das Anti-Minzschoko-Team. Dieses gegenseitige Sticheln ist inzwischen fast schon ein kleines Popkultur-Spiel geworden. Ich gehöre klar zum Minzschoko-Team, also bestelle ich so etwas sowieso fast automatisch. Wenn ich das Foto einem Freund schicken würde, der Minzschoko hasst, käme garantiert sofort ein „Wie kann man sowas trinken?“. Genau das macht es irgendwie wieder lustig.

Das ist übrigens die Roll Cake von eben, nachdem wir schon ein Stück gegessen hatten. Schau dir mal den Anschnitt an. Da ist fast mehr Creme als Kuchen drin. Wenn du mit der Gabel reingehst, läuft zuerst die Creme raus. Geschmacklich war sie echt okay. Aber sie kostet eben 3,90 € und ist nach zwei oder drei Bissen praktisch weg. Für einen süßen Happen mitten in der Nacht war das nicht schlecht, aber ob ich sie noch mal bestellen würde? Eher fraglich. Für das Geld würde ich wahrscheinlich lieber noch ein Getränk nehmen.
Die Kuchenvitrine bei Hollys Coffee: Dessertpreise im Überblick


Ich habe mir auch die Kuchen in der Vitrine angeschaut. Die Tiramisu So Sweet Box kostete 4,20 €, die Cookies-and-Cream-So-Sweet-Box ebenfalls 4,20 €. Das Party Pack lag bei 21,90 €. Das sind Dessertboxen mit vier Stücken, und in dem Moment musste ich sofort an A Twosome Place denken. Dort gibt es auch viele verpackte Kuchenstücke in solchen Boxen, und bei Hollys scheint man inzwischen in eine ähnliche Richtung zu gehen. Koreanische Franchise-Cafés bauen ihr Dessertangebot immer stärker aus, weil Kaffee allein als Geschäftsmodell längst nicht mehr reicht. Das ist kein reines Hollys-Thema, sondern ein Trend auf dem gesamten koreanischen Cafémarkt. An dem Abend war ich schon satt und konnte nichts mehr bestellen, aber beim Tiramisu dachte ich direkt: Das probiere ich beim nächsten Mal auf jeden Fall.
Miffy-Kollabo-Kuchen und saisonale Cafémenüs in Korea

Das hier ist die Miffy Mango Cream Cake für 4,20 €. Hollys hatte gerade eine Kollaboration mit der Figur Miffy, deshalb saß oben auf dem Kuchen diese kleine Miffy-Deko. Falls jemand Miffy nicht kennt: Das ist ein Häschen-Charakter aus den Niederlanden. In Korea ist die Figur ziemlich beliebt. Zwischen den Cremeschichten konnte man auch deutlich Mangostücke sehen, und optisch sah der Kuchen wirklich süß aus.

Das ist die Miffy Matcha Choux Cream Cake, auch für 4,20 €. Der Matcha-Biskuit war schön sattgrün, deshalb sah der Anschnitt richtig gut aus. Oben war Matchapulver darübergestreut und die Cremeschichten waren ziemlich dick. Matcha ist in koreanischen Café-Desserts im Moment wirklich überall. Nicht nur bei Hollys, sondern auch bei Starbucks, Twosome und sogar in unzähligen kleinen Einzelcafés findest du fast immer mindestens ein Matcha-Menü.

Milk Crepe Cake, ebenfalls 4,20 €. Sie besteht aus vielen dünnen Crêpe-Schichten, die übereinandergestapelt sind. Wegen der Spiegelung von der Vitrinenbeleuchtung ist das Foto leider nicht ganz sauber geworden. Trotzdem fand ich interessant, wie selbstverständlich man in Korea selbst in Franchise-Cafés solche Crêpe Cakes sieht. Als ich früher in Bangkok gelebt habe, musste ich für so etwas oft extra gezielt in ein Dessertcafé gehen. In Korea steht das einfach in der Vitrine einer Kette. Die geschichtete Textur ist ganz anders als bei normalem Kuchen, und genau dieses Schicht-für-Schicht-Essen macht daran Spaß.

