KategorieCafé
SpracheDeutsch
Veröffentlicht4. Mai 2026 um 11:09

24-Stunden-Café in Korea — Mitternachtsbesuch mit Gelato

#24 Stunden Café#Café zum Arbeiten nachts#Café mit WLAN
Etwa 13 Min. Lesezeit
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Das Pascucci in Sintanjin, einem Vorort der zentralkoreanischen Stadt Daejeon, ist ein riesiges Café, das rund um die Uhr geöffnet hat — 365 Tage im Jahr. Es gibt einen Drive-Thru, einen großen kostenlosen Parkplatz und selbst mitten in der Nacht kannst du Kaffee, Gelato, Kuchen und Panini bestellen. Der Bestellterminal (in Korea „Kiosk" genannt) lässt sich auf Englisch, Japanisch und Chinesisch umstellen. Auf zwei Etagen verteilen sich jede Menge Sitzplätze, dazu kabelloses Laden und kostenloses WLAN — perfekt, um auch spätabends stundenlang sitzen zu bleiben. Pascucci ist übrigens eine italienische Kaffeemarke, gegründet 1883, die in Korea von der SPC Group betrieben wird. Dieser Beitrag ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht von meinem Besuch um Mitternacht.

Um Mitternacht zum Pascucci in Sintanjin

Ich konnte nicht schlafen und fragte meine Frau: „Hast du Lust auf ein Café?" — sie stand sofort auf. Das Problem war nur die Uhrzeit. Kurz vor Mitternacht hatten in unserer Gegend längst alle Cafés zugemacht. Online fand ich auch nichts Brauchbares, also fuhren wir am Ende zum Pascucci in Sintanjin, das 24 Stunden geöffnet hat. Es war unser dritter Besuch dort. Die ersten beiden Male waren auch nachts. Wenn man in Sintanjin wohnt und es abends kaum Café-Optionen gibt, landet man einfach immer wieder hier.

Der Name Pascucci klingt nach einem italienischen Café — und tatsächlich wurde die Marke 1883 in Italien gegründet. Die koreanische SPC Group hat sie aber 2002 nach Korea gebracht und betreibt sie seitdem. Inzwischen gibt es in Korea sogar mehr Filialen als in Italien selbst, also ziemlich etabliert als Franchise. Trotzdem steht Pascucci im Schatten von Starbucks oder Twosome Place, einer anderen großen koreanischen Kette. Ich war vor einiger Zeit mehrere Monate auf einer Halbleiter-Baustelle in Cheongju, einer Stadt nicht weit von Daejeon, und bin damals drei- bis viermal pro Woche ins Pascucci um die Ecke gegangen. So oft, dass ich mich gar nicht mehr an jedes Mal erinnern kann. Seitdem ist mir die Marke vertraut, und es fühlt sich nie fremd an, dort reinzugehen.

Nachts sieht die Fassade erst richtig gut aus

Nachtansicht der Glasfassade von Pascucci Sintanjin — Blumendeko und warme Beleuchtung hinter der Verglasung

Von draußen schimmerte die Innenbeleuchtung durch die riesige Glasfront, und dahinter waren Rankpflanzen und Blumendeko dezent zu erkennen. Meine Frau stieg aus dem Auto und sagte sofort: „Nachts sieht es hier einfach toll aus." Beim dritten Besuch derselbe Kommentar. Tagsüber ist es halt ein großes Café, aber abends reflektiert sich das Innenlicht in den Scheiben, und der Blick bleibt automatisch hängen. Weil das Gebäude als Drive-Thru-Filiale konzipiert ist, hat es richtig viel Fläche — das Ganze wirkt dadurch offen und überhaupt nicht beengt.

Beleuchtetes Drive-Thru-Schild von Pascucci Sintanjin bei Nacht
Blumen- und Obst-Wandbild hinter Rankpflanzen durch das Schaufenster von Pascucci Sintanjin

Rund ums Schild leuchtete das Drive-Thru-Zeichen klar und deutlich in der Nachtbeleuchtung. An der Fensterseite entlang konnte man drinnen ein großes Wandbild voller Blumen und Früchte zwischen den Rankpflanzen erkennen. Kurzer Hinweis: Der Drive-Thru läuft nachts nicht. Der ist nur tagsüber nutzbar; abends parkst du einfach und gehst rein. Obwohl es Mitternacht war, sah man drinnen ziemlich viele Leute sitzen — also ja, es stimmt wirklich mit den 24 Stunden.

