KategorieReisen
SpracheDeutsch
Veröffentlicht15. März 2026 um 22:20

Traumhafte Insel-Gärten in Korea: Oedo Botania Erfahrungsbericht

#Geheimtipp Reiseziel Asien#botanischer Garten Insel#Bootsausflug Südkorea

Oedo Botania auf der Insel Geoje – unser Besuch zu zweit

Oedo Botania – meine Frau und ich waren selbst dort und haben uns die Insel angeschaut.

Wenn man nur noch arbeitet, gibt es einfach Momente, in denen man wirklich mal raus muss. Mir geht's genauso. Deshalb fahren meine Frau und ich regelmäßig irgendwohin, aber das Problem ist: Wir waren schon an so vielen Orten. „Lass uns diesmal was Neues ausprobieren." Und so fiel unsere Wahl auf Geoje Island – eine große Insel im Süden Koreas, etwa 3–4 Stunden von Seoul entfernt.

Wenn ich mir anschaue, wohin ausländische Reisende in Korea so fahren, sind die Routen ziemlich festgelegt. Seoul bedeutet Myeongdong, Gyeongbokgung-Palast, Hongdae. Busan heißt Haeundae-Strand, Gamcheon Culture Village. Jeju ist Seongsan Ilchulbong, Hyeopjae Beach. In letzter Zeit fahren auch immer mehr Leute nach Gyeongju oder ins Jeonju Hanok Village, weil die inzwischen bekannter geworden sind.

Klar, das sind alles tolle Orte. Nicht ohne Grund beliebt.

Aber ehrlich gesagt gibt es in Korea noch so viele Sehenswürdigkeiten, die bei ausländischen Reisenden kaum bekannt sind. Orte, an die Koreaner ständig fahren, die man aber in Reiseblogs oder auf YouTube so gut wie nie sieht. Die meisten Reiseberichte drehen sich am Ende um die gleichen Orte, die gleichen Routen.

Deshalb möchte ich heute einen etwas anderen Ort vorstellen. Eine Insel, die mitten im Meer südlich von Geoje schwimmt: Oedo Botania. Und dazu Haegeumgang – die „Diamantberge des Meeres", wie man sie in Korea nennt. Ein Ort, an dem man nicht von Menschenmassen erdrückt wird und die echte Natur Koreas spüren kann.

Wir sind mit dem eigenen Auto angereist und haben am Wahyeon-Hafen das Ausflugsboot genommen. Von der Haegeumgang-Klippenrundfahrt vom Boot aus bis zur Landung auf Oedo – alles in einer Tour. Ich habe alle 5 Anlegestellen verglichen, Kosten, saisonale Empfehlungen und Tipps zusammengestellt, die man nur vor Ort erfährt.

Kommt mit.

OEDO BOTANIA

Was ist Oedo Botania?

Eine Insel mitten im Meer, und die gesamte Insel ist ein einziger Garten. Sobald man vom Ausflugsboot steigt, denkt man unwillkürlich: „Ist das wirklich Korea?"

Es sieht aus, als hätte man ein Stück Mittelmeer hierher versetzt. Palmen, Kakteen, namenlose tropische Blumen – dazwischen weiße Skulpturen, und dahinter erstreckt sich das tiefblaue Südmeer endlos.

Ein Ehepaar hat diesen privaten Garten über 50 Jahre lang gepflegt. Wenn man oben auf der Aussichtsplattform steht, verschwimmt die Grenze zwischen Meer und Himmel, und an besonders klaren Tagen soll man sogar bis zur japanischen Insel Tsushima sehen können.

HAEGEUMGANG

Was ist Haegeumgang?

Der Name bedeutet „Diamantberge des Meeres". Und der Ort wird seinem Namen absolut gerecht.

Über Zehntausende von Jahren haben Wellen und Wind bizarre Felsklippen geformt, die dutzende Meter aus dem Meer ragen. Besonders die Kreuz-Höhle ist spektakulär – mitten durch den Felsen geht eine kreuzförmige Öffnung, und wenn das Ausflugsboot da durchfährt, bleibt einem einfach der Mund offen stehen.

Man muss nicht extra hinfahren. Wenn man das Ausflugsboot nach Oedo nimmt, fährt es zuerst an Haegeumgang vorbei für eine Rundfahrt vom Boot aus, und danach geht es weiter nach Oedo – so bekommt man beides auf einmal.