Die Chocolate Tiramisu Roll kostete 4,20 €, der Triple Chocolate Cake 4,00 €. Wegen des Flackerns der Vitrinenbeleuchtung ist das Foto etwas verwackelt, also bitte nicht zu streng sein. Die Chocolate Tiramisu Roll wirkte wie die Schokovariante der Milch-Roll-Cake von vorhin, und beim Triple Chocolate Cake bestand wirklich alles aus Schokolade – vom Boden bis zur Creme. Für Leute, die intensive Schokodesserts mögen, dürfte das genau passen. Insgesamt lagen die Preise für Stückkuchen bei Hollys meistens zwischen 3,90 € und 4,20 €. Für koreanische Café-Desserts ist das ziemlich durchschnittlich. Wenn man bedenkt, dass Stückkuchen bei Starbucks oft eher Richtung 4,50 € oder knapp 5,00 € gehen, ist Hollys leicht günstiger. Ehrlich gesagt bekommt man in dieser Preisklasse in manchen kleinen Nachbarschaftscafés aber auch liebevollere Kuchen. Das ist dann eben die typische Grenze von Franchise-Desserts.
Innenraum bei Hollys Coffee: Ein Blick auf koreanisches Café-Design
Ab hier geht es mehr um die Stimmung im Laden. Die Einrichtung von Hollys ist je nach Filiale ziemlich unterschiedlich, aber diese hier gehörte eher zu den gelungenen. Du solltest nur nicht erwarten, dass jede Hollys-Filiale genauso aussieht.


Das ist der erste Eindruck direkt am Eingang im Erdgeschoss. Links der Counter, in der Mitte der Kiosk, rechts ein Regal mit Hollys-Merchandise. Um 4 Uhr morgens war wirklich kein einziger Gast da. Es fühlte sich an, als hätten wir den ganzen Laden für uns allein gemietet. Viele koreanische Franchise-Cafés sind ähnlich aufgebaut: Im Erdgeschoss bestellst du und holst die Getränke ab, und die eigentlichen Sitzplätze liegen oft separat im ersten Stock. Genau so war es auch hier. Über die rote Treppe ging es nach oben.
Überraschende Snacks am Counter im koreanischen Café

Hier ist der Counter noch einmal aus der Nähe. Auf dem Bildschirm im Hintergrund lief groß die Werbung für Vanilla Delight, davor standen Kaffeemaschine und allerlei Geräte dicht nebeneinander. An einer Seite des Counters waren auch Snacks ausgestellt, darunter koreanische Sachen wie Klebreis-Kartoffelchips und gerösteter Seetang. Man denkt vielleicht erst: Hä, sowas gibt es in einem koreanischen Café? Aber kleine salzige Snacks, die man zusammen mit dem Getränk essen kann, neben dem Counter zu verkaufen, ist in Korea gar nicht so ungewöhnlich. Diese Kartoffelsnacks sind ein traditioneller koreanischer Snack aus dünn geschnittenen Kartoffeln mit Klebreis, die knusprig ausgebacken werden. Sie sind kross, leicht salzig und passen überraschend gut zu Kaffee. Ein ausländischer Freund von mir hat das einmal probiert und meinte direkt: „Das ist irgendwie nicht einfach nur eine andere Version von Kartoffelchips.“
Was an der koreanischen Cafékultur besonders ist: die Sitzbereiche

Im Obergeschoss gab es Einzelplätze. Mit Trennwänden abgetrennt, dazu Lampen an der Wand und sogar Steckdosen. Zum Arbeiten mit dem Laptop wirklich ideal. Einer der interessanten Punkte an der koreanischen Cafékultur ist, dass es überhaupt nicht seltsam ist, allein ins Café zu gehen. Leute arbeiten am Laptop, lernen für die Uni oder lesen einfach ein Buch. Stundenlang allein an einem Tisch zu sitzen, ist dort völlig normal. Deshalb haben viele koreanische Cafés solche Bereiche speziell für Einzelgäste. Ich selbst arbeite auch oft in Cafés, und wenn es dort Einzelplätze mit Steckdose gibt, wird das Ganze sofort zu einer Art Ersatzbüro. Manchmal kann ich mich dort einfach besser konzentrieren als zu Hause. Viele Leute aus dem Ausland finden genau diese Solo-Sitzkultur in koreanischen Cafés ziemlich spannend.
Im Café die koreanische Bodensitzkultur erleben