Innenraum — ein Café über zwei Etagen mit Blumendeko

Innenansicht von Pascucci Sintanjin — doppelhohe Decke mit herabhängenden Blumen und Ranken

Drinnen ist es viel größer, als es von außen wirkt. Die Decke geht über zwei Stockwerke, und von oben hängen Blumen und Ranken herunter — fast wie ein kleiner Garten mitten im Café. Besonders gut gefielen mir die langen Tische an der Fensterseite: Zwischen Holzelementen fiel gedämpftes Licht ein, und trotz Mitternacht saß dort jemand allein mit aufgeklapptem Laptop. In Korea ist es völlig normal, allein ins Café zu gehen und stundenlang dort zu sitzen. Leute arbeiten am Laptop, Studenten büffeln für Prüfungen, andere scrollen einfach geistesabwesend durchs Handy. Bei einem Franchise-Café rechnet man nicht mit so viel Mühe beim Interieur, aber dieser Filiale sieht man an, dass hier richtig was investiert wurde.

Die Wandbild-Ecke und die Sitzplatzaufteilung

Wandfüllendes Blumen- und Obstbild an der Wand von Pascucci Sintanjin
Sitzbänke an der Wand und hohe Bartische im Erdgeschoss von Pascucci Sintanjin

Eine komplette Wand war mit einem riesigen Blumen- und Obstbild bedeckt — allein durch die Größe hatte es ordentlich Wirkung. Die Sitzplätze reichten von langen Wandbänken bis zu hohen Bartischen, also genug Auswahl, egal ob du allein kommst oder mit mehreren Leuten. Nach Mitternacht war dieser Bereich fast leer, was fürs Fotografieren praktisch war. Allerdings ist die Beleuchtung am Wandbild etwas heller, also wenn du es spätabends lieber gemütlicher magst, sind die Plätze an der Fensterfront die bessere Wahl.

Die Theke und die Dessert-Vitrine um Mitternacht

Geschwungene Theke von Pascucci Sintanjin mit digitaler Menütafel
Brot- und Dessert-Vitrine an der Theke von Pascucci Sintanjin — auch nach Mitternacht noch gut bestückt

Die Theke zieht sich in einem langen Bogen durchs Erdgeschoss — allein daran merkt man, wie groß der Laden ist. Um Mitternacht stand eine Mitarbeiterin dahinter und bereitete Getränke zu. Die Speisekarte läuft über Digitalbildschirme und zeigt neben Kaffee auch Sachen wie Granita und Gelato. Vor der Theke waren Brot und Desserts in einer Vitrine ordentlich aufgereiht. Normalerweise ist die Auslage in einem 24-Stunden-Café zu dieser Uhrzeit so gut wie leer, aber hier war auch nach Mitternacht noch überraschend viel da. Dass man auch spät nachts reinkommt und tatsächlich was zum Aussuchen hat — das kann ich bestätigen.

Bestellung am Kiosk-Terminal — auf Englisch, Japanisch und Chinesisch

Kiosk-Bildschirm bei Pascucci Sintanjin — Cream-Tea-1+1-Aktion und Berry-Matcha-Serie

Bestellt haben wir am Kiosk. In koreanischen Cafés läuft mittlerweile fast alles über Selbstbedienungsterminals. Du wählst dein Menü auf dem Touchscreen und zahlst mit Karte — die Oberfläche ist intuitiv, nach ein, zwei Mal hat man den Dreh raus. Auf dem Bildschirm wurde gerade eine Cream-Tea-1+1-Aktion angezeigt: Wenn du einen von drei Cream Teas kaufst, bekommst du einen Americano gratis dazu. Wenn man sowieso zwei Getränke braucht, kein schlechter Deal. Darunter war die neue Berry-Matcha-Serie zu sehen, aber am Ende haben wir doch das Übliche bestellt.

Kiosk-Bildschirm von Pascucci auf Englisch — Auswahl zwischen Vor-Ort-Verzehr und Mitnahme

Der Kiosk unterstützt auch Englisch. Als landesweites Franchise bietet er Englisch, Japanisch und Chinesisch zur Auswahl, und die englische Oberfläche war sauber umgesetzt. Auch wer kein Koreanisch spricht, kann direkt auf dem Bildschirm auswählen, ob man vor Ort essen oder mitnehmen möchte — Stress bei der Bestellung gibt es also nicht. Kleiner Hinweis: Wer „Vor Ort" wählt, bekommt sein Getränk in einer richtigen Tasse statt im Einwegbecher. In Korea sind Einwegbecher für den Vor-Ort-Verzehr gesetzlich eingeschränkt.

