Zeitreise in Korea: Mr. Sunshine Drehort entdecken
Ab dem Moment, in dem du eintrittst, bleibt die Zeit stehen
Eintrittspreise
Admission
- 🧑 Erwachsene ~7 €
- 🧑🎓 Jugendliche ~5,50 €
- 👶👴 Kinder · Senioren ~4 €
Gruppenrabatt ab 20 Personen (werktags) · Nur Kasse vor Ort

Sobald du dein Ticket gelöst hast und durch das Tor trittst, fühlt es sich an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Hier wurden die Straßen von Hanseong (dem heutigen Seoul) aus der Zeit um 1900 originalgetreu nachgebaut – der sogenannten Öffnungsperiode Koreas zur Moderne. Steinwege, die aussehen, als wären sie von Hand verlegt worden, Holzgebäude, denen man die Jahre ansieht, und Sommersonnenstrahlen, die über grüne Rasenflächen fallen. Aber mal ehrlich, siehst du den Telegrafenmast da hinten? Der wurde absichtlich stehen gelassen. In den 1900er Jahren gab es tatsächlich Telegrafenmasten. Beim Bau dieses Filmsets wurde sogar das historisch korrekt recherchiert. Allein dieses Detail sagt schon alles, oder? Das hier ist kein lieblos zusammengezimmerter Drehort.
Glory Hotel — Das Herzstück des Mr. Sunshine Drehortes


Dieses Gebäude ist das Glory Hotel. Es ist das Erste, was einem im Sunshine Studio ins Auge fällt. Efeu klettert an den Außenwänden empor, und im Vorgarten steht eine alte Straßenlaterne. Als ich es zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich echt, das sieht aus wie ein Filmplakat. Ist das hier wirklich echt?
Das Gebäude wurde dem historischen Sontag Hotel nachempfunden. Das Sontag Hotel war das erste Hotel westlichen Stils in Korea und existierte Anfang der 1900er Jahre tatsächlich im Stadtteil Jeong-dong in Seoul. Die Besitzerin war Antoinette Sontag (1854–1922), eine in Frankreich geborene Deutsche, und das Hotel wurde als privates Establishment für den kaiserlichen Hof betrieben. Es ist auch ein historisch bedeutsamer Ort: 1905 residierte der japanische Sondergesandte Ito Hirobumi hier, als er den Abschluss des Eulsa-Vertrags erzwang, der Korea seine diplomatische Souveränität raubte.
Im Drama Mr. Sunshine (2018) erscheint es als zentraler Ort, an dem die Hauptfiguren ein und aus gehen. Heute gibt es im Erdgeschoss einen Vorführraum mit Drama-Highlights und eine Requisitenausstellung, und die zweite Etage wird als Café betrieben. Du kannst an genau dem Fenster aus dem Drama einen Kaffee trinken. Wenn du einfach daran vorbeigehst, wirst du es echt bereuen.
Im Inneren des Glory Hotels — Die Requisiten aus dem Drama, unverändert

Wenn du das Gebäude betrittst, bleibst du wieder stehen. Die Atmosphäre, die du von außen gespürt hast, lebt drinnen genauso weiter. Dunkler Echtholzboden, schwere Samtvorhänge, natürliches Licht, das durch die Bogenfenster fällt. Die Sofas und Möbel, die während der Dreharbeiten tatsächlich benutzt wurden, stehen noch genau an derselben Stelle. Das Set wurde nicht abgebaut, sondern in genau diesem Zustand erhalten. Wenn du dich hinsetzt und ein Foto machst, fühlst du dich echt wie die Hauptfigur eines Dramas. Und das ist nicht nur so ein Gefühl – das ist wirklich so.

Auch die Kostüme, die die Schauspieler während der Dreharbeiten tatsächlich getragen haben, sind hier ausgestellt. Das Kleid an der Schaufensterpuppe da – das ist kein Deko-Stück. Das ist das Kleid, das ein Schauspieler während der Dreharbeiten zu Mr. Sunshine wirklich getragen hat. Wenn du zwischen dem Kleid und dem eingerahmten Foto des Schauspielers daneben hin und her schaust, bekommst du Gänsehaut. Echt jetzt. In dem Moment, wo du denkst „Dieses Kleid war in genau dieser Szene zu sehen", verschwimmen Realität und Drama ineinander.
Café im 2. Stock des Glory Hotels — Ein Kaffee im Jahr 1900

