
Bäckerei-Café am See: Lakehill in Nonsan
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Eine Stunde ab Daejeon: auf der Suche nach einem Café mit Seeblick am Tapjeongho-See in Nonsan
Als das Wetter im Mai endlich schöner wurde, hatte ich richtig Lust, mal wieder irgendwohin zu fahren. Ich gehe in Korea ohnehin gern in Cafés, und als ich hörte, dass es am Tapjeongho-See in Nonsan ein Café mit Seeblick namens Lakehill-Bäckerei gibt, schlug ich meiner Frau vor: eine kleine Ausfahrt und dazu Brot essen. Bei solchen Orten sagt sie natürlich ohne lange Diskussion ja.
Im Mai 2026 hatten wir an einem Wochentag frei, also fuhren wir von Daejeon aus mit dem Auto los. Meine Frau kommt aus dem Ausland und mag es, in Korea auch kleinere Ecken zu entdecken; Nonsan war für sie diesmal neu. Von Daejeon dauert es mit dem Auto ungefähr eine Stunde, also ist es als Ausflug in der Nähe von Daejeon wirklich entspannt machbar. Ich wusste nur, dass das Café beim Tapjeongho-Hängebrückengebiet an ein Hotel angeschlossen ist. Dass es wohl erst vor Kurzem renoviert wurde, merkte ich erst vor Ort. Von außen wirkte das Gebäude ziemlich frisch und ordentlich, sodass meine Frau direkt fragte: „Ist das hier neu gebaut?“
Meine Frau blieb schon am Eingang stehen
Kaum waren wir drin, war klar, warum. Fast die ganze erste Etage besteht aus Glasfronten, und direkt davor breiten sich der Tapjeongho-See und die Hängebrücke aus. Meine Frau blieb am Eingang stehen und bewegte sich nicht weiter. Ich meinte: „Wir sind doch zum Brotessen hier, such erst mal Brot aus“, aber sie zog schon ihr Handy heraus: „Warte kurz, erst ein Foto.“ Wenn man noch nicht einmal bestellt hat und trotzdem zuerst fotografiert, muss man zugeben: Die Aussicht hat wirklich etwas.


Am Anfang dachte ich, wir gehen einfach in eine Bäckerei. Aber sobald man innen steht, fällt einem vor dem Brot erst einmal der Seeblick ins Auge. Trotzdem konnten wir nicht ewig nur die Sitzplätze anschauen. Also beschlossen wir, die Aussicht später in Ruhe zu genießen, und gingen zuerst weiter zur Brottheke.
Schon die Brotauswahl wird zur kleinen Herausforderung
Als wir bei der Brotecke ankamen, war die Auswahl wirklich nicht ohne. Vorne lagen verpackte Brote und kleine Desserts, weiter innen standen Baguettes, Bagels, Croissants und Kuchen in warm beleuchteten Vitrinen. Ich hatte gehört, dass hier ein Bäcker arbeitet, der aus dem Umfeld von Daejeons berühmter Bäckerei Seongsimdang kommt. Selbst unter koreanischen Bäckerei-Cafés sieht man eine Theke in dieser Größe aber nicht jeden Tag.

Verpackte Brote zum Verschenken und Pound Cakes
Wenn man weiter in die Vitrine hineinschaut, gibt es eine eigene Ecke mit schön verpackten Broten zum Mitnehmen oder Verschenken. Dort lag ein Pound Cake mit dem Namen Seongsimseongui Pound, direkt daneben ein Haselnuss-Café-Pound-Cake. Beim Orangen-Castella stand, dass es ein Bio-Castella mit Orangenmarmelade obendrauf sei. Beim Schoko-Brownie waren Oreo-Kekse oben eingesteckt, und meine Frau blieb davor ziemlich lange stehen.



Ein einzelnes Brot lag oft im Bereich um 7.000 Won, also grob um die 4,80 Euro. Wenn man an eine kleine Bäckerei im Viertel denkt, ist das schon eher gehoben. Gleichzeitig stand dort, dass Bio-Mehl verwendet wird, also wirkte es so, als würde man bei den Zutaten durchaus Wert auf Qualität legen. Meine Frau überlegte auch ziemlich lange bei den verpackten Broten, sagte dann aber: „Wir essen es ja nicht zu Hause“, und ging weiter.
Rustikale Brote mit Namen, die sofort hängen bleiben
Bei den härteren Broten fiel zuerst das Salz-Baguette auf. Auf dem Schild stand, dass es mit französischer Butter gemacht wird. Gleich daneben kamen Brote mit sehr markanten Namen wie „Tintenfisch-Tusche-Knüppel“ und „Schwarzer Gummischuh“. Die Brote mit Tintenfischtinte waren so dunkel, dass sie schon aus der Entfernung sofort ins Auge sprangen.