Im ersten Stock gab es auch einen Sitzbereich am Boden. Man zieht die Schuhe aus und steigt hoch. Durch die bogenförmigen Trennwände wirkte der Bereich halb abgeschirmt und etwas privater. Die Größe war perfekt für zwei Personen, die sich gegenübersitzen, und weil man die Beine ausstrecken kann, wird es auch bei längerem Sitzen nicht so schnell anstrengend. In Korea gibt es traditionell eine Sitzkultur auf dem Boden, bei der man die Schuhe auszieht, und solche Plätze sieht man auch in manchen Cafés. Beim ersten Blick wirkt das vielleicht etwas ungewohnt, aber wenn man einmal sitzt, ist es überraschend bequem. Gerade für längere Aufenthalte kann das sogar angenehmer sein als ein normaler Stuhl. Obwohl es mitten in der Nacht war, saß dort sogar eine Person allein und hat etwas gegessen. Irgendwie hat mich das auf eine seltsame Weise beruhigt.

Das ist der zentrale Bereich im Obergeschoss mit den größeren Tischen. Dort stehen mehrere Tische, an denen bis zu vier Leute sitzen können. Durch die offene Anordnung wirkt es allerdings ehrlich gesagt nicht besonders privat. Wenn am Nebentisch jemand sitzt, hörst du das Gespräch ziemlich leicht mit. Für ruhige oder persönliche Gespräche würde ich den Bereich eher nicht empfehlen. Dafür ist die Decke hoch, die Fenster sind groß und die Beleuchtung angenehm, also insgesamt trotzdem keine schlechte Atmosphäre. In koreanischen Cafés gibt es fast immer kostenloses WLAN. Das Passwort kann man einfach am Counter erfragen.

Entlang der Wand stand eine lange Sofabank, davor in gleichmäßigem Abstand kleine runde Tische – also ein typischer Zweierbereich. Mit den geschwungenen Holzstühlen sah dieser Teil etwas anders aus als die übrigen Sitzbereiche. Alles war in helleren Tönen gehalten, deshalb kann ich mir vorstellen, dass der Raum tagsüber noch einmal ganz anders wirkt. In koreanischen Cafés ist es ziemlich typisch, dass innerhalb eines einzigen Ladens verschiedene Sitzstile gemischt werden. Selbst in derselben Hollys-Filiale kann die Stimmung also je nachdem, wo du sitzt, ganz unterschiedlich sein.

Es gab dort auch einen Bereich mit der Beschriftung „Meeting Room“. Eine richtige Tür hatte er zwar nicht, also war es kein komplett geschlossener Raum, aber durch die Holzlamellen wirkte es trotzdem klar vom Rest getrennt. Innen standen ein L-förmiges Sofa und ein Tisch in der Mitte. Für vier bis fünf Leute war das genau passend. In koreanischen Cafés sieht man oft Lerngruppen oder Leute, die kurze Besprechungen machen, und dafür ist so ein Bereich wirklich praktisch. So etwas gibt es allerdings nicht in jeder Hollys-Filiale. Meistens sieht man das nur in größeren Läden.
Menschen, die selbst nachts noch arbeiten: ganz normal in Korea

Hier einmal das gesamte Obergeschoss auf einen Blick. Die Decke ist dunkel gehalten, an mehreren Stellen hängen Tracklights, und insgesamt wirkt der Raum eher ruhig und gedämpft. Dazu kommen Schriftzüge an der Wand und hier und da grüne Pflanzen. Für ein Franchise-Café machte das alles einen erstaunlich durchdachten Eindruck. Um 4 Uhr morgens saß dort tatsächlich jemand mit aufgeklapptem Laptop und hat gearbeitet. Wie ich schon gesagt habe: In Korea ist so ein Bild wirklich total normal. Koreanische Cafés sind nicht nur Orte zum Kaffeetrinken, sondern oft auch Arbeits- und Lernorte. Weil es große Tische, Sofaplätze und Einzelplätze gibt, findet man dort allein oder in der Gruppe meist problemlos einen passenden Platz.