Dieser Raum hier ist ein Café. Wirklich. Mit exakt dem gleichen Interieur wie bei den Dreharbeiten, denselben Tischen, derselben Atmosphäre wird hier ein Café betrieben. Dunkle Holzsäulen, stilvolle antike Stühle, Licht, das durch die Fenster fällt. Wenn du dir einen Kaffee bestellst und dich hinsetzt, weißt du plötzlich nicht mehr, ob du im Jahr 2025 bist oder in den 1900ern.
Aber weißt du was? Ich sag's dir mal ehrlich.
Wenn du einfach so in dieses Café kommst, genießt du nur die Hälfte.
Komm in Kleidung im Stil der koreanischen Öffnungszeit um 1900. Ein langer Rock im Stil der Epoche, eine Spitzenbluse, ein Korsett-Jäckchen. Und die Haare einfach offen tragen geht nicht. Die müssen hochgesteckt sein. Beim Make-up auch nicht der moderne Glow-Look, sondern lieber ein klassischer, dezenter Ton. Wenn du dann so in diesem Café sitzt, am Fensterplatz, mit einer Tasse Kaffee in der Hand – in diesem Moment bist du die Hauptfigur des Dramas. Auch ohne Kamera ist es schon eine perfekte Szene. Eine bessere Schauspielerin gibt es nicht.

Siehst du das? Niemand ist hier einfach so aufgetaucht. Rote Hüte, Yukatas, Spitzenblusen. Die Leute, die hierherkommen, wissen schon Bescheid. Wie man diesen Ort richtig genießt. Dunkles Holz-Interieur, antike Beleuchtung, ein Getränk auf der weißen Tischdecke. Hier macht die Atmosphäre dein Outfit perfekt. Du musst dich nicht mal komplett stylen. Einfach in diesem Raum zu sitzen ist schon ein Bild für sich.

Wenn du das Glory Hotel verlässt, breitet sich diese Szenerie aus. Schmiedeeiserne Vintage-Stühle, Steintreppen, dazwischen grüne Bäume. Nicht überladen. Ruhig und entspannt. Ein Ort, an dem du dich kurz hinsetzen und einfach gar nichts tun kannst.
Hanok-Gasse — Mit jedem Schritt eine andere Epoche

Wenn du ein Stück weiter hineingehst, taucht eine völlig andere Kulisse auf. Es ist die Hanok-Gasse (traditionelle koreanische Häuser) mit ihren Schicht für Schicht gereihten Ziegeldächern. Genau das macht das Sunshine Studio als Drehort so besonders. Westliche Gebäude, japanische Gebäude und traditionelle koreanische Hanoks – alles zusammen. Anfang der 1900er Jahre koexistierten in Korea tatsächlich drei Kulturen nebeneinander. Und genau das kann man hier an einem Ort sehen. Mit jedem Schritt fühlst du dich in eine andere Epoche versetzt.

Wie findest du diese Kulisse? Menschen gehen über die Brücke dort und tauchen in die Gasse ein. Alte Laternen, Holzgebäude, Telegrafenmasten. In Korea kann man solche Anblicke heute praktisch nirgends mehr finden.
Korea ist eines der am schnellsten modernisierten Länder der Welt. In nur 50 Jahren haben sich ganze Städte komplett verwandelt. Deshalb existieren die Straßenbilder der 1900er Jahre größtenteils nur noch auf alten Fotografien. Genau das macht das Sunshine Studio so besonders. Eine verschwundene Welt, die man zumindest hier noch mit eigenen Augen sehen kann. Als ausländischer Reisender wirkt das nochmal umso faszinierender. Einer der wenigen Orte, an denen Koreas Gegenwart und Vergangenheit nebeneinander bestehen.
Japanische Straße — Eine Gasse mit den Erinnerungen an die Kolonialzeit

Wenn du durch die Gassen gehst, tauchen plötzlich Gebäude im japanischen Stil auf. Weiße Papierlaternen (Chōchin), Holzgittertüren, Schilder auf Japanisch. Das kann erst mal befremdlich wirken.
Das ist ein historisches Faktum. Korea war von 1910 bis 1945 unter japanischer Kolonialherrschaft. In jener Zeit hingen überall in den Straßen japanische Schilder, und Koreanisch wurde neben chinesischen Schriftzeichen verwendet. Die Szenerie, die wir hier sehen, zeigt die realen Straßen des damaligen Hanseong (dem alten Seoul). Das Sunshine Studio hat genau das nachgebaut. Es sieht vielleicht nicht nur schön aus. Aber so ist die Geschichte. Auch dieses unbehagliche Gefühl wahrzunehmen – das ist die richtige Art, diesen Ort zu erleben.
Bäckerei Bullangseo — Vom Filmset zur echten Bäckerei

Das hier ist die Bäckerei Bullangseo. Genau dieser Raum, der als Filmset für das Drama Mr. Sunshine diente, wird jetzt als echte Bäckerei betrieben. Auf den alten Holzregalen stehen Körbe mit Brot, und allein dieser Anblick ist schon ein Foto wert.