Kiosk-Kategorien bei Pascucci auf Englisch — Icons für Saisonmenü, Kaffee, Getränke, Kuchen, Sandwiches, Bäckerei und Gelato

Auf dem englischen Bildschirm waren die Kategorien mit großen Icons klar aufgeteilt, sodass die Auswahl leichtfiel. Saisonmenü, Kaffee, Getränke, Kuchen, Sandwiches, Bäckerei und Gelato — alles auf einen Blick. Selbst ohne Koreanischkenntnisse reicht es, einfach auf die Bilder zu tippen. Kategorie auswählen, Produkt antippen, schon kommt der Bezahlscreen. Selbst wenn du zum ersten Mal vor so einem Kiosk stehst, sollte das kein Problem sein.

Preise und Zahlungsmethoden

Kiosk-Bildschirm bei Pascucci auf Englisch, Kategorie Sandwiches — Philly Steak, Avocado Chicken Ham und Italian Classic Panini mit Preisen
Kiosk-Bildschirm bei Pascucci auf Englisch, Kategorie Kuchen — Cassata-Serie und Soufflé-Cheesecake mit Preisen

In der Sandwich-Kategorie tauchten verschiedene Panini auf: Philly Steak, Avocado Chicken Ham, Egg Melting Bulgogi und Italian Classic — alle zwischen 7.600 und 7.800 Won (umgerechnet etwa 5,00 bis 5,20 €). Bei den Kuchen gab es die Cassata-Serie ab 6.900 Won (ca. 4,60 €) und einen Soufflé-Cheesecake für 6.300 Won (ca. 4,20 €). Eine ganze Erdbeer-Joghurt-Torte kostete 13.000 Won (rund 8,60 €). Pro Stück bewegen sich die Preise im üblichen Rahmen koreanischer Franchise-Cafés. Die Produktnamen und Fotos waren auch auf dem englischen Bildschirm gut dargestellt, sodass man bequem vergleichen und auswählen konnte.

Kiosk-Bezahlbildschirm bei Pascucci auf Englisch — Auswahl zwischen Kreditkarte und mobilem Bezahlen

Der Bezahlbildschirm war ebenfalls gut auf Englisch umgesetzt. Kreditkarte geht natürlich, und dazu werden diverse in Korea gängige Mobile-Payment-Dienste unterstützt.

Akzeptierte Zahlungsmethoden in dieser Filiale

Kreditkarte / Samsung Pay / Apple Pay / Kakao Pay / Naver Pay / Payco / Zero Pay / Smile Pay / Happy Pay / WeChat Pay / Mobile Gutscheine

Auch im Ausland ausgestellte Visa- und Mastercard-Karten werden akzeptiert. Je nach Situation im Geschäft können einzelne Zahlungsarten eingeschränkt sein.

Dass sogar WeChat Pay funktioniert, fiel mir auf. In koreanischen Franchise-Cafés ist das noch keine Selbstverständlichkeit. Für Leute aus dem Ausland ist das ziemlich praktisch. Da auch internationale Visa- und Mastercard-Karten gehen, dürfte es beim Bezahlen eigentlich keine Hürden geben.

Bezahlung per Samsung Pay am Kiosk von Pascucci Sintanjin
Kassenbon von Pascucci Sintanjin — Tiramisu-Gelato, Iced Caffè Mocha und Italian Classic Panini, Gesamtbetrag 19.800 Won, mit WLAN-Passwort

Meine Frau zahlte mit Samsung Pay. Sie hielt einfach ihr Handy an den Kartenslot unten am Kiosk, und es wurde sofort erkannt. Ein Tiramisu-Gelato, ein Iced Caffè Mocha und ein Italian Classic Panini — zusammen 19.800 Won (rund 13,20 €). Unten auf dem Kassenbon steht direkt das WLAN-Passwort mit drauf. Es gibt separate Netze für Erdgeschoss und Obergeschoss, jeweils mit eigenem Passwort, sodass man das Personal nicht extra fragen muss. In den allermeisten koreanischen Cafés ist WLAN kostenlos — das Passwort steht entweder an der Theke oder wird auf den Bon gedruckt.