Vom Wahyeon-Hafen nach Oedo – was man vor der Abfahrt wissen muss

Ausflugsboot nach Oedo Botania am Wahyeon-Hafen auf Geoje Island

Heute starten wir vom Wahyeon-Hafen auf Geoje mit dem Boot. Wahyeon, merkt euch den Namen. Es gibt mehrere Anlegestellen für Ausflugsboote nach Oedo Botania, und ich habe mich für Wahyeon entschieden. Eigentlich war ich schon mal hier – damals mit einem Reisebüro-Paket. Die Erinnerung war so gut, dass ich diesmal wieder hergekommen bin. Seht ihr die Aufschrift oedorang.com auf dem Boot? Mit diesem Schiff geht es auf die Insel mitten im Meer.

Übrigens: Wir waren eine Stunde vor der Abfahrt da, und der Parkplatz war noch fast leer. Der Wahyeon-Strand liegt direkt davor, also konnte man die Wartezeit perfekt mit Meerblick überbrücken.

Insgesamt gibt es auf Geoje 5 Häfen, von denen Ausflugsboote nach Oedo und Haegeumgang abfahren. Jede Anlegestelle hat leicht unterschiedliche Abfahrtszeiten, Preise und Routen – wählt einfach die, die am besten zu eurer Situation passt.

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Jangseungpo-Hafen

Die größte Anlegestelle. Großer Parkplatz, große Ausflugsboote – hier kommen auch viele Reisegruppen an. In der Umgebung gibt es viele Unterkünfte und Restaurants, also gute Erreichbarkeit, aber dafür auch entsprechend viele Leute.

2

Jisepo-Hafen

Beliebt für die Route, die auch die Rundfahrt zur Haegeumgang-Kreuzhöhle beinhaltet. Viele Bewertungen loben die großen und sauberen Boote, allerdings kann es beim Einsteigen etwas Wartezeit geben.

3

Wahyeon-Hafen ← Hier bin ich heute gestartet!

Die Mitarbeiter von Oedo Botania pendeln mit demselben Boot zur Arbeit, weshalb es als besonders zuverlässig gilt. Direkt davor liegt der Wahyeon-Strand, man kann also vor und nach der Bootsfahrt am Strand spazieren gehen, und der Parkplatz ist groß genug – praktisch für alle, die mit dem Auto kommen.

4

Gujora-Hafen

Die nächstgelegene Anlegestelle zu Oedo. In etwa 10 Minuten ist man da. Der kostenlose Parkplatz ist groß, und direkt nebenan gibt es ein tolles Restaurant mit koreanischer Meeresfrüchte-Nudelsuppe – perfekt zum Essen vor der Abfahrt. Wer anfällig für Seekrankheit ist, dem sei die kurze Fahrzeit empfohlen.

5

Dojangpo (Haegeumgang)-Hafen

Die Anlegestelle, die den beliebten Sehenswürdigkeiten wie dem „Hügel des Windes" (Baramui Eondeok) und der Sinseondae-Klippe am nächsten liegt. Nach dem Besuch von Oedo und Haegeumgang kann man direkt zum Hügel des Windes laufen – perfekt für eine Tagesroute.

Innenraum des Ausflugsboots mit blauen Sitzen und geräumiger Kabine

So sieht das Ausflugsboot von Wahyeon innen aus. Blaue Sitze reihen sich auf beiden Seiten, und es ist überraschend geräumig und sauber. Fühlt sich ein bisschen an wie Flugzeugsitze – man kann bequem sitzen bleiben. An beiden Seiten sind große Fenster, sodass man auch im Sitzen das Meer gut sehen kann, und an der Decke hängen Bildschirme, auf denen Routeninformationen und touristische Videos laufen. Bis Oedo dauert es etwa 20–30 Minuten, und beim Meerschauen vergeht die Zeit wie im Flug.

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Unbedingt vor dem Einsteigen wissen

Ausweis nicht vergessen. Erwachsene brauchen einen Personalausweis, Führerschein oder Reisepass, Kinder einen Krankenversicherungsnachweis oder eine Meldebestätigung.

Die Kosten setzen sich aus Bootsfahrt + Oedo-Eintritt zusammen. Die Bootspreise variieren je nach Anlegestelle, und der Oedo-Eintritt (Erwachsene ca. €7,50) wird separat an der Kasse bezahlt. Bei Online-Vorausbuchung gibt es oft Rabatt.

Seid mindestens 30 Minuten vor Abfahrt da. Wer zu spät kommt, kommt wirklich nicht mehr mit. Und eine Erstattung gibt's auch nicht.

Essen und Getränke dürfen nicht mitgebracht werden. Auf Oedo muss man sich sogar Wasser kaufen. Es gibt zwar ein Café auf der Insel, aber rechnet mit Touristenpreisen.

