Königskrabbe in Korea – Premium-Meeresfrüchte pur
Warum Königskrabbe in Korea ein absolutes Muss ist
Wenn du nach Korea reist, gibt es ein Gericht, das du unbedingt mal probiert haben solltest: Königskrabbe. Und mal ehrlich – selbst für Koreaner ist Königskrabbe kein Alltagsessen. Normalerweise bestellt man das nur zu besonderen Anlässen wie Firmenessen oder Geburtstagen, weil der Preis einfach nicht ohne ist. Ich hatte diesmal das Glück, dass sich die Gelegenheit ergeben hat, und ja – der Preis war auch diesmal nicht gerade bescheiden. Aber wenn du auf deiner Korea-Reise etwas Budget übrig hast, dann ist es das absolut wert, es einmal auszuprobieren. Heute erzähle ich euch von meinem Königskrabben-Erlebnis.
Das Erste, was du im Königskrabben-Restaurant siehst

Wenn du ein gutes Königskrabben-Restaurant in Korea betrittst, fällt dir am Eingang sofort dieses Aquarium ins Auge. Unter blauem Licht sind riesige Königskrabben dicht an dicht gestapelt – ein ziemlich beeindruckender Anblick. In Korea werden die Krabben so lebendig gehalten und erst herausgenommen und zubereitet, wenn die Bestellung eingeht. Bei Königskrabbe ist Frische gleich Geschmack, und allein dieser Anblick hat meine Vorfreude sofort hochgeschraubt. An dieser Stelle möchte ich der Königskrabbe, die sich heute für meine Mahlzeit geopfert hat, meinen aufrichtigen Dank und meine Entschuldigung aussprechen…
Das Grundsetup und die Beilagen


Wenn du dich hinsetzt, ist der Tisch schon so vorbereitet. Reisbrei, Salat, zwei Sorten Sauce (Sojasauce und Chojang) sowie Löffel und Stäbchen – alles sauber aufgestellt. Bevor die Königskrabbe kommt, stimmt man sich mit Reisbrei und Salat erst mal leicht ein.
Drei Sorten Meeresalgen – Meeresbrise als Vorspeise

Vor der Königskrabbe kommen erst mal drei Sorten Meeresalgen. Auf Grünkohl sind jeweils drei verschiedene Algen angerichtet, in der Mitte steht die Chojang-Sauce. Die Algen voller Meeresaroma kurz in die Sauce dippen – frisch und belebend. Bevor der schwere Hauptgang kommt, räumen sie den Gaumen richtig schön auf.

Das hier ist Miyeok-julgi – Seetangstiele. Seetang wird in Korea extrem häufig gegessen, und das hier sind nur die Stiele, extra gesammelt. Sie sind breit und dick, glänzen schön, und haben beim Kauen eine zäh-weiche Textur, die echt besonders ist.

Das ist Kkosilaegi – eine dünne, fadenförmige Meeresalge, die in Korea oft für Salate und Beilagen verwendet wird. Die bissfeste, leicht gummiartige Textur macht richtig Spaß, und wenn man einmal angefangen hat, greift man immer wieder zu.

In der Mitte steht Chojang – eine koreanische süß-sauer-scharfe Sauce aus Gochujang (Chilipaste) mit Essig. Die kommt bei Meeresalgen und Sashimi immer mit auf den Tisch. Mit Sesam und Frühlingszwiebeln obendrauf bekommt sie noch mal extra Aroma.
Vor der Königskrabbe: Steinbutt-Sashimi (Gwangeo-hoe)

Vor der Königskrabbe kam erst mal ein kleiner Sashimi-Gang. Das ist Gwangeo, auf Englisch Olive Flounder – ein weißfleischiger Fisch und einer der beliebtesten Sashimi-Fische in Korea. Auf einer Bambusmatte sind dicke Scheiben angerichtet, zusammen mit einer Orchidee, Karottenschnitzereien und Zitrone als Garnitur – ein Augenschmaus. Etwas Wasabi in der Sojasauce auflösen und eintauchen, und der milde, bissfeste Geschmack des Steinbutts kommt voll zur Geltung.




Aus verschiedenen Winkeln betrachtet zeigt die halbtransparente Farbe des Steinbutts direkt, wie frisch er ist. Schaut man genauer hin, erkennt man jede einzelne Faser im Fleisch – und genau diese feste, elastische Textur macht den wahren Reiz von Steinbutt-Sashimi aus. Die dicken Scheiben sind unübersehbar, und man will erst mal Fotos machen, bevor man zugreift.
Sprossen-Salat – ein leichter Teller vor dem Hauptgang


Das ist ein Sprossen-Salat (Saessak Salad). Junge Sprossen und reichlich Mandelscheiben darauf, und das weiße Dressing obendrauf sorgt für einen nussig-frischen Geschmack. Vor einem schweren Hauptgang wie Königskrabbe macht so ein leichter Salat den Gaumen richtig schön sauber. Das Knuspern der Mandeln zusammen mit dem Knackigen der Sprossen macht überraschend süchtig. Und der Tisch wird schon richtig voll, bevor der Hauptgang überhaupt da ist.
Der Star des Abends: gedämpfte Königskrabbe