Wenn du hineingehst, fällt sofort die offene Holzkonstruktion bis zur Decke auf. An den Wänden hängen Fotos aus Dramaszenen, darunter stapeln sich Brotverpackungen und Zutatensäcke. Dass man nicht weiß, ob man in einem Filmset oder einer Bäckerei steht, macht den Reiz aus. Hier einfach ein Brot zu kaufen und zu essen ist an sich schon ein Erlebnis.

Siehst du die Fotos der Schauspieler an der Wand? Das ist der Beweis, dass hier tatsächlich Szenen aus dem Drama gedreht wurden. Daneben hängt ein Poster für Castella – ein Biskuitkuchen, der aus Portugal über Japan nach Korea kam. Castella war eines der ersten westlichen Lebensmittel, die während der Öffnungsperiode um 1900 nach Korea gelangten. Dass diese Bäckerei in jener Epoche existierte, ist nicht einfach nur eine Drehbuch-Idee.

Es sind zwar Modelle, aber die sind wirklich wunderschön. Links ist Castella, rechts Bingsu (ein koreanisches Dessert aus geraspeltem Eis). Siehst du die bunten Castella-Querschnitte auf dem Holztablett? Grün, Gelb, Orange, Rosa. Und das isst du in diesem Raum mit 1900er-Atmosphäre. Lecker ist es sowieso, aber hier fühlt es sich an, als würde man die ganze Szenerie mitessen.

Sogar die Aussicht durch die Tür ist kalkuliert. Während du dein Brot auswählst, siehst du ganz natürlich die alte Straße durch das Fenster. Glasflaschen mit Zutaten, Körbe voller Brot, und dahinter eine Straße mit Schildern in chinesischen Schriftzeichen. Die Tür dieses Ladens wirkt wie eine Grenzlinie zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Japanische Taverne und Oden-Stand — Alltag im damaligen Seoul

Ein zweigeschossiges japanisches Gebäude. Rote Noren (暖簾, japanische Stoffvorhänge) hängen davor, und weiße Papierlaternen schmücken den Eingang. Rechts sieht man einen kleinen Straßenstand, auf dem auf Japanisch おでん (Oden) steht. Oden ist ein japanisches Straßengericht, bei dem verschiedene Zutaten in Brühe gegart werden – in Korea ist es bis heute extrem beliebt. Es ist eines der Gerichte, die sich während der japanischen Kolonialzeit Anfang der 1900er Jahre ganz natürlich in die koreanische Esskultur eingefügt haben.
Die Holzstruktur der Außenwand, die Kurven des Ziegeldachs, die Konstruktion auf der Steinmauer. Einfach vorbeizulaufen wäre viel zu schade bei so vielen Details. Wenn man durch diese Gasse geht, weiß man kurz nicht mehr, ob man im heutigen Korea ist oder in einer japanischen Straße von 1900. Genau das ist beabsichtigt. Im damaligen Hanseong gab es solche Straßen wirklich.

Schau dir die Holz-Speisekarte an der Wand an. Gerichtnamen auf Japanisch, daneben Preise in der Einheit 錢 (Jeon) – eine Währungseinheit, die in den 1900er Jahren tatsächlich verwendet wurde. Auf der Theke stehen gerahmte Fotos von den Dreharbeiten. Jedes einzelne Detail hier ist zu kostbar, um es zu übersehen.

Auf dem Regal stehen Kimono-Puppen, Fächer, Sake-Fässer und Teekannen. Genau so sah eine japanische Taverne in den 1900er Jahren aus. Das ist keine bloße Requisiten-Deko. Überall im damaligen Hanseong existierten wirklich solche Räume. Eine Szenerie, die man vorher nur aus Geschichtsbüchern kannte, steht plötzlich direkt vor einem.

Unter den roten Noren stehen Holzhocker in einer Reihe. Dieser stille, leere Raum erzählt umso mehr. Stell dir vor, du sitzt auf einem dieser Hocker und hörst die Gespräche der Dramafiguren. Wer Mr. Sunshine gesehen hat, dem wird diese Szene nicht fremd vorkommen. Und wenn nicht, auch egal. Dieser Raum fängt von sich aus an, mit dir zu sprechen.

Tatami-Boden, Schiebetüren mit Gittermuster und Papier, in der Mitte ein Hibachi (火爐, japanische Feuerstelle). Dieser Raum erscheint im Drama Mr. Sunshine als Wohnsitz der japanischen Figur Kudo Hina. Das Zimmer einer Japanerin, die auf koreanischem Boden Wurzeln geschlagen hat. Die Atmosphäre fühlt sich komplett anders an als die traditionellen koreanischen Räume. Kühl, aufgeräumt und mit einer seltsamen Spannung aufgeladen. Wer das Drama gesehen hat, dem schießt beim Betreten dieses Zimmers sofort die Szene in den Kopf.