Reisetabletten gibt es an der Kasse für ca. €0,70. Ich selbst werde nicht seekrank, also war es kein Problem, aber wer empfindlich ist, sollte vorher welche nehmen. Aufs Deck gehen und frische Luft schnappen hilft auch enorm.

Haegeumgang-Bootsrundfahrt – die Diamantberge des Meeres

Blick vom Bootsdeck auf das Südmeer vor Geoje Island mit Möwen

Sobald das Boot abgelegt hat, kann man aufs Deck rausgehen. Von Wahyeon aus fährt das Ausflugsboot zuerst an den Haegeumgang-Klippen vorbei für eine Rundfahrt vom Boot aus, bevor es weiter nach Oedo geht. Im Wind zu stehen, mitten auf dem Meer – das fühlt sich richtig gut an. In der Ferne sieht man Berge und Inseln hintereinander gestaffelt, und Möwen folgen dem Boot. Einige Leute hatten Krabbencracker mitgebracht und warfen sie den Möwen zu – an Bord kostete eine Tüte ca. €1,40.

An dem Tag war das Meer ziemlich ruhig. Bei hohem Wellengang soll es schwierig sein, auf dem Deck zu stehen, habe ich gehört. An solchen Tagen muss man wohl drinnen durchs Fenster schauen, stand zumindest in einigen Bewertungen.

Nahaufnahme der Haegeumgang-Felsklippen vom Ausflugsboot aus

Wenn das Boot sich Haegeumgang nähert, tauchen diese gewaltigen Klippen vor einem auf. Auf Fotos sieht es schon beeindruckend aus, aber in Wirklichkeit ist die Dimension eine völlig andere. Über Zehntausende von Jahren durch Wellen und Wind geformte Felsen ragen dutzende Meter aus dem Meer empor, und in den Spalten haben Kiefern ihre Wurzeln geschlagen. Das Ausflugsboot fährt direkt an die Klippen heran, sodass man diese überwältigende Haegeumgang-Landschaft aus nächster Nähe sehen kann.

Ehrlich gesagt war es für mich das dritte Mal an den Haegeumgang-Klippen, also kam bei mir kein „Wow" mehr. Aber wer es zum ersten Mal sieht – das ist was anderes. In dem Moment, als alle auf dem Boot gleichzeitig ihre Kameras hochhoben, denkt man: Ja, das sind also die Diamantberge des Meeres. Der Kapitän erklärt über Lautsprecher die Namen und Legenden der einzelnen Felsen, und sein besonderer Tonfall bleibt einem echt im Ohr.

Der berühmte Löwenfelsen bei Haegeumgang vom Ausflugsboot fotografiert

Das hier ist der berühmte Löwenfelsen von Haegeumgang. Der einzeln stehende Fels links sieht aus wie ein Löwe, der mit offenem Maul aufs Meer hinausblickt. Seht ihr es? Wenn man es einmal weiß, fällt es sofort ins Auge.

Früher soll das Ausflugsboot sogar in die Kreuz-Höhle hineingefahren sein, aber mittlerweile ist das aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt. Kleine Boote scheinen noch reinzufahren, aber das ist wohl ein separates Angebot.

Landung auf Oedo Botania – die ganze Insel ist ein Garten

Eingangsschild von Oedo Botania mit Willkommensgruß Welcome to OEDO BOTANIA

Nach der Haegeumgang-Rundfahrt vom Boot aus kommt man endlich auf Oedo an. Beim Aussteigen begrüßt einen ein Schild mit „Willkommen – Welcome to OEDO BOTANIA".

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Namensschild auf keinen Fall verlieren

Beim Aussteigen bekommt man ein Namensschild. Darauf steht, mit welchem Boot man gekommen ist. Nach der Oedo-Tour muss man dieses Schild abgeben und dasselbe Boot zurücknehmen. Wenn man aus Versehen ein anderes Boot nimmt, landet man an einem völlig anderen Hafen als dem, von dem man losgefahren ist.

Auf Geoje gibt es nämlich 5 Anlegestellen. Im schlimmsten Fall steigt man an einem Hafen aus, der weit entfernt von seinem geparkten Auto ist. „Kann ich dann nicht einfach das nächste Boot nehmen?" Nein, geht leider nicht. Innerhalb der gegebenen 2 Stunden muss man die Tour beenden und unbedingt dasselbe Boot nehmen.

Weißer Torbogen am Eingang von Oedo Botania mit ansteigendem Weg

Vom Anleger geht es hoch, und dann kommt dieser weiße Torbogen. Ab hier beginnt die eigentliche Erkundung von Oedo Botania, und wie man sieht – es geht bergauf. Oedo ist keine große Insel, aber das Gelände ist hügelig, also gibt es ziemlich viele Anstiege und Treppen.