Kuchen, Panini und Brot — die Vitrine auch um Mitternacht noch voll

Cassata Blueberry Yoghurt und Cassata Tiramisu in der Vitrine von Pascucci Sintanjin
Cassata Cherry Chocolate Cake in der Vitrine von Pascucci Sintanjin — großzügig mit Schokoladenstücken belegt
Erdbeerkuchen und Oh My White Cake — Kuchenstücke in der Dessert-Vitrine von Pascucci Sintanjin

Während wir auf die Getränke warteten, schaute ich mir die Vitrine genauer an. Die komplette Cassata-Serie war aufgereiht, und Blueberry Yoghurt neben Tiramisu fiel mir zuerst ins Auge. Auf dem Blueberry-Stück steckten ganze Heidelbeeren obendrauf — sah richtig appetitlich aus. Das Tiramisu war dick mit Kakaopulver bedeckt, ganz im italienischen Stil. Beide kosteten 6.900 Won (ca. 4,60 €), und die Stücke wirkten größer als erwartet — für den Preis absolut in Ordnung. Daneben stand das Cassata Cherry Chocolate für 7.400 Won (ca. 4,90 €), obendrauf ein Haufen Schokoladenstücke, das dürfte richtig süß sein. Dazwischen noch Erdbeerkuchen und anderes — und dass nach Mitternacht wirklich kein einziger Platz in der Vitrine leer war, hat mich ehrlich überrascht.

Panini-Ecke bei Pascucci Sintanjin — Panini auf Holzbrettchen mit roten HOT-Aufklebern
Philly Steak Panini bei Pascucci — Fleisch mit Jalapeños belegt
Vollkorn-Panini bei Pascucci — gefüllt mit Rucola und Sauce
Italian Classic Panini bei Pascucci — Schinken, Oliven und Tomaten
Wasser und Saftflaschen unter der Panini-Auslage bei Pascucci Sintanjin

Neben den Kuchen kam die Sandwich- und Panini-Ecke, und auch hier war die Auswahl beeindruckend. Jedes Panini lag einzeln auf einem Holzbrettchen, schön zum Anschauen, und alle hatten rote HOT-Aufkleber — werden also beim Bestellen offenbar aufgewärmt. Das Philly-Steak-Panini hatte Jalapeños auf dem Fleisch, das dürfte scharf sein. Daneben eines im Vollkornbrot, prall gefüllt mit Rucola und Sauce — das sah für mich am leckersten aus. Das Italian Classic Panini war die solide Variante mit Schinken, Oliven und Tomaten, und genau das hat meine Frau genommen. Preislich lag alles zwischen 7.100 und 8.300 Won (ca. 4,70 bis 5,50 €). Die Dinger waren so groß, dass sie nicht in eine Hand passen — als Mitternachtssnack mehr als genug. Unten gab es außerdem Wasser und Säfte, sodass man auch einfach nur Brot und Wasser mitnehmen konnte, ohne ein Getränk bestellen zu müssen.

Bagels, Salzbrot und Würfelbrot auf der Theke von Pascucci Sintanjin
Croissants und Gebäck auf einem Tablett bei Pascucci Sintanjin, dahinter ein Schild für eine Naver-Bewertungsaktion

Auf der Theke lagen noch weitere Brotsorten. Bagels gab es in zwei Varianten — Plain und Basilikum —, beide mit Frischkäse gefüllt, für je 4.500 Won (ca. 3,00 €). Daneben Salzbrot und würfelförmiges Gebäck zwischen 2.900 und 4.900 Won (ca. 1,90 bis 3,30 €). Auf einem anderen Tablett lagen Croissants und runde Gebäckstücke, und dahinter stand ein Schild für eine Bewertungsaktion auf Naver, der größten koreanischen Suchplattform — wer eine Bewertung schreibt, bekommt offenbar ein Macaron geschenkt. Dass um diese Uhrzeit noch so viel Brot da ist, ist ehrlich gesagt beachtlich. Wenn es dir aber wirklich ums Brot geht, kommst du besser tagsüber.