Ein roter Kimono mit einem Schwert. Das ist das Kostüm, das ein Schauspieler bei den Dreharbeiten tatsächlich getragen hat. Vergleich es mal mit dem gerahmten Foto daneben – Gänsehaut. Dieses Kostüm war genau in jener Szene zu sehen. Es fühlt sich nicht an wie ein Filmset, sondern als stünde man vor einem echten Stück Geschichte.

Mitten auf der Straße steht einsam ein Oden-Stand. おでん, 準備中 (In Vorbereitung). Noch nicht geöffnet, aber diese Kulisse allein reicht schon. Dahinter koreanische Hanok-Ziegeldächer, links ein westliches Backsteingebäude – alles in einem Bild. Korea, Japan und der Westen koexistieren in einem einzigen Foto. Genau so sah das Hanseong der 1900er Jahre tatsächlich aus. Egal in welche Richtung du die Kamera hältst, es wird ein Foto.
Hanseong Electric und die Jongno-Straße — Die Dimension des historischen Filmsets

Panoramablick auf das Sunshine Studio von oben. Links das rote Backsteingebäude mit dem Uhrenturm – das ist Hanseong Electric (漢城電氣), und rechts erstreckt sich die Hanok-Gasse mit ihren Schicht für Schicht gereihten Ziegeldächern. Westliche Moderne und traditionelle koreanische Architektur in einem Bild – genau so sah das Seoul der 1900er Jahre wirklich aus. Damals standen die beiden tatsächlich Seite an Seite.

Frontansicht von Hanseong Electric (漢城 Electric Company). Roter Backstein, runder Kuppel-Uhrenturm, Bogenfenster. 1898 gegründet, war es das erste Elektrizitätswerk Koreas, und von diesem Gebäude aus wurde erstmals Strom in die Straßen Seouls geleitet. Das ist kein simples Filmset, sondern eine Rekonstruktion echter Geschichte.

Wenn du näher herantrittst, erwachen die Details zum Leben. Die Textur der Backsteine an der Fassade, die Eisenverzierungen auf dem Uhrenturm, die feinen Schnitzereien an den Bogenfenstern. Wenn du vor diesem Gebäude stehst, verstehst du sofort, warum die Drama-Regisseure dieses Filmset gewählt haben.

Mitten auf der Straße liegen Straßenbahnschienen. Die Hanseong-Straßenbahn war die erste Straßenbahn Koreas, die 1899 in Betrieb ging und damals vom Osttor zum Westtor Seouls fuhr. Auf dem Gebäudeschild stehen die chinesischen Schriftzeichen „朝鮮銀", und daneben lehnt ein Kutschenrad. Diese eine Straße fängt die ganze chaotische und gleichzeitig dynamische Atmosphäre einer Epoche ein, in der Straßenbahn, Pferdekutsche und Hanok-Häuser nebeneinander existierten.

花月樓 (Hwawollu). Ein zweigeschossiges Holzgebäude mit eindrucksvollem Schild in chinesischen Schriftzeichen und gelben Laternen. Hwawollu erscheint im Drama Mr. Sunshine als Ryotei (料亭, ein gehobenes japanisches Restaurant), ein Ort, an dem die Oberschicht und die Mächtigen der damaligen Zeit verkehrten. Die Struktur aus weißen Wänden mit sich kreuzenden schwarzen Holzpfeilern spiegelt den damaligen Hybridstil wider – eine Mischung aus traditioneller koreanischer und japanischer Architektur. Wenn die gelben Lampions angehen, muss sich die Atmosphäre hier komplett verändern.

Panoramablick von oben auf die Jongno-Straße. Links rahmt die Taegukgi (die koreanische Nationalflagge) das Bild ein, und mit Hwawollu als Mittelpunkt schlängeln sich die Straßenbahnschienen durch die Szenerie, die sich wie ein Panorama entfaltet. Aus diesem Winkel wirkt es nicht wie ein Filmset, sondern man fühlt sich, als würde man auf eine echte Straße der 1900er Jahre hinunterschauen. Wenn du Zeit hast, solltest du unbedingt einmal von hier oben den Blick genießen.
Hanseong-Straßenbahn und das Tor Daeanmun — Symbole des modernen Korea

Zwischen Trauerweidenzweigen öffnet sich ein Platz. Rechts steht ein hölzerner Nachbau der Hanseong-Straßenbahn (漢城電車), genau der Straßenbahn, die 1899 tatsächlich fuhr. Damals sollen die Bürger Seouls, als sie die Straßenbahn zum ersten Mal sahen, erschrocken ausgerufen haben: „Ein eisernes Monster fährt durch die Straße!" Jetzt steht sie still da, aber ihre Präsenz an diesem Ort ist mehr als genug.