Der „Tintenfisch-Tusche-Knüppel“ war ein Brioche mit Tintenfischtinte und Nüssen oben drauf, deshalb sah er ziemlich kräftig und rustikal aus. Der „Schwarze Gummischuh“ war ein Brot aus Tintenfischteig mit Kondensmilchcreme im Inneren. Für Koreaner ruft der Name sofort ein Bild hervor, deshalb musste ich schmunzeln. Der Klebreis-Donut war ein zäher, elastischer Donut mit ganzen roten Bohnen und Zucker, und das Café-Mocha-Brot hatte ein Kaffeearoma. Preislich wirkte es in dieser Ecke noch am entspanntesten.
Onion Bagel und ein Brot, das nur so tut, als wäre es Tintenfisch
Im nächsten Fach lagen Onion Bagel, Croque Monsieur und ein Brot mit einem Namen, den man sich sofort merkt: „Nur vom Muster her Tintenfisch“. Beim Onion Bagel stand, dass es ein Bio-Bagel mit süßlichem Zwiebelaroma sei. Der Croque Monsieur war im Stil eines French Toasts mit Käse und Mais gemacht.




Am meisten fiel mir dieses Brot namens „Nur vom Muster her Tintenfisch“ auf. Es war ein Wurst-Käse-Brot aus Tintenfischtinten-Teig und hatte schon durch den Namen etwas Verspieltes. Solche Sachen isst man nicht nur wegen des Geschmacks, sie haben auch diese Kraft, dass man automatisch ein Foto machen will. Koreanische Bäckerei-Cafés sind in letzter Zeit wirklich gut darin, Namen zu erfinden, und hier war dieses Gespür auch deutlich zu sehen.
Von Beifuß-Reiskuchen-Brot bis Basilikum-Tomate
Das Brot Ssuk-Tteok-Ssuk-Tteok war mit Ssuk, also koreanischem Beifuß mit frühlingshaftem Kräuterduft, und Reiskuchen gemacht. Oben lagen Mandelscheiben, und das Stück wirkte ziemlich schwer. Daneben gab es ein rundes Brot mit geschmolzenem Käse. Das Potato Sausage war ein Brot mit Kartoffel und Wurst, das in einem rosa Papiertray lag und deshalb sofort auffiel. Am appetitlichsten sah für mich das Basilikum-Tomate-Brot aus, weil man durch die aufgerissene Stelle die Frischkäsefüllung sehen konnte.






Das Chok-Haguma, eine Mischung aus Süßkartoffel und Brioche, war oben großzügig mit Mandelscheiben bedeckt. Ich fragte meine Frau, was sie davon hält. Ihre Antwort: „Alles sieht lecker aus, aber irgendwie sieht auch alles ähnlich lecker aus, ich weiß es nicht.“ Nach drei Jahren, in denen wir in Korea unzählige Cafés besucht haben, kann so eine Reaktion schon mal kommen. Wir hatten nur einmal die Theke umrundet, und trotzdem fühlte es sich an, als würde das Tablett bald nicht reichen.
Von koreanischem Brot bis zu den Signature-Stücken
Ein Stück weiter innen kamen dann die koreanischen Bäckerei-Klassiker. Ang-Butter, Churros, Schoko-Croissant, Klebreis-Kkwabaegi und Danpat-Brot sieht man in koreanischen Bäckerei-Cafés zwar häufig, aber hier waren die Stücke einzeln groß, sauber angerichtet und schwer zu ignorieren.





Das Ang-Butter im rosa Papiercase war mit süß eingekochter roter Bohnenpaste und Butter gefüllt und sah auch als Mitbringsel ganz gut aus. Churros gab es ebenfalls, und auf dem dick mit Schokolade überzogenen Croissant steckten noch Schokochips. Kkwabaegi ist ein gedrehter, frittierter koreanischer Donut; hier war es eine Klebreis-Version mit Zucker, die deutlich schwerer wirkte als die alten Marktvarianten. Beim Danpat-Brot sah man durch die Öffnung in der Mitte etwas gelblichen Teig, und laut Schild wurden koreanische ganze rote Bohnen verwendet.
Dann kamen Knoblauch-Baguette, Alligator Pie, Kastanien-Manju, Egg Tart und verschiedene Schokoladenkuchen. Spätestens da hatte ich das Gefühl: Die Auswahl ist so groß, dass man überhaupt nicht mehr weiß, was man nehmen soll.