Das ist die hintere Ecke im Obergeschoss. Für mich war das ganz klar der stimmungsvollste Platz in dieser Hollys-Filiale. Durch die stufenförmige Sitzanordnung, die Pflanzen in den Ecken und die kleinen runden Stimmungslichter passte der Bereich perfekt zu dieser regnerischen Nachtstimmung. Steckdosen gab es übrigens an jedem Platz. Ehrlich gesagt hatte ich bisher oft das Gefühl, dass Hollys beim Interior gegen Starbucks oder Twosome eher etwas abfällt. Aber dieser Laden war anders. Man darf nur nicht vergessen, dass die Unterschiede zwischen den Filialen ziemlich groß sind. Wie bei vielen koreanischen Franchise-Cafés gibt es auch hier Läden, die richtig gut gelungen sind, und andere, bei denen man eher denkt: na ja. Ich war früher schon mal in einer anderen Hollys-Filiale und dachte sofort: Das hier ist es irgendwie nicht. Deshalb würde ich nicht mit hohen Erwartungen an das Design hingehen, sondern eher so: Wenn man Glück hat, erwischt man eine richtig gute Filiale.
Hollys Coffee Merchandise und Preise für koreanische Café-Tumbler

Im Erdgeschoss gab es auch ein Regal mit Merchandise. Tumbler, Tassen, Schlüsselanhänger und ähnliche Sachen. So wie Starbucks für seine Merchandise-Produkte bekannt ist, verkauft auch Hollys eigene Artikel. Viele koreanische Caféketten nutzen solche Produkte inzwischen als zusätzliches Geschäftsmodell neben den Getränken.




Ich habe die Merchandise-Sachen noch einmal aus der Nähe fotografiert. Ein Keramik-Tumbler mit 650 ml kostete 20,60 €, ein Bechertyp mit Griff 16,10 €, ein schmaler Tumbler 8,40 € und der City Modern Tumbler mit 350 ml 14,20 €. Damit reicht die Spanne von 8,40 € bis 20,60 €, also durchaus breit genug, dass man je nach Budget etwas Passendes findet. Das Design war eher schlicht, das Logo dezent, deshalb kann man die Sachen auch problemlos benutzen, selbst wenn man Hollys gar nicht kennt. Es ist nicht dieser Typ Merchandise, der sofort so einen Sammelreflex auslöst wie bei Starbucks, aber genau deshalb vielleicht praktischer im Alltag. Ich habe gehört, dass manche auf Korea-Reisen Café-Tumbler als Souvenir mitnehmen. Dafür wirkte die schmale Variante ziemlich passend, weil sie leicht ist und im Gepäck nicht viel Platz braucht.
Ich selbst habe früher, als ich in Bangkok gelebt habe, einmal einen Hollys-Tumbler in einer Filiale nahe dem Koreanischen Kulturzentrum gekauft. Diese Filiale ist aber um 2015 herum verschwunden, als sich die Marke aus dem Ausland weitgehend zurückgezogen hat. Dadurch ist dieser Tumbler für mich heute irgendwie zu einem seltsamen kleinen Erinnerungsstück geworden. Außerhalb Koreas sind die Filialen fast weg, aber innerhalb Koreas läuft die Marke eben immer noch ganz normal weiter.
Hollys Coffee: Mein ehrliches Gesamtfazit
Wir sind nachts ohne große Erwartungen losgezogen, einfach weil ich nicht schlafen konnte, und am Ende wurde es eine überraschend schöne Zeit. Ein beleuchtetes koreanisches Café auf einer regnerischen Straße mitten in der Nacht – allein das hatte schon eine ganz eigene Stimmung. Hollys ist vielleicht nicht die eine Cafémarke, die man sofort als Symbol für Korea nennt wie Starbucks, aber dass die Marke 1998 als Koreas erstes Espresso-Fachcafé gestartet ist und bis heute durchhält, hat trotzdem Bedeutung. Die Menüpreise liegen ungefähr im Durchschnitt koreanischer Caféketten, und auch die Filialatmosphäre ist inzwischen deutlich besser geworden als früher. Schade ist nur, dass die Qualität von Filiale zu Filiale stark schwankt und die Kuchenmenge für den Preis ehrlich gesagt eher knapp ausfällt. Trotzdem: Wenn du das Glück hast, in Korea ein 24-Stunden-Café zu finden, kann das nachts auf Reisen wirklich Gold wert sein. Ich saß einfach still mit meiner Frau da, mit einem Kaffee in der Hand, und manchmal braucht man genau solche Momente.