大安門 (Daeanmun). So hieß das heutige Daehanmun-Tor (大漢門) des Deoksugung-Palastes in Seoul früher. Auf der Tafel des großen Holztors links sind die chinesischen Schriftzeichen klar zu lesen, und daneben stehen ein efeubedecktes Backsteingebäude und die Hanseong-Straßenbahn nebeneinander. Hanok, westliche Architektur und Straßenbahn in einem Bild – das gibt es nur an diesem Drehort.
Jongno-Einkaufsstraße — Der Spaß, durch historische Straßen zu schlendern

Eine Besucherin steht vor den Säulen eines roten Backsteingebäudes. Über ihrem Kopf drängen sich Schilder in chinesischen Schriftzeichen, und die Textur der Säulen und die Bogenfenster-Details wirken aus der Nähe noch filigraner. An solchen Orten reicht es, einfach nur dazustehen, und es wird automatisch ein gutes Foto. Ein einziges gut gewähltes Kleidungsstück, und die Kulisse erledigt den Rest.

洋服裁縫店 (Schneidereiladen für westliche Kleidung). Unter dem Schild mit chinesischen Schriftzeichen, Holzschiebetüren und Traufensäulen reihen sich die Läden in der Gasse aneinander. Ein Ort, der Bilder heraufbeschwört, wie die Oberschicht der Öffnungszeit sich zum ersten Mal westliche Anzüge maßschneidern ließ. Allein das neugierige Herumspähen vor dieser Tür liefert schon eine perfekte Szene.

Beim Spazierengehen bin ich auf eine alte Pferdekutsche gestoßen. Mit abblätternder Farbe und verwittertem Holz, genau so wie sie ist. Anfang der 1900er Jahre war das im damaligen Seoul das Transportmittel, mit dem die Oberschicht unterwegs war. Eine Spur aus der Zeit, als die Kutsche noch das schnellste Fortbewegungsmittel war – bevor die Straßenbahn kam.

Die Kutsche aus der Nähe. Die Maserung des Holzrades, die geschnitzten Verzierungen der Tür, der alte Vorhang, der im Inneren durchschimmert. Bei diesem Detailgrad ist es keine Set-Requisite mehr, sondern fast schon ein echtes historisches Artefakt. Mindestens ein Foto hier am Sunshine Studio Drehort ist Pflicht.

洋品店 (Laden für westliche Waren). Efeu klettert über die Hanok-Ziegelmauer und bedeckt das Schild halb. Die englische Aufschrift SUNSHINE SALON neben den chinesischen Zeichen zeigt perfekt die Atmosphäre jener Epoche. Wenn du hier ein Foto machst, erledigt die Kulisse alles von allein.

Ein Steinweg, der zum Innenhof eines roten Backsteingebäudes führt. Auf beiden Seiten gepflegte Bäume und Blumenbeete, und die Silhouette von jemandem, der allein hineingeht, wird ganz natürlich zur perfekten Szene. Ein Ort, an dem man nicht hetzen muss.

Derselbe Steinweg, nur ein bisschen näher dran. Die Gebäudefassade und der Garten sind klarer zu sehen. Auch eine Bank am Fenster taucht auf. Ein Ort, an dem man sich kurz hinsetzen und einfach ins Leere schauen möchte.
Kostümverleih — Hier beginnt die Verwandlung in eine andere Epoche

Der Kostümverleih-Bereich im Inneren des Ladens für westliche Waren (洋品店). Ein goldgerahmter Schnitzerei-Spiegel, runde Glühbirnen-Beleuchtung, ein orangefarbener Samtstuhl – es fühlt sich an wie eine Garderobe. Wenn du hier die Kleidung anziehst und dich vor den Spiegel setzt, hast du echt das Gefühl, ein Filmstar zu sein.

Die zweistöckige Kostümverleih-Halle. Eine Massivholztreppe bis zur Decke, Kronleuchter-Beleuchtung, Mannequins mit Kimono, Hanbok (traditionelle koreanische Tracht) und Kleidern aus der Öffnungszeit – alles auf einen Blick. Sowohl das Erdgeschoss als auch die erste Etage sind voll mit Leihkostümen. Egal welchen Stil du wählst, der Raum selbst wird zu deinem Hintergrund.

Neben der Informationstafel zum Kostümverleih steht ein Mannequin in einem Anzug aus der Öffnungszeit. Auf der einen Seite hängen bunte Kleider und Hanboks, und du kannst sie vor dem Ganzkörperspiegel anprobieren. Die Mietzeit beträgt 2 Stunden. Auch ohne perfektes Outfit passt hier alles zusammen.