Das Knoblauch-Baguette war in Scheiben geschnitten und in einer transparenten Box verpackt, aber gefühlt roch man die Knoblauchsauce schon vor der Theke. Der Alligator Pie mit seinen übereinanderliegenden Teigschichten und Walnüssen oben drauf hatte eine unebene Oberfläche, die seinem Namen wirklich gerecht wurde. Kastanien-Manju ist ein kleines gebackenes Gebäck mit Kastanienfüllung, und beim Egg Tart stand Lakehill Signature. Es wirkte etwas größer als die üblichen Egg Tarts aus normalen Bäckereien.
Yeontan-Brot und Apfelbrot: Optik, bei der man zweimal hinschaut
Es gab einen dicht mit Walnüssen gefüllten Nuss-Tart, und daneben lagen zwei Sorten Yeontan-Brot nebeneinander. Yeontan waren in Korea früher schwarze, zylinderförmige Kohlebriketts zum Heizen. Dieses Brot nimmt genau diese Form auf: Die dunkle Variante Heuktan enthält vier Käsesorten, die helle Baektan-Version ist mit Sahne und roter Bohnenpaste gefüllt.



Sogar die Löcher waren wie bei einem echten Yeontan-Brikett geformt, sodass man auf den ersten Blick wirklich nicht sicher ist, ob das Brot sein soll. Wenn Ausländer es sehen, wird es mit einer kurzen Erklärung sogar noch lustiger. Meine Frau fragte auch sofort: „Ist das Brot?“
Direkt daneben ging es weiter mit Walnut Bread, Croffle und Apfelbrot. Das Walnut Bread war voll mit Walnüssen und Macadamias, beim Croffle glänzten die vielen Schichten richtig schön. Am meisten blieb aber das Apfelbrot hängen.



Das Apfelbrot war wie ein echter Apfel in ein rotes Obstnetz gewickelt, oben steckten sogar Stiel und Blatt. Auf dem Schild stand, dass es ein Lakehill-Signature-Brot mit Frischkäse und Apfelmarmelade ist. Auch meine Frau blieb davor stehen und schaute es eine Weile an. Es sah eher wie Deko als wie Brot aus, fast zu schade zum Essen.
Bis zur Kuchen-Showcase: die volle Linie
Nach der Brotauslage kam der Kuchenbereich. Von Rollkuchen über fruchtförmige Mousse-Kuchen, Käsekuchen, Tiramisu bis Kirschkuchen war die Vitrine komplett gefüllt. Es waren nicht einfach kleine Stückkuchen, sondern jedes Stück war so präsentiert, dass es wirklich Präsenz hatte. Allein das Anschauen machte Spaß.




Die Mousse-Kuchen waren direkt in Fruchtform gemacht. Beim grünen Apfel-Mousse-Kuchen und roten Erdbeer-Mousse-Kuchen dachte ich kurz, da liegen echte Früchte. Auch der Pfirsich-Mousse-Kuchen sah mit seinem roten und gelben Farbverlauf fast wie ein echter Pfirsich aus. Der Schoko-Mousse-Kuchen hatte Herzform, glänzte stark und brachte wieder eine ganz andere Stimmung hinein.


Beim New-York-Cheesecake stand, dass er im klassischen Stil ohne Mehl gemacht wird, und das klassische Tiramisu war ordentlich in goldenen Behältern geschichtet. Der Kirschkuchen war im Grunde eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte mit Schokoböden, Sahneschichten dazwischen und einer ganzen Erdbeere obendrauf. Im Kuchenbereich fiel mein Blick am stärksten darauf.
Wochentag, aber keine einzige Lücke in der Auslage
Ich schaute mir die Brottheke und die Kuchen-Showcase Stück für Stück an. Unter der Ziegelwand hing ein Satz, sinngemäß: „Ein Bäcker, der mit reinen Zutaten ehrliches Essen macht.“ Und genau so wirkte die Auslage, denn sie war wirklich ohne leere Stellen gefüllt.