Mir hat es nichts ausgemacht, aber meine Frau hat beim Hochgehen schon etwas gekämpft.

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Ehrliche Worte zu Fitness und Kleidung

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität, ältere Besucher oder Familien mit Kinderwagen kann der Besuch schwierig werden. Es gibt weder Aufzüge noch Rampen. Zwischendurch stehen zwar Bänke zum Ausruhen, aber grundsätzlich muss man 2 Stunden lang Hügel hoch- und runterlaufen.

Turnschuhe sind Pflicht. Flip-Flops oder Absätze – vergesst es. Es gibt viele Steinwege und Treppen. Und wer im Sommer kommt: Sonnenschirm, Hut und Handventilator unbedingt mitnehmen. Es gibt weniger Schatten, als man denkt, und im Hochsommer ist es wirklich unerträglich heiß. Und weil man kein Wasser mitbringen darf, sollte man etwas Bargeld dabeihaben. Es gibt Automaten auf der Insel, aber manche akzeptieren keine Karten.

Die beste Reisezeit ist Frühling oder Herbst. Im Frühling blühen die Blumen in voller Pracht und die Farben sind einfach der Wahnsinn, im Herbst mischt sich das Herbstlaub mit den Palmen für eine ganz besondere Atmosphäre. Sommer ist… ehrlich gesagt ein Kampf gegen die Hitze. Frühling und Herbst sind absolute Empfehlungen.

Blick zurück vom Aufstieg auf das Meer von Geoje und die Ausflugsboote

Schon nach ein paar Schritten bergauf eröffnet sich dieser Ausblick. Dreht man sich um, sieht man das Boot, mit dem man gerade gekommen ist, und dahinter die Bergkette der Hauptinsel Geoje, die sich lang übers Meer erstreckt. Unterhalb des weißen Geländers sind der Wellenbrecher und der „Leuchtturm der Wünsche" zu sehen. Wir sind noch am Eingang und haben schon diesen Blick.

Riesige aus Holz geschnitzte Dinosaurier-Skulptur auf Oedo Botania

Beim Hochgehen tauchte plötzlich das hier auf. Eine riesige Dinosaurier-Skulptur, aus Holz geschnitzt – die Größe ist kein Witz. Das Ding war bestimmt mehrfach so groß wie ich. Alle bleiben hier stehen. Ich auch – ich stand eine ganze Weile da und habe aus verschiedenen Winkeln fotografiert. Es war bewölkt an dem Tag, aber dadurch kam das Grün sogar noch intensiver raus.

Palmengesäumter Hügelweg mit subtropischen Pflanzen auf Oedo Botania

Diese Palmen, die sich den Hügel entlangziehen. Ehrlich, ich dachte, ich wäre irgendwo in Südostasien. Weil Oedo eine Insel mitten im Meer ist, soll das Klima wärmer sein als auf dem Festland. Deshalb gedeihen Palmen und subtropische Pflanzen hier so gut. Sowas hatte ich in Korea außerhalb von Jeju noch nie gesehen, aber Oedo fühlt sich auch ganz anders an als Jeju. Auf einer kleinen Insel stehen die Pflanzen so dicht beieinander – die Dichte ist einfach eine andere. Es fühlte sich an wie ein Spaziergang durch den Dschungel.

Narzissenfeld in voller Blüte im Frühling auf Oedo Botania

Am Wegesrand blühten Narzissen in Hülle und Fülle. Aus der Nähe sind sie noch schöner. Man geht in die Hocke, praktisch im Vorbeigehen. Oedo Botania ist dafür bekannt, dass das ganze Jahr über Blumen blühen, und nachdem ich selbst dort war, kann ich sagen: keine Übertreibung. Ich war im Frühling, und die Narzissen waren in voller Blüte. Im Sommer blühen Hortensien, im Herbst Lantana und Bush-Salbei, und im Winter Kamelien.

Grüner Tunnel-Weg mit Palmen und gelben Blumen auf Oedo Botania

Dieser Weg war einfach genial. Persönlich mein Lieblingsabschnitt auf Oedo Botania. Rechts und links nur Grün, und mittendurch zu laufen fühlte sich an wie eine Filmszene. Rechts reihen sich gelbe Blumen aneinander, und wenn man hochschaut, überdachen die Palmen den Himmel.

Aber es gab ein Problem. Bei jedem Schritt wollte man ein Foto machen und kam einfach nicht voran. Und das ging nicht nur mir so – alle vor mir genauso. Stehenbleiben, knipsen, wieder stehenbleiben. Ich war an einem Wochentag in der Nebensaison, daher ging es einigermaßen. Aber am Wochenende oder an Feiertagen strömen die Leute von allen 5 Anlegestellen gleichzeitig rein – da wird es richtig voll. Geht unter der Woche, wenn es irgendwie geht. Ernsthaft.