Kabelloses Laden und WLAN — warum man hier die ganze Nacht sitzen kann

Langer Tisch am Fenster bei Pascucci Sintanjin — herabhängende Blumen- und Zitronendeko darüber
In den Tisch eingelassene Steckdose bei Pascucci Sintanjin
In den Tisch eingebautes kabelloses Ladepad bei Pascucci Sintanjin

Weil die Getränke noch etwas dauerten, suchten wir uns erst mal einen Platz. Wir setzten uns an den langen Tisch an der Fensterseite, über dem Blumen und Zitronen von der Decke hingen — der Platz mit der besten Atmosphäre. Bei genauerem Hinsehen waren in die Tischplatte Steckdosen eingelassen, und zusätzlich gab es kabellose Ladepads, direkt in den Tisch integriert. Handy drauflegen und es lädt los. Schon damals im Pascucci in Cheongju hatte ich das öfter genutzt. Ich sag's ehrlich: Die Ladegeschwindigkeit ist langsam. Wenn es eilig ist, steck lieber das Kabel in die Steckdose. Aber wenn du beim Kaffee dein Handy einfach auf den Tisch legst und es dabei von allein ein bisschen auflädt, reicht das für ein, zwei Stunden locker aus. Wer die ganze Nacht im 24-Stunden-Café sitzen will, braucht ja fast zwingend eine Lademöglichkeit. Und wie viele Cafés haben bitte kabelloses Laden an jedem einzelnen Platz?

Sofas im Obergeschoss und die Stimmung bei Nacht

Panorama des Obergeschosses von Pascucci Sintanjin — PHILOSOPHY-Schriftzug und bunte Sofas
Bohnenförmige Tische und grüne sowie rote Sofas im Obergeschoss von Pascucci Sintanjin
Blick von der Glasbrüstung im Obergeschoss auf das Erdgeschoss von Pascucci Sintanjin
Blumendeko und Beleuchtung aus der Höhe des Obergeschosses bei Pascucci Sintanjin
Pascucci-Logo spiegelt sich im Glas des Obergeschosses mit Nachtansicht nach draußen

Wir gingen nach oben. Das Obergeschoss war richtig geräumig. An der Wand stand in großen Buchstaben PHILOSOPHY, und davor erstreckte sich eine ganze Landschaft aus Sofas. Grün, Rot, Gelb, Grau — jeder Sessel in einer anderen Farbe, und trotzdem passte alles irgendwie zusammen. Die Tische hatten abgerundete Bohnenformen, was dem Ganzen die Steifheit nahm, und die Sofas waren weich genug, dass man hier deutlich bequemer saß als unten an den langen Tischen.

An der Glasbrüstung konnte man das gesamte Erdgeschoss überblicken. Von oben hingen die Blumendeko und die Lichter direkt auf Augenhöhe, was noch mal eine ganz andere Perspektive ergab. Draußen spiegelte sich das Pascucci-Logo im Glas, und drinnen sah man die Theke und die Gäste unten — ein offenes, angenehmes Gefühl. Obwohl es schon nach Mitternacht war, saßen oben noch Leute mit Laptop und ein paar Pärchen, die sich leise unterhielten. Mit dem Erdgeschoss zusammen waren es bestimmt über zehn Gruppen. Um Mitternacht so ein Aufkommen — das zeigt, dass das 24-Stunden-Café hier wirklich funktioniert. Allerdings ist die Beleuchtung oben etwas dunkler als unten, also eher zum Entspannen und Reden als zum konzentrierten Arbeiten.

Tiramisu-Gelato, Caffè Mocha und Italian Panini im Test

Tablett am Brüstungsplatz im Obergeschoss von Pascucci Sintanjin — Iced Caffè Mocha, Tiramisu-Gelato und Italian Classic Panini
Iced Caffè Mocha bei Pascucci — üppig mit Sahne getoppt
Tiramisu-Gelato bei Pascucci — Vanille-Eiskugel obenauf im Becher
Italian Classic Panini bei Pascucci — halbiert mit herausquellendem Käse
Nahaufnahme des Querschnitts vom Italian Classic Panini — mehrere Lagen Schinken und geschmolzener Mozzarella
Angebissenes Italian Classic Panini bei Pascucci — knusprige Kruste und sichtbare Füllung
Tisch im Obergeschoss von Pascucci Sintanjin mit Getränken und Panini

Endlich war unsere Bestellung da. Wir stellten das Tablett am Platz an der Brüstung ab, und im Hintergrund hingen Blumendeko und Lichter — der Fotohintergrund ergab sich quasi von selbst. Der Iced Caffè Mocha hatte eine ordentliche Sahnehaube obendrauf — der war für meine Frau. Das Tiramisu-Gelato kam als Becher mit einer Kugel Vanilleeis obenauf — das war meins. Beim ersten Schluck schmeckt man erst mal eine leichte Bitterkeit vom Kaffee. Aber wenn das Eis schmilzt, wird es nach und nach cremiger, und weiter unten wird der Kaffeegeschmack wieder intensiver. Wenn man einfach durchzieht, merkt man es vielleicht gar nicht, aber wer langsam trinkt, spürt, wie sich der Geschmack zwischendurch verändert.