Wenn du nach oben schaust, siehst du die offenliegende Holzbalkendecke und den Kronleuchter. Die Struktur eines umgebauten alten Lagerhauses, unverändert. Im Erdgeschoss Kostüme, im Obergeschoss noch mehr Kostüme, dicht an dicht. Allein diese Decke vermittelt schon das Gefühl eines Filmsets.

Eine Besucherin zeigt auf etwas vor dem Schuh- und Accessoire-Regal. Man kann auch Hüte, Taschen und Schuhe leihen. Es geht nicht nur um die Kleidung – von Kopf bis Fuß kann man sich hier komplett verwandeln. Wenn man schon mal da ist, wäre eine halbe Verwandlung doch schade, oder?
Drei Kulturen in einer Straße — Das wahre Gesicht des Seoul von 1900

Wenn du mitten auf der breiten Straße mit den Straßenbahnschienen stehst, sieht das so aus. Links ein japanischer Stand, rechts ein koreanisches Hanok-Vordach. Vorne eine antike Straßenlaterne. In dieser einen Straße steckt eine ganze Epoche. Genau so war das Hanseong der 1900er Jahre. Japanisch, westlich, koreanisch – alles nebeneinander in einem einzigen Block. Eine chaotische, komplexe Zeit.

Ein dreigeschossiges japanisches Holzgebäude und ein Haufen Onggi (traditionelle koreanische Tonkrüge) stehen Seite an Seite. Wirkt komisch? Überhaupt nicht. Genau so sah die damalige Realität aus. Koreanische Tonkrüge für Sojapaste und Sojasoße vor einem japanischen Gebäude – das war der Alltag jener Epoche. Und das Filmset hat das ehrlich nachgebildet.

Durch ein massives Holztor öffnet sich der Blick auf einen Hanok-Innenhof. Die Szenerie, die durch die Tür sichtbar wird, ist wie eingerahmt – wie ein gerahmtes Foto. Allein die Rückenansicht einer Person ergibt schon ein perfektes Bild. Genau deshalb muss man im Sunshine Studio keine Fotospots suchen. Egal wo du stehst, die Kulisse macht alles von selbst.
Hanok-Inneres und Herbstlaub — Der lebendige koreanische Raum

Das Innere eines traditionellen koreanischen Hanok. Ziegeldach-Vordach, Hanji-Papierschiebetüren, Brennholz unter dem erhöhten Holzboden. Wenn dir auffiel, dass es viele japanische Gebäude gibt, wird in diesem Raum wieder das Gleichgewicht hergestellt. Sunshine Studio hat nicht nur japanisches Flair. Die eigenständige koreanische Architektur und Lebensräume behaupten hier fest ihren Platz. Dass beide im selben Raum koexistieren, ist an sich schon die Geschichte dieser Epoche.

Über die Mauer hinweg explodieren grüne und rote Ahornbäume. Efeu klettert an der Ziegelmauer empor, Steintreppen führen nach oben. Diese Kulisse muss sich mit jeder Jahreszeit verändern. Im Frühling zartes Grün, im Sommer tiefes Grün, im Herbst werden diese roten Ahornblätter noch intensiver leuchten.