In zwei Hälften gespaltener riesiger Baum als Foto-Spot auf Oedo Botania

Als ich diesen Baum sah, dachte ich sofort: „Hier müssen wir ein Foto machen." Ein riesiger Baum, der genau in der Mitte gespalten ist, und dazwischen ist gerade genug Platz für eine Person. Wenn man sich da reinstellt, sieht es auf dem Foto aus, als würde der Baum einen umarmen. Manche Leute standen sogar Schlange dafür. Geht nicht einfach daran vorbei.

Exotische Landschaft mit Ahornbäumen und Palmen nebeneinander auf Oedo Botania

Von der Rückseite sieht der eben gezeigte Baum so aus. Vorne reihen sich runde Blütenknospen nach oben, und an beiden Seiten stehen rote Ahornbäume und Palmen nebeneinander. Ahorn und Palmen in einem Bild? Klingt komisch, oder? Aber auf Oedo ist das ganz normal. Gemäßigte und subtropische Pflanzen, die im gleichen Raum koexistieren – das ist der besondere Charme dieser Insel.

Kakteengarten mit verschiedenen Kakteen und Skulpturen auf Oedo Botania

Hier ist der Kakteengarten. Die Atmosphäre ändert sich schlagartig. Gerade noch grüner Dschungel, und plötzlich steht man auf Sandboden mit Kakteen in Reih und Glied – fühlt sich an wie irgendwo in Mexiko. Weil die Stimmung auf dieser einen Insel ständig wechselt, wird es einfach nicht langweilig.

Steinweg-Promenade mit grünen Bäumen und weißen Skulpturen auf Oedo Botania

Den Steinweg entlang nach oben stehen links und rechts kugelrund geschnittene grüne Bäume, roter Ahorn und weiße Skulpturen harmonisch beieinander. An diesem Tag hingen die Wolken so schön am Himmel, dass es wirklich wie ein Gemälde aussah.

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Tipp für das perfekte Foto

Wenn zu Stoßzeiten viele Leute da sind, ist es schwierig, auf diesem Weg in Ruhe Fotos zu machen. Nehmt wenn möglich das erste Boot am Morgen. Wenn man diesen Weg mit wenig Leuten entlanggeht, fühlt es sich an, als gehöre die ganze Insel einem allein. Am Wochenende und an Feiertagen ist es laut vielen Bewertungen zu jeder Uhrzeit brechend voll – ein Besuch unter der Woche in der Nebensaison ist optimal.

Vom Venus Garden bis zur Aussichtsplattform und wieder runter

Venus Garden auf Oedo Botania mit weißen Säulen, Skulpturen und Brunnen

Da ist er endlich. Der Venus Garden. Das Highlight von Oedo Botania.

Weiße Säulen stehen halbkreisförmig aufgereiht, und dazwischen posieren Skulpturen. Links gibt es einen Brunnen. Angeblich wurde er nach dem Vorbild des Gartens hinter dem Buckingham Palace gestaltet. 2020 wurde er neu renoviert, und der Zustand war wirklich tadellos.

Beim ersten Anblick dachte ich an einen griechischen Tempel, dann an den Garten eines italienischen Palastes. Aber wenn man sich umdreht, sieht man das Südmeer. Es sieht aus wie Europa, aber das Meer ist Korea. Diese Kombination ist irgendwie surreal.

Venus Garden von oben mit gelben Blumenmustern in den Beeten

So sieht der Venus Garden von oben aus. Gelbe Blumen bilden Muster in den Beeten, und entlang der weißen Geländer zieht sich ein Spazierweg. Dabei dachte ich mir: Das hat wirklich eine Privatperson angelegt? Ursprünglich war hier der Sportplatz einer kleinen Grundschule, und daraus wurde das hier. 50 Jahre Arbeit – das Gewicht dieser Zeitspanne scheint in diesem einen Bild zu stecken.

Venus Garden von der gegenüberliegenden Seite mit grünem Hügel und weißem Geländer

Der Venus Garden von der anderen Seite. Derselbe Ort, aber je nach Blickwinkel sieht er immer wieder anders aus. Hier ein Tipp: Geht im Venus Garden beide Seiten entlang. Viele laufen nur eine Seite und gehen weiter, aber der Blick von der gegenüberliegenden Seite ist nochmal ganz anders – es wäre schade, das zu verpassen.