Beeindruckend war, dass sie selbst an einem Wochentag die Brotauswahl nicht reduziert oder halb leer gelassen hatten. In manchen Bäckereien geht man unter der Woche hin und mehr als die Hälfte ist schon weg oder gar nicht erst gebacken. Hier musste man sich darum keine Sorgen machen. Nachdem wir nun genug Brot gesehen hatten, war es Zeit, wieder zur Aussicht zu wechseln.
Der Tapjeongho-See breitet sich hinter der Glasfront aus
Hier werden Brot und Getränke getrennt abgerechnet, und wenn man die Caféplätze nutzen möchte, wirkt ein Getränk pro Person wie die Grundregel. Wir hatten uns die Brote lange angeschaut, bestellten an diesem Tag aber nur Getränke und setzten uns. Durch die Glasfront sieht man den Tapjeongho-See auf einen Blick: über dem Wasser die Brücke, dahinter grüne Berge in mehreren Schichten.


Es wehte kaum Wind, sodass die Wasseroberfläche ruhig wie ein Spiegel war. Vorne standen Kiefern und Ahornbäume ganz natürlich angeordnet, wodurch die Aussicht fast wie eingerahmt wirkte. Die Glasfront reicht bis zur Decke, sodass man von den Innenplätzen fast überall direkt auf dieses Bild schaut. Ich hatte nicht erwartet, in einer Bäckerei so eine Aussicht zu bekommen. Ich war schon in vielen Cafés in Korea, aber ein Seeblick in dieser Qualität gehört für mich definitiv zu den besseren.
Terrasse mit Frühlingsbrise
Wenn man nach draußen geht, gibt es auch Terrassenplätze. Dort liegt der Tapjeongho-See ohne Sichtschutz direkt vor einem. Schwarze Metalltische und Stühle standen ordentlich da, und zwischen Kiefern und Ahornbäumen sah man den See und die Brücke genau so, wie man es sich wünscht.


Frühling oder Herbst sind hier wahrscheinlich genau die richtige Zeit für die Terrasse. Wenn das Wetter mild ist, kann man mit Brot und Kaffee draußen sitzen und einfach langsam machen. Im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt, um lange draußen zu bleiben. Wenn man diese Terrasse richtig genießen will, sehen Frühling und Herbst am besten aus.
Bis in den zweiten Stock: fast überall sieht man den See
Im zweiten Stock öffnet sich ein richtig großer Sitzbereich. Es gibt runde Tische, eckige Tische und Fensterplätze, also verschiedene Arten von Sitzplätzen. Eine Wandseite ist komplett verglast, sodass man von fast überall den Tapjeongho-See sieht. Holzboden, schwarze Stühle und ordentliche Abstände zwischen den Tischen machten den Raum angenehm, ohne dass man ständig den Nachbartisch im Blick hat.



Als wir ankamen, waren kaum Gäste da, aber innerhalb von etwa einer Stunde kamen fünf oder sechs Gruppen herein. Unter der Woche war dieser große Raum fast leer, doch am Wochenende kann ich mir gut vorstellen, dass diese Plätze komplett voll werden.
Die Plätze im ersten Stock stehen direkt vor der Glasfront, sodass der Tapjeongho-See im Sitzen noch näher wirkt. Die Tür zur Terrasse war geöffnet, und es gab eine Mischung aus Sofas und normalen Stühlen. Das Ganze war so aufgebaut, dass man auch länger bequem sitzen kann.



Hinter dem Glas sieht man sofort See und Bäume. Im ersten Stock fühlt sich die Wasserfläche näher an als im zweiten Stock, deshalb wirkt der See dort größer. An einem ruhigen Wochentag wären die Fensterplätze im ersten Stock oder die Plätze nahe der Terrasse für mich wahrscheinlich am zufriedenstellendsten.
Ein Sitzbereich auf dem Boden, der mit Kindern praktisch wirkte
Weiter innen im zweiten Stock gab es auch einen Sitzbereich auf dem Boden. Es war wie ein kleines Podest, auf das man ohne Schuhe steigt, mit einem niedrigen runden Tisch. Für Familien mit Kindern oder Leute, die einfach bequem sitzen möchten, sah das ziemlich praktisch aus.



An der Wand waren Steckdosen und ein Regler angebracht, also wirkte es so, als könne man dort auch gut laden. Selbst in einem Café mit vielen Sitzplätzen ist so eine kleine, ruhige Ecke für Familiengäste ziemlich nützlich.
Affogato und Einspänner vor dem Tapjeongho-See
Wir holten unsere Getränke und setzten uns an einen Platz mit Blick auf den See. Mit dem Tapjeongho-See im Hintergrund sehen Fotos fast automatisch gut aus. Der Affogato ist ein Dessertgetränk, bei dem Espresso über Softeis gegossen wird, und der Einspänner war hier ein kräftiger Kaffee mit einer dicken Cremeschicht oben drauf.