Das Italian Classic Panini kam halbiert: außen deutliche Grillstreifen, innen quoll der Käse raus. Beim ersten Biss merkte ich, dass der Schinken in mehreren Schichten gefaltet drin steckt, dazu Tomate und geschmolzener Mozzarella — insgesamt solide. Das Brot selbst war schön knusprig, hatte Biss, und die Füllung war üppiger als gedacht. Von einem Franchise-Café-Panini hatte ich nicht viel erwartet, aber als Mitternachtssnack war es völlig in Ordnung. Allerdings haben wir uns ein Panini geteilt, und da blieb am Ende der Wunsch nach mehr. Weil wir vorher schon Abendbrot gegessen hatten, ging es gerade so — hungrig hätten wir ein zweites bestellt. Und noch was: Das Panini war beim Servieren schon etwas lauwarm. Angeblich wird es aufgewärmt, aber richtig heiß war es definitiv nicht. Hätten wir es sofort gegessen, wäre es vielleicht nicht so aufgefallen, aber wir trugen es erst hoch in den zweiten Stock, machten Fotos, und dann fiel es umso mehr auf.

Selbst abräumen und Parkplatz — auf dem Weg raus

Geschirrrückgabe-Station bei Pascucci Sintanjin — Abstellfläche für leere Tassen und Tabletts

In koreanischen Cafés räumt man selbst ab. Es kommt kein Kellner an den Tisch — wenn du fertig bist, bringst du dein Tablett samt Geschirr zu so einer Rückgabestation. Falls du nicht weißt, wie es geht, schau einfach einmal, was andere Gäste machen. Leere Tassen und Tablett abstellst, und Müll wie Strohhalme oder Servietten kommt in die Mülltrennung daneben.

Parkplatz von Pascucci Sintanjin bei Nacht — großer, fast leerer Parkplatz um 1 Uhr morgens
Außenansicht von Pascucci Sintanjin vom Parkplatz — Lage direkt an der Hauptstraße

Nach gut einer Stunde machten wir uns auf den Weg. Es war gegen 1 Uhr morgens, und der Parkplatz war so gut wie leer. Es gibt reichlich Stellplätze, sodass man wahrscheinlich auch tagsüber nicht lange suchen muss. Die Filiale liegt direkt an einer großen Hauptstraße — mit dem Auto also sehr gut erreichbar, auf jeden Fall besser als mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Ganz ehrlich: Pascucci ist in Korea nicht unbedingt ein Café, das man gezielt ansteuert. Aber diese Filiale ist anders. 24 Stunden geöffnet, riesig, das Interieur hat Hand und Fuß, und selbst nach Mitternacht sitzen über zehn Gruppen drin. Wir sind nur hingefahren, weil abends nichts anderes offen hatte — aber wir werden bestimmt wiederkommen. Falls du in der Gegend Sintanjin bei Daejeon nachts ein Café suchst, probier dieses hier mal aus.

Infos zu Pascucci Daejeon Sintanjin DT

Adresse: 504 Sintanjin-ro, Daedeok-gu, Daejeon, Südkorea
Öffnungszeiten: 24 Stunden, ganzjährig geöffnet
Drive-Thru-Zeiten: 05:00 – 22:00 Uhr
Telefon: +82-507-1329-8497
Parken: kostenloser Parkplatz vorhanden
WLAN: kostenlos (getrennte Netze für EG und OG)
Kabelloses Laden: in die Tische integrierte Ladepads
Kiosk-Sprachen: Koreanisch, Englisch, Japanisch, Chinesisch

Alle Angaben basieren auf einem Besuch im April 2026 und können sich je nach Filiale ändern.

Veröffentlicht 4. Mai 2026 um 11:09
Aktualisiert 4. Mai 2026 um 11:20