Detailaufnahme der Kieselmuster und gelben Blumeneinfassungen im Venus Garden

Aus der Nähe sieht man solche Details. In den gelben Blumeneinfassungen sind Kieselmuster angelegt, und jedes einzelne ist anders. Geht etwas tiefer in die Knie und schlendert langsam. Wer nur flüchtig hinschaut, verpasst all das. Gärtner liefen ständig herum und pflegten alles.

Drei weiße tanzende Skulpturen vor terrassenförmigem Blumengarten auf Oedo Botania

Wenn man am Venus Garden vorbei weiter hoch geht, kommt dieser Bereich. Drei weiße Skulpturen, die sich an den Händen halten und im Kreis tanzen, dahinter steigen gelbe Blumen, lila Blumen und grüner Rasen terrassenförmig auf. Ab hier fing der Himmel an aufzuklaren. Oedo bei bewölktem Himmel und Oedo bei klarem Wetter – das fühlte sich an wie zwei völlig verschiedene Orte.

Versteckter Kräutergarten mit weißem Eisenbogen auf Oedo Botania

Ein weißer Eisenbogen stand da, und neugierig ging ich rein. Ein kleiner Kräutergarten – kaum jemand geht hier rein. Die meisten folgen nur dem Hauptweg. Aber drinnen ist es ruhig, und durch das Grün fällt Sonnenlicht ein – wirklich wunderschön. Wenn ihr Zeit habt, schaut auch in solche Seitenwege rein.

Roter Ahornbaum über gelben Blumen und spiralförmig geschnittenen Bäumen auf Oedo Botania

Dieses Foto ist mein absoluter Favorit von Oedo. Unter einem roten Ahornbaum breiten sich gelbe Blumen aus, und im Hintergrund steigen spiralförmig geschnittene grüne Bäume in Stufen empor. Rot, Gelb, Grün, Lila – alles in einem einzigen Bild. Nicht bearbeitet. Mit bloßem Auge war es zehnmal intensiver als auf dem Foto.

Nahaufnahme bunter Blumen und Skulpturen auf Oedo Botania

Blumennamen kenne ich keinen einzigen, aber gelbe, lila und orangefarbene blühen da wild durcheinander und sind von ganz alleine wunderschön. Wenn man bedenkt, dass jemand das hier in diesem Umfang jeden Tag pflegt – ehrlich, das hat mich echt beeindruckt.

Panorama-Blick vom Gipfel auf den Venus Garden und das Südmeer

Weiter oben hat man den Blick über die ganze Insel. Unten sieht man die weißen Säulen des Venus Garden, dahinter das Meer und die Bergkette von Geoje. Rosa Azaleen blühten im Vordergrund und rahmten die Landschaft ein wie ein natürlicher Bilderrahmen.

Hier bin ich einfach eine Weile stehen geblieben. Eigentlich wollte ich rauf zum Fotografieren, aber dann habe ich die Kamera runtergenommen und einfach nur geschaut. Meine Frau stand auch still daneben. Solche Momente sind es, die von einer Reise wirklich in Erinnerung bleiben.

Aussichtsplattform ganz oben auf Oedo Botania mit Fernglas und Insel-Panorama

Oben angekommen – die Aussichtsplattform. Das ist der höchste Punkt von Oedo Botania. Es gibt ein Fernglas, und man kann sich ans Geländer lehnen und aufs Meer schauen. Der Aufstieg war heiß, aber oben wehte ein ordentlicher Wind, und das tat richtig gut. In der Ferne schwimmen Inseln wie Punkte auf dem Wasser. An besonders klaren Tagen soll man bis zur japanischen Insel Tsushima sehen können. An dem Tag reichte es nicht ganz so weit, aber es war trotzdem mehr als genug.

Nahaufnahme zartrosa Azaleen in voller Blüte nahe der Aussichtsplattform

In der Nähe der Aussichtsplattform blühten die Azaleen in voller Pracht. Zartrosa mit dunkelrosa Sprenkeln – aus der Nähe richtig filigran. Normalerweise fotografiere ich keine Blumen, aber hier habe ich bestimmt zehn Bilder gemacht.

Natürliche Steilklippen und Felseninseln an der Ostseite von Oedo mit wilden Wellen

Von der Aussichtsplattform aus in die andere Richtung sieht man die Ostseite von Oedo. Hier wurde nichts als Garten angelegt – hier ist die Natur pur. Unter den Klippen brechen Wellen, und an den Felsrändern ragen kleine Felseninseln heraus. Dieselbe Insel, aber die eine Seite ist ein europäischer Garten und die andere raue Naturklippen. Dieser Kontrast macht Oedo erst richtig besonders.