Endlich ist er da – der Star des Abends: die gedämpfte Königskrabbe. Eine ganze Krabbe wird komplett gedämpft und essfertig zerlegt serviert. In der Mitte liegt der Panzer mit dem Inneren (Crab Butter) prall gefüllt. Links und rechts breiten sich die roten Beine aus, und unten ist das Körperfleisch in mundgerechte Stücke geschnitten und aufgereiht. In koreanischen Königskrabben-Restaurants wird alles komplett vom Restaurant zerlegt und serviert, sodass man sich nicht selbst mühsam durch die Schale kämpfen muss. Man sitzt einfach da und genießt – das ist wirklich ein riesiger Vorteil.
Das Beinfleisch – wenn man diesen Geschmack kennt, versteht man den Preis


Ich habe ein Bein hochgenommen. Klappt man die Schale leicht auf, sieht man dieses weiße, pralle Fleisch, das die Schale komplett ausfüllt. Im Mund breitet sich dann ein Geschmack aus, der salzig und gleichzeitig süß nach Meer schmeckt. Wenn man diesen Geschmack einmal kennt, versteht man sofort, warum Königskrabbe so teuer ist. Auch der Anblick der dicht aneinander liegenden roten Beine ist ziemlich beeindruckend – die höckrige Schalenstruktur und das leuchtende Rot machen richtig Appetit.
Körperfleisch und Innereien – jedes Stück hat seinen eigenen Reiz




Das Körperfleisch ist in mundgerechte Stücke geschnitten, sodass man es einfach mit den Stäbchen aufnehmen und direkt essen kann. Im Vergleich zum Beinfleisch hat es eine andere, weichere und saftigere Textur – auch sehr reizvoll. Die Innereien im Panzer sind nussig und intensiv im Geschmack – und der Clou ist, dass man später Reis hineingibt und alles zusammen vermengt. Das ist die Art, wie man eine Königskrabben-Mahlzeit in Korea richtig abschließt. Wenn man dieses Bild auf dem Tisch sieht, spürt man: Königskrabbe essen in Korea ist nicht einfach eine Mahlzeit – es ist ein Erlebnis.
So genießt du Königskrabbe richtig



Zieht man das Beinfleisch mit den Stäbchen heraus, kommt es als ein langes Stück am Ganzen raus – dazu ein Bier im Hintergrund, und die Kombi ist einfach unschlagbar. Das Stück mit dem meisten Fleisch und der besten Textur an der ganzen Königskrabbe ist die Riesenschere. Hebt man sie hoch, spürt man das ordentliche Gewicht, und schält man die Schale ab, kommt ein riesiges weißes Fleischstück am Stück heraus. Dieses Gefühl, wenn das bissfeste, pralle Fleisch im Mund auseinanderfällt – einmal probiert, vergisst man das nicht mehr. Auch das kleine Fleischstück ganz am Ende der Beine solltet ihr nicht übersehen. Im Vergleich zu den großen Beinen ist es zwar klein, aber das Fleisch ist fester und der Geschmack konzentrierter – unter Kennern ein heimlicher Favorit.
Zum Abschluss: Panzer-Gebratener-Reis und Doenjang-Suppe

Wenn die Königskrabbe aufgegessen ist, kommt zum Abschluss der Panzer-Gebratene-Reis. Die im Panzer verbliebenen Innereien und Krabbenfleischreste werden zusammen mit Reis angebraten und wie ein Reisbällchen geformt serviert. Das Krabbenaroma ist in jedes einzelne Reiskorn eingedrungen – unglaublich nussig und aromatisch. Wickelt man den gebratenen Reis in das dazu servierte Kimchi und Seetang ein, ist das der buchstäblich perfekte Abschluss.

Dazu kommt noch Doenjang-jjigae – ein traditionelles koreanisches Suppengericht, gekocht mit fermentierter Sojabohnenpaste. Drin sind Zucchini, Tofu und sogar Königskrabbenbeine. Nach dem ganzen Krabbenfest einen Löffel von dieser heißen, würzigen Brühe – und man fühlt sich sofort rundum zufrieden.
Tofu-Salat und geschmorter Fisch als Beilage


Der Tofu-Salat besteht aus knusprig frittiertem Tofu, darauf junge Sprossen und Zwiebeln – mild und leicht, perfekt zum Abwechseln mit dem gebratenen Reis. Der geschmorte Fisch ist knusprig frittiert und dann mit einer süßlich-salzigen Sauce eingekocht, obendrauf geschnittene Frühlingszwiebeln. Greift man ein Stück mit den Stäbchen und isst es zum gebratenen Reis dazu, kann man einfach nicht mehr aufhören.
Eigentlich wollte ich der Königskrabbe, die sich heute für mich geopfert hat, aufrichtig mein Beileid aussprechen… aber es war so unfassbar lecker, dass das schlechte Gewissen nach drei Sekunden schon wieder weg war. Königskrabbe ist definitiv ein Gericht, das seinen Preis wert ist. Wenn ihr nach Korea reist und etwas Budget übrig habt, dann probiert es unbedingt einmal aus. Vom Aquarium am Eingang über die vielfältigen Beilagen bis zum Panzer-Gebratenen-Reis am Schluss – dieses Premium-Meeresfrüchte-Erlebnis werdet ihr garantiert nicht bereuen.
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