Panoramablick von der Hanok-Gasse aus. In der Ferne die Kuppel des Uhrenturms von Hanseong Electric, rechts hängen Trauerweiden herab, und der Steinweg führt nach unten. Von hier aus spürst du es ganz deutlich. Dieser Ort hat nicht nur japanisches Flair und auch nicht nur koreanisches. Die beiden vermischen sich und werden zusammen zu den Straßen des damaligen Seoul. Das ist der wahre Reiz des Sunshine Studio Drehortes in Korea.
Anreise zum Sunshine Studio ab Seoul
Ab Seoul
From Seoul to Sunshine Studio
🅰️ KTX + Taxi — Der schnellste Weg
Bahnhof Yongsan → Bahnhof Nonsan (KTX ca. 1 Std. 30–40 Min.)
💰 Einfach ca. 10–19 € (je nach Sitzklasse)
Bahnhof Nonsan → Sunshine Studio (Taxi ca. 20–25 Min.)
💰 Ca. 10 €
⏱️ Gesamtdauer ca. 2 Stunden · Gesamtkosten ca. 20–28 €
🅱️ KTX + Stadtbus — Die günstigste Variante
Ausgang Bahnhof Nonsan → Haltestelle gegenüber
🚌 Bus 201, 205, 211, 212, 216, 221 nehmen
📍 An der Haltestelle „Hunryeonso Ipsodaedae" aussteigen → ca. 15 Min. zu Fuß
💰 Busfahrt ca. 1 €
⚠️ Taktung nur alle 30 Min. bis 1 Stunde.
Wenn du wenig Zeit hast, nimm lieber ein Taxi.
🅲 Fernbus — Ohne Umsteigen direkt hin
Seoul Express Bus Terminal (Linie 7) → Yeonmudae-Terminal
⏱️ Ca. 2 Stunden · 💰 Ca. 7–8 €
Yeonmudae-Terminal → Sunshine Studio (Bus oder Taxi)
💡 Am günstigsten, aber am längsten.
📍 Adresse Sunshine Studio: 90 Bonghwang-ro, Yeonmu-eup, Nonsan-si, Chungcheongnam-do
Anreise zum Sunshine Studio ab Busan
Ab Busan
From Busan to Sunshine Studio
⚠️ Es gibt keinen direkten KTX von Busan nach Nonsan
Du musst auf jeden Fall umsteigen. Wähle eine der beiden Varianten je nach Situation.
🅰️ Über Daejeon — Am schnellsten, aber Umstieg ist knifflig
Bahnhof Busan → Bahnhof Daejeon (KTX Gyeongbu-Linie, ca. 1 Std. 20 Min.)
💰 Ca. 23 €
Bahnhof Daejeon → Umstieg zum Bahnhof Seodaejeon nötig
🚕 Taxi ca. 10–15 Min. · ca. 6–8 €
🚌 Bus ca. 25 Min.
Bahnhof Seodaejeon → Bahnhof Nonsan (Honam-Linie KTX/Mugunghwa, ca. 20–30 Min.)
⏱️ Gesamtdauer ca. 2 Std. 30 Min.–3 Stunden (inkl. Umstiegswartezeit)
🚨 Achtung: Bahnhof Daejeon (Gyeongbu-Linie) und Bahnhof Seodaejeon (Honam-Linie) sind zwei komplett verschiedene Bahnhöfe. Sie liegen ca. 3 km auseinander – zu Fuß nicht machbar. In der Rushhour (17–19 Uhr) kann die Taxifahrt wegen Stau auf der Hauptstraße über 20 Minuten dauern. Plane für den Umstieg mindestens 40 Min.–1 Stunde Puffer ein.
🅱️ Über Sintanjin — Stressfrei umsteigen
Bahnhof Busan → Bahnhof Sintanjin (Mugunghwa-Zug)
💰 Ca. 13 €
Bahnhof Sintanjin → Bahnhof Nonsan (Umstieg Mugunghwa)
💰 Ca. 3 €
✅ Kein Transfer zwischen Daejeon und Seodaejeon nötig
❌ Gesamtdauer ist länger (ca. 3 Std. 30 Min.–4 Stunden)
💡 Wenn dir ein entspannter Umstieg wichtiger ist als Schnelligkeit, ist das die richtige Wahl.
Bahnhof Nonsan → Sunshine Studio: Taxi 20 Min. (ca. 10 €) oder Stadtbus 30 Min. (~1 €)
Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Sunshine Studios
Sunshine Studio + was noch verbinden?
Nearby Attractions & Day Trip Ideas
Ehrlich gesagt – nur das Sunshine Studio und dann zurück, das ist zu wenig.
Nonsan ist keine typische Touristenstadt, deshalb solltest du Umgebungsziele einplanen, damit sich der Tag richtig lohnt.
📍 In der Nähe — 20–30 Min. mit dem Auto
Ganggyeong Jeotgal-Markt
🚗 Ca. 20 Min. · Einer der 3 größten Märkte für fermentierte Meeresfrüchte in Korea
Perfekt, um hier Mittag- oder Abendessen einzuplanen.
Wenn du noch ein Nudelrestaurant in der Nähe mitnimmst, ist es komplett.
Hängebrücke am Tapjeongho-See
🚗 Ca. 15 Min. · Der bekannteste Fotospot in Nonsan
Von der Brücke aus öffnet sich ein herrlicher Panoramablick über den See.
Donam Seowon (Konfuzianische Akademie)
🚗 Ca. 20 Min. · UNESCO-Weltkulturerbe
Eine der bedeutendsten Akademien der Joseon-Dynastie. Perfekt für einen ruhigen Spaziergang.
📍 Mittlere Entfernung — 30–50 Min. mit dem Auto
Buyeo — Die letzte Hauptstadt des Königreichs Baekje
🚗 Ca. 30–40 Min.
Baekje-Kulturkomplex (Eintritt ~4 € · Besichtigung ca. 2 Stunden)
Festung Busosanseong · Teich Gungnamji · Fünfstöckige Pagode von Jeongnimsa