Beim Affogato war der Espresso noch nicht darübergegossen, deshalb stand die Softeisspitze noch schön sauber. Beim Einspänner waren Kaffee und Creme hübsch getrennt. Meine Frau nahm einen Schluck und sagte, sie mag die dicke Creme. Tatsächlich war die Crememenge ziemlich großzügig. Während man langsam vor dem See trinkt, verschwimmt irgendwann fast die Grenze zwischen Bäckerei und Café.
Allein die Plätze mit Aussicht fühlten sich wie zwanzig Tische an
Rund um unseren Platz gab es viele solcher Aussichtssitze. Von der gebogenen Bar über Zweiertische direkt an der Glasfront bis zu Sofaplätzen blickten alle geradeaus auf den Tapjeongho-See.



In vielen Cafés, die als Aussichtsspots gelten, gibt es nur drei oder vier Plätze mit richtigem See- oder Meerblick, und dann beginnt der Sitzplatzkampf. Hier fühlte es sich so an, als gäbe es allein etwa zwanzig Tische mit freiem Blick auf den Tapjeongho-See. Unter der Woche kann man sich fast aussuchen, wo man sitzen möchte, also dürfte Stress wegen der Aussichtssitze kaum ein Thema sein.
Was mir auf der Rückfahrt durch den Kopf ging
Unter den Cafés in Korea war die Lakehill-Bäckerei für mich wirklich ein sehr zufriedenstellender Ort. Eine Bäckerei, in der man den Tapjeongho-See so nah durch große Glasfronten sieht, hatte ich vorher noch nicht erlebt. Auch dass die Brotauslage an einem Wochentag komplett gefüllt war, hat Eindruck gemacht. Von Mousse-Kuchen über Yeontan-Brot bis Apfelbrot waren die Signature-Stücke klar erkennbar, und selbst die Kuchen-Showcase machte beim Anschauen Spaß.
Da wir kurz vorher zu Mittag gegessen hatten, kauften wir diesmal kein Brot und tranken nur etwas. Trotzdem fühlte es sich schon lohnend an, Affogato und Einspänner vor dem Tapjeongho-See zu trinken. Ich hätte auch gern die Hängebrücke ausprobiert, aber meine Frau fühlte sich etwas angeschlagen, also beließen wir es diesmal beim Blick vom Café aus. Auf der Rückfahrt sagte sie, wir sollten beim nächsten Mal, wenn sie fit ist, wiederkommen, Brot kaufen und auch über die Hängebrücke gehen. Ich dachte genau dasselbe.
Wenn ich einen Nachteil nennen soll, dann sind es klar die Getränkepreise. Ein Americano liegt fast bei 7.000 Won, also ungefähr 4,80 Euro, und Signature-Getränke sind im 9.000-Won-Bereich, also etwa 6 Euro. Wenn man dazu noch Brot kauft, kommt man pro Person schnell über 15.000 Won, ungefähr 10 Euro. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anfahrt nicht gerade bequem. Ein Taxi aus der Stadt kann ordentlich kosten, und auch wenn Busse nicht völlig fehlen, würde ich wegen der Taktung eher ein eigenes Auto oder einen Mietwagen empfehlen.
Besuchsinfos zur Lakehill-Bäckerei
Adresse: 872, Tapjeong-ro, Gayagok-myeon, Nonsan-si, Chungnam, 1. Etage des Lakehill Hotels
Öffnungszeiten: täglich 10:00–21:00 Uhr, letzte Bestellung 20:30 Uhr
Parken: gemeinsamer Parkplatz des Lakehill Hotels, kostenlos und groß
Hinweis: ein Getränk pro Person üblich / Brot und Getränke werden getrennt abgerechnet
Der Parkplatz wird gemeinsam mit dem Hotel genutzt, war aber ziemlich groß, sodass wir unter der Woche problemlos parken konnten. Am Wochenende oder an Feiertagen kann es allerdings enger werden, also lohnt sich frühes Kommen. Wenn du in der Nähe von Daejeon einen kleinen Ausflug mit Café, Seeblick und Bäckerei verbinden möchtest, schau bei einem Besuch am Tapjeongho-See in Nonsan ruhig einmal hier vorbei.