Panoramablick von oben auf Venus Garden, Baumgarten und Meer auf Oedo Botania

Jetzt geht es wieder runter. Von oben sieht man das alles auf einen Blick. Links die weißen Säulen des Venus Garden, in der Mitte die kugelrund geschnittenen Bäume, rechts der Terrassengarten, und dahinter das Meer und die Berge von Geoje. Dass auf einer kleinen Insel das alles Platz findet, finde ich auch jetzt noch unglaublich. Der Aufstieg war anstrengend, aber in dem Moment, als ich diesen Blick hatte, war alles wieder gut.

Orangefarbenes Ziegeldach-Gebäude mit grünem Efeu beim Abstieg auf Oedo Botania

Auf dem Rückweg nach unten sieht man ein Gebäude mit orangefarbenem Ziegeldach. Zwischen grünem Efeu schimmert es hervor – sieht das nicht aus wie ein mediterranes Küstendorf? Die Aussicht beim Hinuntergehen ist auch nochmal anders als beim Aufstieg. Beim Hochgehen konzentriert man sich auf die Gärten, aber beim Runtergehen hat man das Meer und die ganze Insel im Blick.

Mehrere Ausflugsboote am Anleger von Oedo Botania

Unten am Anleger angekommen, herrschte reger Betrieb mit den Booten. Eines ließ gerade Passagiere aussteigen, ein anderes wartete auf dem Wasser. Das sind jeweils Boote von verschiedenen Häfen. Hier kommt das Namensschild ins Spiel, das ich vorhin erwähnt habe. Man muss unter all diesen Booten das eigene finden und einsteigen.

Abschiedsschild am Ausgang von Oedo Botania mit Good bye Aufschrift

„Auf Wiedersehen. Good bye!" Das Schild, das bei der Ankunft „Willkommen" gesagt hat, zeigt auf dem Rückweg diese Botschaft. Beim Anblick dieses Schilds wurde ich ein bisschen wehmütig.

Hätte nicht gedacht, dass 2 Stunden so schnell vergehen. Ehrlich, am Anfang dachte ich, so eine kleine Insel hat man schnell gesehen. Aber am Ende hat die Zeit nicht gereicht. Es gab Seitenwege, die ich nicht erkundet habe, und ich hätte gerne in einem Café gesessen und aufs Meer geschaut. Übrigens gibt es auf Oedo Botania zwei Cafés. Eins auf halber Strecke, das Venus Garden Café, und eins nahe dem Gipfel namens „Oh! Wunderschön" – mit Rotbohnen-Eis und Cold Brew als Spezialitäten. Der Ausblick soll fantastisch sein, aber mir fehlte die Zeit. Beim nächsten Mal werde ich definitiv dort einkehren.

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Beste Reisezeit

Frühling (März–Mai) und Herbst (September–November) sind am besten. Im Frühling blühen Narzissen, Tulpen und Azaleen in voller Pracht, und im Herbst mischt sich das Herbstlaub mit den Palmen zu einer einzigartigen Landschaft. Im Sommer ist es ehrlich gesagt unerträglich heiß. Ohne Sonnenschirm, Handventilator und Eiswasser wird es hart. Im Winter gibt es weniger Blumen, also ist es im Vergleich zu Frühling und Herbst etwas weniger spektakulär.

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Bester Wochentag

Wochentags in der Nebensaison ist optimal. Ich war unter der Woche da und es war überschaubar. Am Wochenende oder an Feiertagen kommen von allen 5 Anlegestellen gleichzeitig Menschenmassen – dann wird es richtig voll. Fotos werden schwierig, und auf den engen Wegen muss man sich an anderen Leuten vorbeiquetschen.

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Kosten

Die Gesamtkosten setzen sich aus Bootsfahrt und Oedo-Eintritt zusammen. Der Bootspreis variiert je nach Anlegestelle (Erwachsene ca. €10–€15), und der Oedo-Eintritt liegt bei ca. €7,50 für Erwachsene. Online-Vorausbuchung bringt oft Rabatte, also vorher nachschauen. Auf der Insel kommen eventuelle Café- oder Snack-Kosten dazu. Bargeld mitnehmen.

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Zeitaufwand

Bootsfahrt hin + Haegeumgang-Rundfahrt + 2 Stunden Oedo-Besichtigung + Rückfahrt ergeben zusammen etwa 3–4 Stunden hin und zurück. Dazu noch Parken und Ticketkauf – rechnet also mit einem halben Tag allein für Oedo.