Wer sich für die Geschichte des Baekje-Reiches interessiert, sollte hier einen halben Tag einplanen.
Gongju — Die zweite Hauptstadt des Königreichs Baekje
🚗 Ca. 40–50 Min.
Festung Gongsanseong (Eintritt ~2 € · Spaziergang ca. 1–1,5 Stunden)
Grab des Königs Muryeong · Nationalmuseum Gongju
Kombiniert mit Buyeo für 2 Tage / 1 Nacht ergibt sich die perfekte Route.
📍 Etwas weiter weg — 50 Min.–1 Stunde mit dem Auto
Jeonju Hanok Village
🚗 Ca. 50 Min.–1 Stunde
Fotos in Hanbok · Bibimbap · Schoko-Pie · Makgeolli (Reiswein)
Ein halber Tag vergeht hier wie im Flug.
⚠️ Ist nicht gerade um die Ecke. Wenn du Sunshine Studio + Jeonju an einem Tag schaffen willst, musst du früh morgens starten. Ehrlich gesagt ist es eng, aber nicht unmöglich.
💡 Empfohlene Kombi: Vormittag Sunshine Studio → Mittagessen Ganggyeong-Markt → Nachmittag Buyeo oder Gongju
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Häufig gestellte Fragen
FAQ
F. Wie lange dauert ein Besuch?
Ohne Kostümverleih reichen ca. 1–1,5 Stunden. Mit Kostümverleih solltest du 2–2,5 Stunden einplanen. Wer gern viele Fotos macht, liegt mit großzügig kalkulierten 3 Stunden genau richtig.
F. Kann man es genießen, auch wenn man Mr. Sunshine nicht gesehen hat?
Ja, auf jeden Fall. Wer das Drama kennt, hat den Aha-Moment: „Hier wurde diese Szene gedreht!" Aber auch ohne Vorkenntnisse ist die Erfahrung, durch koreanische Straßen der 1900er Jahre zu spazieren, ziemlich einzigartig. Wer gern fotografiert, wird auch ohne Drama-Wissen sehr zufrieden sein.
F. Ist der Kostümverleih ein Muss?
Ein Muss nicht, aber es ist definitiv ein ganz anderes Erlebnis. Historische Kostüme aus der Öffnungszeit auszuleihen ist etwas, das man an anderen Touristenorten kaum machen kann – das hat Seltenheitswert. Ein Kostüm + Accessoires-Set für 2 Stunden kostet ca. 22 €. Für Frauen gibt es eine große Auswahl, bei den Männerkostümen ist die Auswahl etwas begrenzt.
F. Darf man Haustiere mitbringen?
Nein. Auch nicht in einer Transportbox oder Tasche.
F. Kann man mit Kinderwagen durchs Gelände?
Einlass ja, aber ich würde es nicht empfehlen. Es gibt viele Abschnitte mit Steinwegen und auch Treppen, was das Schieben eines Kinderwagens ziemlich mühsam macht. Besser das Kind auf dem Arm tragen oder eine Babytrage mitnehmen.
F. Wo parkt man am besten?
Es gibt mehrere Parkplätze. Parkplatz 2 oder 3 sind am nächsten zur Kasse. Parkplatz 1 ist trotz des Namens weiter von der Kasse entfernt. Das Parken ist kostenlos.
F. Lohnt sich ein Besuch im Sommer oder Winter?
Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind am besten. Im Sommer gibt es wenig Schatten, und die Steinwege heizen sich stark auf – es wird ziemlich heiß. Sonnenschirm, Wasser und Sonnencreme sind Pflicht. Im Winter pfeift auf dem Freiluft-Set der Wind ordentlich. Ich empfehle, zwischendurch immer wieder in den Innenräumen (Café im Glory Hotel, Warenladen usw.) Pause zu machen.
F. Sind Sunshine Land und Sunshine Studio das Gleiche?
Sunshine Land ist der Name für das gesamte Gelände. Darin befinden sich das Sunshine Studio (kostenpflichtig), das 1950 Studio (kostenlos), ein Militärerlebnis-Bereich und mehr. Der Drehort von Mr. Sunshine ist der Bereich des Sunshine Studios, und nur dort gibt es Eintritt (Erwachsene ca. 7 €). Das 1950 Studio kann man frei und kostenlos besuchen.
F. Gibt es drinnen ein Café oder Restaurant?
Im 2. Stock des Glory Hotels gibt es ein Café (Sunshine Gabaejung). Es werden Grundgetränke wie Americano, Latte usw. verkauft. Ein Restaurant zum Essen gibt es nicht. Snacks oder mitgebrachtes Essen sind erlaubt, aber Kochen mit eigenen Geräten ist nicht gestattet. Ich empfehle, vorher draußen zu Mittag zu essen.
F. Gibt es englische Informationen oder Führungen?
Separate englischsprachige Führungen gibt es nicht. Auf manchen Schildern sind zwar englische Beschriftungen vorhanden, aber das meiste ist auf Koreanisch. Wenn du als ausländischer Besucher das Drama nicht kennst, empfehle ich, vorher kurz die Handlung von Mr. Sunshine zu lesen – dann macht der Besuch deutlich mehr Spaß.
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