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Wichtige Regeln

Auf ganz Oedo Botania gilt striktes Rauch- und Alkoholverbot. In die Blumenbeete hineingehen für Fotos ist ebenfalls verboten, und wer Pflanzen oder Steine mitnimmt, kann des Platzes verwiesen werden. Essen und Getränke dürfen nicht mitgebracht werden. Haustiere sind ebenfalls nicht erlaubt.

Ein Ort, an den man zurückkehren möchte

Auf dem Rückweg im Boot habe ich meine Frau gefragt: „Willst du nochmal her?" Die Antwort kam sofort: „Lass im Frühling wiederkommen. Wenn noch mehr Blumen blühen." Ich dachte genauso. Dass 2 Stunden nicht gereicht haben, heißt, dass es so schön war.

Wenn man schon auf Geoje Island ist und Oedo Botania auslässt, wäre das ehrlich gesagt wirklich schade. Das mit dem Boot mag etwas umständlich wirken, aber wenn man erstmal da ist, merkt man, dass genau diese Umständlichkeit die Insel so besonders macht. Gerade weil man nicht einfach so hinkommt, ist die Ankunft umso bewegender.

Beim nächsten Mal möchte ich im Café einen Kaffee trinken und aufs Meer schauen, die Seitenwege erkunden und einfach ein bisschen gemütlicher über die Insel schlendern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Was kostet der Eintritt für Oedo Botania?

Der Oedo-Eintritt kostet für Erwachsene ca. €7,50, für Jugendliche (Mittel-/Oberschule) ca. €5,50 und für Kinder (ab 25 Monate bis Grundschule) ca. €3,40. Die Bootsfahrt kommt separat dazu und variiert je nach Anlegestelle – für Erwachsene ungefähr €10–€15. Bei Online-Vorausbuchung gibt es oft Rabatte, also vorher prüfen.

F: Von wo fährt das Ausflugsboot nach Oedo ab?

Auf Geoje gibt es 5 Anlegestellen: Jangseungpo, Jisepo, Wahyeon, Gujora und Dojangpo (Haegeumgang). Jede hat unterschiedliche Abfahrtszeiten und Preise, also vorher informieren. Wer anfällig für Seekrankheit ist, dem empfehle ich die Gujora-Anlegestelle – von dort sind es nur etwa 10 Minuten bis Oedo.

F: Wie lange dauert der Besuch von Oedo Botania?

Die freie Besichtigungszeit auf der Insel beträgt etwa 2 Stunden. Dazu kommen die Bootsfahrt hin, die Haegeumgang-Rundfahrt und die Rückfahrt – insgesamt also etwa 3–4 Stunden. Mit Parken und Ticketkauf sollte man einen halben Tag einplanen.

F: Wann ist die beste Jahreszeit für Oedo Botania?

Frühling (März–Mai) und Herbst (September–November) sind am besten. Im Frühling blühen Narzissen, Tulpen und Azaleen in voller Pracht, und im Herbst mischt sich das Herbstlaub mit den Palmen zu einem einzigartigen Bild. Im Sommer ist es extrem heiß und feucht, also sehr anstrengend, und im Winter gibt es weniger Blumen als im Frühling und Herbst.

F: Darf man Essen und Getränke nach Oedo Botania mitbringen?

Nein, mitgebrachte Speisen und Getränke sind nicht erlaubt. Auf der Insel gibt es 2 Cafés und einen Snackstand. Dort gibt es Cold Brew Kaffee, Rotbohnen-Eis, Eiscreme und einfache Gerichte wie Udon-Nudeln. Allerdings sind es Touristenpreise, also etwas teurer, und manche Automaten nehmen keine Karten – Bargeld mitnehmen ist ratsam.

F: Ich werde leicht seekrank – ist das machbar?

Das hängt vom Seegang ab, aber generell ist das Südmeer hier eher ruhig. Falls ihr euch trotzdem Sorgen macht: An der Kasse gibt es Reisetabletten für ca. €0,70. Wenn man nur drinnen sitzt, kann einem schwindelig werden – geht lieber aufs Deck und lasst euch den Wind um die Nase wehen, das hilft. Wer stark anfällig ist, kann von der Gujora-Anlegestelle losfahren – von dort sind es nur etwa 10 Minuten bis Oedo.

F: Ist ein Besuch mit Kinderwagen oder Rollstuhl möglich?

Ehrlich gesagt ist das schwierig. Die Insel hat ein hügeliges Gelände mit vielen Anstiegen und Treppen, und es gibt weder Aufzüge noch Rampen. Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist oder einen Kinderwagen mitbringen müsste, sollte das vorher unbedingt bedenken.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich veröffentlicht auf https://hi-jsb.blog.

Veröffentlicht 15. März 2026 um 22:20
Aktualisiert 19. März 2026 um 04:27